Corellium: Apple verliert Berufung gegen iOS-Virtualisierer

Die IT-Security-Werkzeuge von Corellium verstoßen laut Apple gegen das Urheberrecht. Der iPhone-Hersteller kann sich damit nicht durchsetzen.

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Apple verliert auch die Berufung seiner Klage gegen Corellium.
Apple verliert auch die Berufung seiner Klage gegen Corellium. (Bild: Reuters)

Der iPhone-Hersteller Apple hat seine Klage wegen einer möglichen Urheberrechtsverletzung gegen das Security-Start-up Corellium auch in der Berufung verloren. Das berichtete Bloomberg Law unter Berufung auf die Entscheidung des zuständigen United States Court of Appeals for the Eleventh Circuit (11th Cir., No. 21-12835). Demnach sei die Nutzung des Werkzeugs Corsec zur Virtualisierung und Simulation von iOS durch die Fair-Use-Ausnahme des US-Urheberrechts gedeckt.

In der Entscheidung des Gerichts heißt es demnach, Corsec fördere "den wissenschaftlichen Fortschritt, indem es Sicherheitsforschung an wichtigen Betriebssystemen ermöglicht". Darüber hinaus heißt es, dass iOS "funktionale Betriebssoftware ist, die nicht in den Kernbereich des Urheberrechts fällt".

Die ursprüngliche Klage reichte Apple bereits im Sommer 2019 gegen Corellium ein. Apple sieht das Werkzeug Corsec als "vollständige Kopie und Reproduktion" von iOS an, die direkt mit den Sicherheitswerkzeugen des Herstellers konkurriere. Aus der Klage ging außerdem hervor, dass Apple bereits 2018 versucht hatte, Corellium zu übernehmen. Apple verlor vor einem Bezirksgericht in Florida. Nach einer vermeintlichen Einigung in der Auseinandersetzung entschied sich Apple letztlich doch dazu, eine Berufung anzustreben und ging weiter juristisch gegen Corellium vor.

iOS-Sicherheitsforschung von Apple kontrolliert

Zwar führt Apple ausschließlich das Urheberrecht an, um gegen Corellium vorzugehen. Letztere warfen dem iPhone-Hersteller jedoch immer wieder vor, die Sicherheitsforschung an sich untergraben zu wollen. Denn die Sicherheitsforschung, die mit Corsec möglich ist, geht Apple offenbar zu weit, da das Unternehmen dann keinerlei Kontrolle mehr über die Veröffentlichung von Sicherheitslücken in iOS hat.

Apple startete etwa ein Programm, bei dem offene iPhones an Sicherheitsforscher verteilt werden. Die Teilnahme an diesem Programm lehnten jedoch viele bekannte Sicherheitsforscher wie Googles Project Zero ab. Als Grund gaben sie an, dass Apple den Veröffentlichungsprozess der gefundenen Schwachstellen uneingeschränkt selbst kontrollieren wolle.

Innovatives Werkzeug

Wie schon in dem Urteil des Bezirksgerichts wird nun auch in der Berufungsentscheidung der sogenannte transformative Wert von Corsec hervorgehoben, was Art und Zweck der Verwendung von iOS betrifft.

Dazu heißt es: "Corellium hat ein kreatives und innovatives Werkzeug erfunden, das genau den kreativen Fortschritt fördert, den das Urheberrecht anstrebt" und weiter: "Corellium hat ein neues Produkt mit neuen Funktionen geschaffen." Das Gericht bezieht sich damit wie auch die Vorinstanz auf die konkreten Funktionen des Corellium-Werkzeugs, das etwa eine Untersuchung von iOS-Prozessen in Echtzeit ermöglicht.

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