Eine Frage der Spannung

In einem Overclocking-Workshop auf seinem Intel Developer Forum gab der Chiphersteller im Herbst 2014 als Anhaltspunkt für die Kernspannung 1,30 Volt an. Nominal arbeiten die 5960X mit rund 1,2 Volt unter Last, in Ruhe ist es weniger als ein Volt. Die Spannung braucht also schon einen kräftigen Zuschlag für mehr Takt. Recherchen bei Mainboardherstellern und eigene Experimente mit einem zweiten 5960X ergaben, dass die CPUs oft auch 1,35 Volt aushalten - darüber, so berichtete uns ein Unternehmen, wird die Sache durchaus riskant.

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Zwar sind durch Übertakten durchgebrannte Prozessoren inzwischen recht selten geworden, wer sich aber nicht schrittweise an die maximal erreichbaren Werte herantastet und die Temperaturen ignoriert, kann die Hardware trotzdem beschädigen. Mit Programmen wie HW Monitor kann die Hitzeentwicklung für jeden einzelnen Kern ausgelesen werden, auch die dort genannte Temperatur für den ganzen Prozessor - das Package - sollte man im Auge behalten.

Laut Datenblatt darf der 5960X an der Oberfläche (TCase) höchstens 66,8 Grad Celsius warm werden, aber das ist ebenso wie die Turbo-Takte sehr vorsichtig gewählt. Unsere CPU lief auch über Stunden bei Temperaturen um 80 Grad stabil, was aber nur eine gute Wasserkühlung oder ein extrem lauter Luftkühler garantieren kann. Von Herstellern übertakteter PC-Komplettsysteme werden diese 80 Grad auch als Richtwert genannt.

  • 30 Prozent mehr Rechenleistung sind machbar. (64 GByte RAM, Radeon 6450, 1000-Watt-Netzteil)
  • Ohne C1E auch ohne Last mehr Energie. (64 GByte RAM, Radeon 6450, 1000-Watt-Netzteil)
  • Die Leistungsaufnahme verdoppelt sich. (64 GByte RAM, Radeon 6450, 1000-Watt-Netzteil)
  • Die Nepton 280L kühlt auch bei über 4 GHz einen 5960X. (Bild: Cooler Master)
  • 4,5 GHz sind recht einfach machbar. (Screenshot: Golem.de)
  • 1,35 Volt reichen, zuvor waren instabile 1,36 Volt eingestellt. (Screenshot: Golem.de)
  • 8 Module mit je 8 GByte ergeben 64 GByte. (Foto: Nico Ernst)
1,35 Volt reichen, zuvor waren instabile 1,36 Volt eingestellt. (Screenshot: Golem.de)

Da die Spannung im direkten Verhältnis zur Leistungsaufnahme und damit zur Wärmeentwicklung steht, sollte sie nur langsam erhöht werden. Ausgehend von 1,30 Volt sind Schritte von 0,05 Volt empfehlenswert. Bei jeder Veränderung sollte ein Stresstest durchgeführt werden, bewährt haben sich mehrere Durchläufe des Cinebench R15. Das geht schnell, und das Programm lastet alle Kerne aus. Wenn schon Cinebench nicht absturzfrei läuft, tun das in Regel auch nicht andere Programme.

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Unser 5960X erreichte 4,5 GHz erst bei einer Spannung von 1,35 Volt, was laut den Daten von Mainboardherstellern schon im oberen Bereich dessen liegt, was man einem solchen Haswell-E mit Wasserkühlung zumuten sollte. Auf ausführliche Experimente mit einem höheren Base-Clock haben wir verzichtet, weil das System schon bei 102 MHz - und damit nur 2 Prozent mehr Takt - nicht mehr zuverlässig lief. Overclocking-Profis erreichen ihre Rekorde meist nur durch Manipulation dieses Werts, dabei können jedoch alle anderen Komponenten wie PCIe-Steckkarten und sogar Massenspeicher in Mitleidenschaft gezogen werden. Es gibt zwar neue Frequenzteiler (Straps), die diese Effekte mildern können, für eine Workstation raten wir aber von erhöhtem Base-Clock ab.

Bei 4,6 GHz und sonst unveränderten Einstellungen wollte unser Testsystem zwar manchmal noch booten, ebenso wie beim Starten von beliebigen Programmen gab es dabei aber schon Bluescreens. Für einen 12 Stunden dauernden Stresstest mit einem echten Projekt in Cinema 4D - nicht nur dem Cinebench - haben wir den Takt auf 4,4 GHz gesenkt, diesen absolvierte der Rechner ohne Absturz. Es ist ratsam, die maximal erreichbare Frequenz um eine Multiplikatorstufe abzusenken, um ein dauerhaft zuverlässiges System zu erhalten.

Für all diese Einstellungen haben wir die tiefen Schlafzustände der CPU, insbesondere den Modus C1E, abgeschaltet. Das führt auch ohne Last zu einer höheren Leistungsaufnahme.

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 Nur drei Einstellungen für 4,5 GHzVerdoppelte Leistungsaufnahme 
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Anonymer Nutzer 12. Nov 2014

Also mein i5 760 läuft mit 3.66GHz statt mit 2.8 seit 4 Jahren ohne spezielle Kühlung...

Ach 06. Nov 2014

Wer hätte das gedacht, dass der OC Sport mal nicht mehr durch die mögliche Taktrate...

Ach 05. Nov 2014

Für Gamer den 4790, für 3D Artisten den 5820.

HubertHans 04. Nov 2014

ECC gibt's nur beim Xeon. Punkt! Die CPU hats uebrigends auch drin. ist halt nicht...



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