CoreELEC/LibreELEC: Smart-TV mal anders

Eine TV-Box Marke Eigenbau bringt Spaß und Gewissheit über unsere Daten. Die Linux-Distributionen CoreELEC und LibreELEC eignen sich da besonders.

Eine Anleitung von Sebastian Hammer veröffentlicht am
CoreELEC/LibreELEC: Smart-TV mal anders
(Bild: Pixabay)

Jeder kennt heute Smart-TVs und ihre Vorzüge. Allerdings bringt ihre Nutzung zusammen mit einer Internetverbindung häufig unerwünschte Nebeneffekte mit sich. Es ist selten genau ersichtlich oder steuerbar, welche Daten gesammelt und gesendet werden. Darüber hinaus hat man irgendwann das Problem der Versorgung mit Sicherheitsupdates, wenn der Hersteller den Support für das Gerät einstellt. Es kann daher sinnvoll oder notwendig sein, den Fernseher ohne seine smarten Funktionen zu betreiben.

Inhalt:
  1. CoreELEC/LibreELEC: Smart-TV mal anders
  2. Fernsteuerung per App oder Infrarot

Möchte man auf einige Features dennoch nicht verzichten, bietet sich die Verwendung von TV-Sticks oder TV-Boxen an. Diese enthalten neben Android häufig auch die Mediacenter-Software Kodi. Es stehen diverse offizielle Addons etwa für die ARD Mediathek, Youtube, Vimeo, Dailymotion, Radio, Soundcloud und Wetter zur Verfügung.

Über inoffizielle Addons kann aber auch etwa Netflix (ein offizieller Account vorausgesetzt) legal verwendet werden.

Die Verwendung illegaler Addons ist nicht erwünscht und geschieht auf eigene Gefahr. Die Projekte Kodi, LibreELEC und CoreELEC distanzieren sich von derartigem Verhalten.

Alter PC als TV-Box

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Alternativ zu TV-Boxen lässt sich Kodi (ehemals XBMC) auch auf jedem ausgedienten PC mit ausreichend Leistung verwenden. Kodi auf Windows zusammen mit alter PC-Hardware spart im Winter sicherlich etwas Heizkosten, treibt allerdings im Gegenzug die Stromrechnung in die Höhe. Angesichts stetig steigender Stromkosten kann dies also nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Vielleicht dachten die Entwickler von OpenELEC ähnlich und schufen ein speziell für Kodi abgespecktes Linux-Betriebssystem. 2012 wurde ein Port für den Raspberry Pi entwickelt und eröffnete somit die Möglichkeit Kodi, auf energieeffizienteren und kompakteren Systemen zu betreiben.

Über die Zeit kam es zu unüberwindbaren Differenzen innerhalb des Teams, was letztendlich zum Scheitern des Projektes führte, aber in der zeitversetzten Gründung zweier neuer Projekte mündete. Diese verwendeten und entwickelten die Code-Basis von OpenELEC weiter und schufen damit LibreELEC und CoreELEC.

Beide Projekte werden heute aktiv entwickelt und sind recht ähnlich zu nutzen. Die aktuell verwendete Kodi-Version 19.3 Matrix unterstützt HDR10, 4K-Inhalte, Audio-Passthrough für diverse populäre Codecs (Dolby Atmos, TrueHD, DTS-HD und mehr) und Lineare Pulscode-Modulation (LPCM).

Fire TV Stick 4K Max mit Wi-Fi 6 und Alexa-Sprachfernbedienung (mit TV-Steuerungstasten)

Der Leistungsumfang ist natürlich auch von der verwendeten Hardware und Unterstützung durch verschiedene Addons abhängig. Die Unterschiede liegen vor allen Dingen in der Hardwareoptimierung und -unterstützung. CoreELEC konzentriert sich eher auf diverse Android TV-Boxen mit Amlogic Hardware - die praktischerweise mit Fernbedienung geliefert werden - und einige Single-Board-Computer.

LibreELEC verwendet einen etwas anderen Ansatz und unterstützt klassische PC-Hardware, ein paar TV-Boxen und ein breites Spektrum an Single-Board-Computern. Hier muss nur das passende Image zum Gerät heruntergeladen und auf eine Micro-SD-Karte geschrieben werden. Die Entwickler bieten hierfür sogar gleich ein entsprechendes Tool zum Herunterladen an, welches auch für heruntergeladene CoreELEC-Images verwendet werden kann.

  • LibreELEC Downloadseite mit USB-SD Creator (Bild: LibreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • CoreELEC Download Helper (Bild: CoreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • Yatse (Bild: Yatse/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • HyperCon; Hyperion Konfigurationsprogramm (Bild: HyperCon/Screenshot: Sebastian Hammer)
LibreELEC Downloadseite mit USB-SD Creator (Bild: LibreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)

Android-TV-Box mit CoreELEC

Möchte man CoreELEC auf einer Android-TV-Box starten, wird wie folgt vorgegangen: Zuerst wird das passende Image für die Android-TV-Box von der CoreELEC-Website heruntergeladen. Der Download Helper zeigt die benötigte dtb-Datei und das verwendete SoC an. So kann auch rückwärts eine unterstützte TV-Box gefunden werden. Über den Namen des SoC findet man zum Beispiel auf Ebay oder Amazon die passende TV-Box.

  • LibreELEC Downloadseite mit USB-SD Creator (Bild: LibreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • CoreELEC Download Helper (Bild: CoreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • Yatse (Bild: Yatse/Screenshot: Sebastian Hammer)
  • HyperCon; Hyperion Konfigurationsprogramm (Bild: HyperCon/Screenshot: Sebastian Hammer)
CoreELEC Download Helper (Bild: CoreELEC/Screenshot: Sebastian Hammer)

Anschließend wird das entpackte Image etwa mittels Rufus (oder über ddrescue unter Linux) auf eine passende Micro-SD-Karte geschrieben. Damit CoreELEC starten kann, muss auf der Micro-SD-Karte der passende device tree gesucht und als dtb.img in das Root-Verzeichnis kopiert werden. Erst danach kann die Karte in der TV-Box verwendet werden.

Das Booten von der Micro-SD-Karte wird über einen in der A/V-Buchse versteckten Taster aktiviert. Die TV-Box wird hierfür vom Netzteil getrennt und die Karte eingesteckt. Anschließend steckt man beispielsweise einen Zahnstocher in die A/V-Buchse und betätigt damit vorsichtig den Schalter. Dieser muss nun gedrückt gehalten und der Netzteilstecker eingesteckt werden. Der Schalter sollte so lange gedrückt gehalten werden, bis der Bootscreen für CoreELEC erscheint.

Zu einer funktionierenden TV-Box gehört natürlich auch die passende Fernbedienung. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.

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Fernsteuerung per App oder Infrarot 
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Urbautz 16. Dez 2021 / Themenstart

Hatte mir auch AppleTV angeschaut. Aber allein fehlener Adblocker für Youtube war ein...

most 09. Dez 2021 / Themenstart

Gründe gibt es viele, aber zählen tut dann abends nur, ob es funktioniert oder nicht. Als...

der_wahre_hannes 09. Dez 2021 / Themenstart

Sogar als .deb erhältlich, nice. Werd ich mir nachher mal anschauen, das ewige...

der_dude 08. Dez 2021 / Themenstart

Ah super, danke!

M.P. 08. Dez 2021 / Themenstart

Zweigt über die Lichtmaschine mechanische Bewegungsenergie aus dem Motor ab. Sprit...

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