• IT-Karriere:
  • Services:

PL1, PL2, TAU, EWMA erklärt

Seit der Sandy-Bridge-Generation von 2011 und deren Turbo Boost 2.0 definiert Intel auch Power-Limits, welche die Energieaufnahme und damit die Geschwindigkeit der CPUs begrenzen oder auch steigern (siehe PDF auf Seite #16).

Stellenmarkt
  1. LAUDA Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, Burgwedel, Lauda-Königshofen
  2. Krankenhaus des Maßregelvollzugs Berlin, Berlin

Intel betont, dass es sich bei den Power-Limits nur um Richtwerte handelt, es steht Mainboard-Herstellern und OEM-Partner also frei, diese zu verändern. Das Erhöhen der Targets ist demzufolge kein Overclocking, sofern die von Intel spezifizierten maximalen Frequenzen je nach Anzahl der ausgelasteten Kerne nicht überschritten werden. Erst wenn eine Platine so voreingestellt ist, dass diese Taktraten ausgehebelt werden, handelt es sich genau genommen um eine Übertaktung.

Die thermische Verlustleistung, die Thermal Design Power (TDP), des Core i9-10900K etwa beziffert Intel mit 125 Watt. Damit entspricht sie dem PL1, also dem Power-Limit, welches unter dauerhafter Last seitens des CPU-Herstellers empfohlen wird. Bei älteren Chips wie dem Core i9-9900K hingegen nennt Intel eine TDP von 95 Watt und listet diesen Wert auch als Empfehlung für das PL1.

PL1PL2TAU
Core i9-10900K(F)125 Watt250 Watt56 sec
Core i7-10700K(F)125 Watt229 Watt56 sec
Core i5-10600K(F)125 Watt182 Watt56 sec
Core 10th Gen i7/i5/i365 Watt(?)28 sec
Core 10th Gen i7/i5/i3 (T)35 Watt(?)28 sec
Core i9-9900KS127 Watt159 Watt28 sec
Core i9-9900K95 Watt119 Watt28 sec
Core 9th Gen i7/i5/i365 Watt81 Watt28 sec
Core 9th Gen i7/i5/i3 (T)35 Watt44 Watt28 sec
Comet Lake S und Coffe Lake Refresh S - PL1, PL2, TAU laut Intel

Neben dem PL1 gibt es noch das PL2, welches für kurzfristige Lasten ausgelegt ist, sprich Burst-Workloads. Darunter fallen neben dem Starten von Anwendungen auch Bearbeitungsschritte beim Editieren von Fotos, da hier selten alle Filter direkt hintereinander angewendet werden. Zudem diesen Zweck ist das PL2 an einen Zeitwert gebunden, den sogenannten TAU (Turbo Time Parameter).

Bisher war üblich, dass PL2 dem Faktor 1,25 von PL1 entspricht und TAU auf 28 Sekunden festgelegt ist. Bei 95 Watt PL1 sind das also rund 119 Watt für knapp eine halbe Minute, danach wird die Leistungsaufnahme des Chips wieder gedrosselt. Das klappt deshalb problemlos, weil die thermische Trägheit dafür sorgt, dass der Prozessor samt Kühler in dieser kurzen Zeit nicht überhitzt, weil sich Wärme nicht schlagartig ausbreitet.

Mit den Comet Lake S empfiehlt Intel allerdings das PL1, das PL2 und den TAU deutlich aggressiver einzustellen: Beim Core i9-10900K liegt das PL1 bei 125 Watt, das PL2 bei satten 250 Watt und der TAU beträgt 56 Sekunden. Keines der drei von uns verwendeten Mainboards war jedoch in der Lage, den PL2-Wert so lange zu halten. Der Grund dafür ist keineswegs eine zu schwache Spannungsversorgung, sondern vielmehr der EWMA.

  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • X570, Z490, Z390, Z270, RTX 2080 Ti, 32GB, Win10 v1909 (Bild: Golem.de)
  • Retail-Boxen der 10th Gen (Bild: Intel)
  • Core i9-10900K im Sockel LGA 1200 (Bild: Golem.de)
  • Die-Shot eines Comet Lake S mit 10C (Bild: Intel)
  • Das Die wird abgeflacht, der Heatspreader etwas dicker. (Bild: Intel)
  • Ein EWMA beeinflusst TAU und PL2. (Bild: Intel)
  • Viele Mainboards ignorieren Intels Empfehlungen. (Bild: Golem.de)
  • Asus lässt Nutzer beim ersten Boot-Vorgang wählen, Gigabyte und MSI setzen die Power-Limits direkt außer Kraft. (Bild: Golem.de)
Ein EWMA beeinflusst TAU und PL2. (Bild: Intel)

Das steht für Exponentially Weighted Moving Average, also einen exponentiell gewichteten gleitenden Mittelwert. Der aus mehreren Faktoren ermittelte EWMA wird mit dem TAU verrechnet und reduziert daher die Zeitspanne, in welcher das kurzfristige PL2 anliegen kann. Je häufiger hohe oder lange Last auf dem Prozessor anliegt, desto eher verringert der EWMA den TAU; viel Leerlauf verbessert ihn. In unserem Fall waren die 56 Sekunden - egal mit welcher Z490-Platine - allerdings schlicht nicht erreichbar. Je nach Board und Benchmark war nach einer halben Minute, teils sogar schon nach wenigen Sekunden die TAU-Zeit und damit das PL2 erschöpft.

Wir haben daher unsere Tests einmal mit der Intel-Empfehlung von 125/250 Watt sowie (bis zu) 56 Sekunden erstellt und zudem noch das PL1 auf 4.096 Watt gestellt, damit der Core i9-10900K nicht durch ein Power-Limit beschränkt wird. Bei Asus' Z490 ROG Maximus XII Hero WiFi können wir beim Boot-Vorgang per F1 und F3 auswählen, ob wir Intel-Spec oder Unlimited nutzen wollen. Gigabytes Z490 Aorus Master und MSIs Z490 Ace legen 4.096 Watt an - was real grob 250 Watt entspricht. Der Core i5-10600K hingegen bleibt unter 125 Watt, nur im y-Cruncher (Berechnung von Pi mit AVX[2]-Code) oder per Prime95 liegt er darüber.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Ohne Verlöten geht es nichtAMDs 3900X bleibt schneller 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 599€ (Bestpreis mit Alternate. Vergleichspreis ab ca. 660€)
  2. (u. a. MSI Optix MAG272CRX für 299€ + 6,99€ Versand statt ca. 450€ im Vergleich und Corsair...
  3. (u. a. The Crew 2 für 10,49€, Mount & Blade II - Bannerlord für 33,99€ und Mortal Kombat 11...

Achranon 25. Mai 2020 / Themenstart

Diese angeblich "produktiven" Einsatzgebiete scheinen weitgehend auf das Starten des...

wurstdings 25. Mai 2020 / Themenstart

Muss überhaupt nicht, es ist nur ein sehr komplexes Problem und multithreaded Code in...

yumiko 22. Mai 2020 / Themenstart

"I'm afraid the "Rocket" in Rocket Lake only refers to the boot temperatures, not the...

yumiko 22. Mai 2020 / Themenstart

Das ich dies noch erleben durfte *sniff* :D

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Macbook Air (2020) - Test

Endlich streicht Apple die fehlerhafte Butterfly auch beim Macbook Air. Im Test sind allerdings einige andere Mängel noch vorhanden.

Macbook Air (2020) - Test Video aufrufen
Corona: Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen
Corona
Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen

Politiker wie Axel Voss fordern "Anreize" für die Nutzung der Corona-App. Doch das schafft nicht das notwendige Vertrauen in die staatliche Technik.
Ein Gastbeitrag von Stefan Brink und Clarissa Henning

  1. Schnittstelle installiert Android-Handys sind bereit für die Corona-Apps
  2. Corona-App Google und Apple stellen Bluetooth-API bereit
  3. Coronapandemie Quarantäne-App soll Gesundheitsämter entlasten

Big Blue Button: Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen
Big Blue Button
Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen

Ein Verein aus dem Umfeld des CCC zeigt in Berlin, wie sich Schulen mit Open Source digitalisieren lassen. Schüler, Eltern und Lehrer sind begeistert.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Mint-Allianz Wir bleiben schlau! Wir bleiben unwissend!
  2. Programmieren lernen Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

Realme X50 Pro im Test: Der Oneplus-Killer
Realme X50 Pro im Test
Der Oneplus-Killer

Oneplus bezeichnete sich einst als "Flagship-Killer", mittlerweile stellt sich die Frage, wer hier für wen gefährlich wird: Das X50 Pro des Schwesterunternehmens Realme ist ein wahrer "Oneplus-Killer".
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Astro Slide Neues 5G-Smartphone mit aufschiebbarer Tastatur
  2. Galaxy S20 Ultra im Test Samsung beherrscht den eigenen Kamerasensor nicht
  3. Red Magic 5G Neues 5G-Gaming-Smartphone kommt mit 144-Hz-Display

    •  /