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Copernicus-Klimadaten: Westeuropa erfasst historischen Temperaturrekord im Sommer

Der EU-Klimadienst Copernicus misst im Juni und Juli historische Höchstwerte in Westeuropa. Auch die Meere erreichen neue Rekorde.
/ Nils Matthiesen
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EU Klimadienst misst neue Rekordtemperaturen. (Symbolbild) (Bild: Francesco Ungaro / Pexels)
EU Klimadienst misst neue Rekordtemperaturen. (Symbolbild) Bild: Francesco Ungaro / Pexels

In Westeuropa haben die Monate Juni und Juli die bisher höchsten gemessenen Temperaturen seit Aufzeichnungsbeginn erreicht. Nach Angaben des EU-Beobachtungsprogramms Copernicus lag die Durchschnittstemperatur in diesen beiden Sommermonaten bei 21,62 Grad Celsius, berichtet unter anderem der Spiegel(öffnet im neuen Fenster). Damit übertrifft dieser Wert den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2022.

Laut Copernicus spiegelt das Ergebnis eine außergewöhnlich anhaltende Hitze wider. Das Datenmaterial zeigt jedoch ein deutliches Gefälle von West- nach Osteuropa sowie nach Skandinavien, wo wesentlich kühlere Bedingungen herrschten. In Deutschland registrierten die Messstationen im Südwesten erheblich höhere Werte als im Nordosten.

Für Gesamteuropa ordnet Copernicus den Juli mit einer Mitteltemperatur von 20,49 Grad Celsius als elftwärmsten Juli ein. Europa erwärmt sich weltweit am schnellsten. Hitzewellen, Trockenheit und Waldbrände prägten die ersten beiden Sommermonate. Frankreich und Spanien meldeten die schlimmsten Waldbrände seit Langem.

Auswirkungen auf Gewässer und Böden

Die Pegelstände bedeutender Flüsse wie Rhein, Donau und Seine fielen ungewöhnlich niedrig aus. Dies führte in mehreren Staaten zu Einschränkungen im Schiffsverkehr, bei der Landwirtschaftsbewässerung sowie der Stromerzeugung. Im Vergleich zu Durchschnittswerten fiel der Juli in Teilen der Iberischen Halbinsel, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens zu trocken aus. Die Feuchtigkeit der Bodenoberfläche lag in Westeuropa spürbar unter dem Niveau des Dürrejahres 2022.

Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, erklärt, dass ausgetrocknete Böden ihre natürliche Kühlfunktion verlieren. Dadurch baut sich die Hitze weiter auf. Dürre und Hitze verstärken sich gegenseitig als Folge des Klimawandels.

Rekordwerte der Wassertemperaturen

Auch die Meeresoberflächen außerhalb der Polarregionen erwärmten sich im Juli auf einen neuen Höchstwert von 20,96 Grad Celsius. Der bisherige Rekord aus dem Juli 2023 lag bei 20,89 Grad Celsius. Copernicus führt die hohen Werte im äquatornahen Pazifik auf den Beginn des Klimaphänomens El Niño zurück. An der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer traten maritime Hitzewellen auf. Die Auswertungen von Copernicus basieren auf rechnergestützten Analysen von Milliarden Messdaten globaler Satelliten, Schiffe, Flugzeuge und Wetterstationen.


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