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Die US-Marine im Rechtsstreit mit einem deutschen Softwarehaus
Die US-Marine im Rechtsstreit mit einem deutschen Softwarehaus (Bild: Eduardo Munoz Alvarez/Getty Images)

Copyright: Klage gegen US-Marine wegen 558.466-mal Softwarepiraterie

Die US-Marine im Rechtsstreit mit einem deutschen Softwarehaus
Die US-Marine im Rechtsstreit mit einem deutschen Softwarehaus (Bild: Eduardo Munoz Alvarez/Getty Images)

Ein deutsches Software-Unternehmen fordert fast 600 Millionen US-Dollar von der US-Marine, weil diese angeblich Testversionen einer Software hunderttausende Male installiert hat, ohne für Lizenzen zu bezahlen. Die US-Marine will sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Bei dem betroffenen Programm handelt es sich um "BS Contact Geo" der Firma Bitmanagement Software GmbH, mit dem sich laut Herstellerangaben neben der Visualisierung digitaler Inhalte aus Geoinformationssystemen auch Überflugsanimationen und Stadtmodelle für die Städteplanung erstellen lassen. Wie The Register berichtet, hat Bitmanagement daher nun vor einem US-Bundesgericht Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen die amerikanische Regierung eingereicht.

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Verantwortlich für die Urheberrechtsverletzung sei das Naval Facilities Engineering Command (NAVFAC) in Washington. Die Abteilung ist für den Aufbau und die Instandhaltung aller Schiffe, Geräte und anderer Einrichtungen der Marine verantwortlich und bereitet mit ihren Dienstleistungen auch marine Auslandseinsätze vor.

Angeblich nur Vertrag über 38 Testlizenzen

In der von der US-Anwaltskanzlei Wilmer Hale verfassten Klageschrift wirft Bitmanagement der US-Marine vor, 38 zu Testzwecken bereitgestellte Kopien des Programms widerrechtlich vervielfältigt und auf mindestens 558.466 Computern installiert zu haben. Weil jede der Softwarekopien von BS Contact Geo einen Wert von 800 Euro habe, fordert das deutsche Unternehmen nun die Zahlung von fast 600 Millionen US-Dollar. Zu keinem Zeitpunkt habe die US-Marine nämlich die Lizenzen für so viele Kopien erworben.

Schlimmer noch: Die Amerikaner hätten zudem ab 2014 entgegen den Bedingungen der gültigen Testlizenzen eine Trackingfunktion der Software deaktiviert. Diese in der Klageschrift "Flexwrap" genannte Funktion habe es Bitmanagement bis dahin ermöglicht, die Zahl der Installationen zu überwachen.

Verhandlungen über großen Rollout erfolglos

Das deutsche Software-Unternehmen mit Sitz im idyllischen Berg am Starnberger See zeigte sich besonders überrascht, weil es nach eigenen Angaben bereits seit 2011 mit der US-Marine in Verhandlungen über einen groß angelegten Rollout der Software stand.

Immer wieder seien den Deutschen dabei Hoffnungen auf einen erfolgreichen Vertragsabschluss gemacht worden. So zitiert die Klageschrift aus einer E-Mail eines US-Marine-Mitarbeiters an Bitmanagement: "Sieht so aus, als gäbe es eine großartige Gelegenheit, in der Zukunft die Zahl der BC-Contact-Geo-Lizenzen zu erhöhen. ;)."

Alle Versuche von Bitmanagement, das Problem kooperativ mit der US-Marine zu lösen, seien nach Angaben des Unternehmens gescheitert. Das Office for Naval Research, das die US-Marine in Sachen Marken und Patente rechtlich berät, bestätigte den Eingang der Klage. Ein Sprecher wollte sich zum Inhalt aber nicht äußern. "Laut US-Gesetz können wir uns nicht zu laufenden Rechtsstreitigkeiten äußern", sagte er Golem.de.


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RedShirt 26. Jul 2016

Und ich dachte Jurys kommen nur im Strafrecht vor. Jetzt kenne ich mich natürlich nicht...

Niaxa 26. Jul 2016

Wenn das so wäre, würde dies nur das Deutsche Militär betreffen, da unsere Gesetze eben...

the_wayne 25. Jul 2016

Also mal abgesehen davon, dass die Zahl von über 500T Lizenzen wahrscheinlich...

prince.nic... 25. Jul 2016

Bitte berichtet über den Ausgang dieser Klage. Es ist nicht das erste mal, dass die VS...

bofhl 25. Jul 2016

Aber nicht in Militär-tauglicher Software! Und um solche dürfte es sich gehandelt haben...



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