Abo
  • IT-Karriere:

Copernicus-Projekt: Neuer Umweltsatellit der Esa erfolgreich gestartet

In fünf Tagen einmal die ganze Erde erfassen - das ist die Aufgabe der Sentinel-2-Satelliten. Die Esa will damit der Landwirtschaft und bei Naturkatastrophen helfen. Und ihre Social-Media-Kompetenz beweisen.

Artikel veröffentlicht am ,
Abtrennung des Sentinel-2B (künstlerische Darstellung): alle fünf Tage die gesamte Erde abgelichtet
Abtrennung des Sentinel-2B (künstlerische Darstellung): alle fünf Tage die gesamte Erde abgelichtet (Bild: Jacky Huart/Esa)

Hashtag #Sentinel2Go: In der Nacht zum Dienstag ist der neue Erdbeobachtungssatellit Sentinel-2B gestartet. Er ist nicht nur Teil des Satellitenprojekts Copernicus, das Bilder von Landmassen, Inseln und Küstengebieten liefern soll, sondern auch Teil einer neuen Strategie in der Öffentlichkeitsarbeit der Esa. Zum Start in der Nacht zum Dienstag hatte die europäische Raumfahrtagentur erstmals rund 100 Blogger, Vlogger, Podcaster und andere Vertreter der sozialen Medien geladen. Dazu kamen vergleichsweise wenige Pressevertreter, die den Start im Kontrollzentrum in Darmstadt nachts um 2:50 Uhr mitbeobachteten.

Stellenmarkt
  1. Badenoch + Clark, München
  2. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen

Die Satelliten der Sentinel-2-Reihe sind Erdbeobachtungssatelliten. Zusammen mit Sentinel-2A werden die Satelliten in der Lage sein, die gesamte Erde alle fünf Tage in 13 verschiedenen Wellenlängenbereichen zu erfassen. Bei jedem Überflug erfassen die Sensoren der Satelliten einen etwa 300 Kilometer breiten Streifen der Erde, mit einer Auflösung von 10 Metern im visuellen Bereich und 20 Metern im infraroten Bereich. Nach mehreren Orbits wird so die gesamte Erde überdeckt.

Daten für alle

Dabei generiert der Satellit etwa 2 TByte Daten pro Tag, die sind frei von der Esa erhältlich. Sie können in jeder Form verwendet werden, auch zu kommerziellen Zwecken - egal, ob Bauern einen Überblick über den Zustand der Pflanzen auf ihren Feldern haben wollen oder nach einer Naturkatastrophe das Ausmaß der Schäden abgeschätzt werden soll.

Die Satelliten sollen vor allem die Vegetation an Land vermessen. Das Chlorophyll in Pflanzen reflektiert je nach Pflanze und Aktivität der Photosynthese das Licht verschiedener Wellenlängen unterschiedlich stark. Aus den Vermessungsdaten lässt sich so nicht nur mit einiger Sicherheit bestimmen, welche Pflanzen auf einem bestimmten Feld wachsen, sondern auch, ob sie sich in einem guten Zustand befinden. Mit den Daten kann nicht nur zwischen Pflanzenarten auf Feldern unterschieden, sondern auch Pflanzenschäden entdeckt werden.

Welche Subventionen bekommt ein Landwirt?

Wegen der schnellen Reaktionszeit können die Sentinel-2-Satelliten gerade nach Naturkatastrophen zu einer schnellen Einschätzung der Lage genutzt werden. Es lassen sich aber auch wirtschaftliche Prognosen erarbeiten, wie zum Beispiel festzustellen, welche Höhe die Subventionen für die Landwirtschaft einer bestimmen Region haben sollen. Genauso dürften die Daten aber auch für Anleger und Spekulanten interessant sein, die mehr über den Ertrag einer anstehenden Ernte wissen wollen. Zukünftig sollen die Satelliten der Sentinel-Reihe ihre Daten noch häufiger zur Erde senden. Die Satelliten Sentinel-2C und -2D sind bereits in Planung, um die Vorgängersatelliten am Ende von deren Betriebszeit zu ersetzen.

Damit der 1.140 kg schwere Sentinel-2B die gesamte Erdoberfläche beobachten kann, wurde er von einer Vega-Trägerrakete in einen 768 km hohen, sonnensynchronen Orbit (SSO) gebracht. Für solche Missionen wurde die Vega-Rakete ursprünglich entwickelt. Ein Satellit auf einem SSO passiert jeden Punkt der Erde bei immer gleichbleibendem Sonnenstand. So können bei jedem Überflug vergleichbare Daten gewonnen werden.

Die Esa vermeidet Weltraumschrott

Die Esa achtete bei dem Start des Satelliten auch darauf, möglichst wenig zum wachsenden Problem des Weltraumschrotts beizutragen. So besteht die Vega-Rakete aus vier Stufen, von denen nur die vierte Stufe (Avum) tatsächlich den Erdorbit erreicht. Dabei wurde die vierte Stufe nach Abtrennung des Satelliten durch weitere Schubimpulse in einen niedrigeren Erdorbit gebracht. Ähnliches gilt auch für den Satelliten selbst. Er hat genug Treibstoff an Bord, um den tiefsten Punkt seiner Flugbahn im Anschluss an die geplante Missionszeit von sieben Jahren so weit abzusenken, dass die Reibung der Restatmosphäre allein dafür sorgt, dass der Satellit abgebremst wird und nach 25 Jahren beim Wiedereintritt verglüht.

Das Social-Media-Event zum Start des neuen Sentinel-2-Satelliten sieht die Esa als eine Art Generalprobe für weitere Veranstaltungen dieser Art: Der neue Generaldirektor Jan Wörner strebt eine stärkere Öffnung der Raumfahrtagentur an. Und tatsächlich sind Teilnehmer und Veranstalter bis hin zu den Putzkräften in den frühen Morgenstunden mit dem Ergebnis zufrieden. Da macht es auch nichts, dass die Öffnung der Solarpanels etwas länger als geplant dauerte.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Avengers - Infintiy War, Game of Thrones)
  2. (aktuell u. a. Dell PowerEdge T30 Minitower-Server 439,00€, Enermax Gehäuselüfter 2er Pack 29...
  3. ab 152,00€
  4. 59,99€

Kleba 07. Mär 2017

Ich finde vor allem gut, dass die Daten jedem frei zur Verfügung stehen. Somit gibt es...


Folgen Sie uns
       


iPad Mini (2019) - Fazit

Nach vier Jahren hat Apple ein neues iPad Mini vorgestellt. Das neue Modell hat wieder einen 7,9 Zoll großen Bildschirm und unterstützt dieses Mal auch den Apple Pencil.

iPad Mini (2019) - Fazit Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck

  1. Urheberrecht Axel-Springer-Verlag klagt erneut gegen Adblocker
  2. Whitelisting erlaubt Kartellamt hält Adblocker-Nutzung für "nachvollziehbar"
  3. Firefox Klar Mozilla testet offenbar Adblocker

Urheberrechtsreform: Was das Internet nicht vergessen sollte
Urheberrechtsreform
Was das Internet nicht vergessen sollte

Die Reform des europäischen Urheberrechts ist eine Niederlage für viele Netzaktivisten. Zwar sind die Folgen der Richtlinie derzeit kaum absehbar. Doch es sollten die richtigen Lehren aus der jahrelangen Debatte mit den Internetgegnern gezogen werden.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media will Milliarden von Google
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
Passwort-Richtlinien
Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
Von Hanno Böck

  1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
  2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
  3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

    •  /