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Copyleft-Lizenzen: Fontana arbeitet an GPLv3-Nachfolger

Der Mitautor der GPLv3 arbeitet an einer nächsten Version. Sie soll kompatibel zu allen bisherigen GPL-Lizenzen, leichter zu verstehen und kürzer sein.
/ Jörg Thoma
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Richard Fontana will die GPLv3 verbessern. (Bild: FSF)
Richard Fontana will die GPLv3 verbessern. Bild: FSF

Richard Fontana arbeitet an einer Aktualisierung der GNU Generel Public License. Sie soll das Copyleft-Prinzip stärker als bisher umsetzen und klarer formuliert sein. Simon Phipps von der OSI unterstützt das noch inoffizielle Projekt. Die GPLv3 steckte voller Kompromisse. Unter dem Namen Copyleft.next(öffnet im neuen Fenster) hat Fontana sein Projekt auf Gitorious bereitgestellt.

Fontana war einer der Hauptautoren des Lizenztextes der GPLv3. Der Nachfolger soll zunächst deutlich kürzer ausfallen. Der Text soll eine Zeile "kürzer als die Apache-Lizenz 2.0 werden." Deshalb habe er zunächst die Präambel entfernt, die eine eher philosophische Abhandlung über Copyleft und freie Software enthält.

Textkürzungen

Außerdem fiel der letzte Absatz weg, der eine Anleitung zur Anwendung enthält. Die neue Fassung soll auch für Nicht-Juristen verständlicher werden, schreibt Fontana in seinen Zielsetzungen(öffnet im neuen Fenster), die die Ziele des Projekts beschreiben. Er will auch erörtern, wie die Grundsätze von Copyleft noch stärker umgesetzt werden können.

Vor allem das Inbound-Outbound-Prinzip – einer der wichtigsten Grundsätze der GPL – soll in der Lizenz nochmals umformuliert werden. Dabei spielt sogenannte proprietäre Relizenzierung des eigenen Codes eine Rolle. Sie soll künftig stärker unterbunden werden. Wird Code relizenziert, gelten Teile der GPL nicht mehr dafür.

GPLv3 ist ein Kompromiss

Phipps nennt die GPLv3 ein Kompromisswerk. Radikalere FOSS-Befürworter hätten sich eine Klausel gewünscht, die auch für Software gilt, die als Dienst im Netzwerk zur Verfügung gestellt wird, so wie sie in der Affero General Public License (AGPL) ebenfalls von Fontana formuliert wurde. Im Gegenzug wurden die Präambel und die Anleitung trotz Bedenken von Juristen und Unternehmern beibehalten. Sie würden den Text unverständlich machen, so die Kritiker.

Auch Bradley Kuhn befürwortet(öffnet im neuen Fenster) eine Verschmelzung von AGPL und GPL. Er kritisierte zugleich, dass Fontana sein Projekt zunächst auf Github untergebracht hatte, denn der Dienst beruhe zwar auf der freien Software Git, sei aber selbst nicht frei. Daraufhin wechselte Fontana sein Projekt zu Gitorious. Ebenso wie Phipps äußert er Bedenken, warum Fontana zunächst auf eigene Faust gehandelt habe. Er sei gerne bereit, an dem Projekt mitzuarbeiten.

Fontana, der als Jurist bei Red Hat arbeitet, betont, dass Copyleft.next gegenwärtig sein eigenes Projekt sei. Weder sein Arbeitgeber noch die Free Software Foundation oder das OSI seien an dem Projekt beteiligt. Ob und wann sein umgestalteter Lizenztext abgesegnet und zum Einsatz kommen wird, ist noch völlig unklar. Copyleft.next wolle er aber nicht als Fork verstanden wissen(öffnet im neuen Fenster).


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