Coolpad Torino S: Lollipop-Smartphone mit Fingerabdrucksensor für 200 Euro

Fingerabdrucksensoren sind in Smartphones für unter 300 Euro noch die absolute Ausnahme. Coolpad will mit dem Torino S diese Preismarke deutlich unterschreiten. Trotz einer größtenteils guten Ausstattung muss der Käufer aber nicht nur bei der Prozessor- und Akkuleistung einige Abstriche in Kauf nehmen. Für den vergleichsweise günstigen Preis von 200 Euro ist eben kein Smartphone mit Oberklassetechnik zu haben.

Wer sich nicht mit allzu großen Displaygrößen anfreunden kann, wird sich freuen, dass das Torino S einen 4,7 Zoll großen Touchscreen besitzt. Die Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln ist bei der Displaygröße akzeptabel, Full-HD-Displays leisten hier aber natürlich deutlich mehr. Der erste Eindruck des Displays war gut.
Guter Fingerabdrucksensor
Das Torino S besitzt einen Fingerabdrucksensor, der auch mit feuchten Fingern noch funktionieren soll. Beim ersten Ausprobieren reagierte der Sensor zügig und zuverlässig. Coolpad hat sich einiges einfallen lassen, um den Sensor produktiver nutzen zu können. Für bis zu fünf Finger kann der Nutzer verschiedene Funktionen oder Apps zuweisen, um etwa mit dem Zeigefinger einen zuvor festgelegten Kontakt anzurufen oder mit dem Ringfinger seine Lieblings-App aufzurufen. Ein anderer Finger kann zum Beenden eines Telefonats und ein weiterer für das Aufnehmen eines Fotos bestimmt werden. Natürlich ist auch das Entsperren des Bildschirms darüber möglich.



















Das Smartphone läuft mit Qualcomms Quad-Core-Prozessor Snapdragon 410, der mit einer Taktrate von 1,2 GHz arbeitet. Dieser Prozessor ist für ein Mittelklassegerät durchaus üblich, hier bieten die echten Oberklasse-Smartphones deutlich mehr Leistungsreserven.
Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GByte für diese Preisklasse ganz ordentlich und auch die 16 GByte Flash-Speicher sind angemessen. Allerdings ist der Steckplatz für Micro-SD-Karten nicht immer nutzbar. Denn Coolpad verwendet einen Kombisteckplatz, der auch für eine zweite SIM-Karte verwendet wird. Wer also Dual-SIM-Fähigkeit möchte, muss auf die Speicherkarte verzichten. Und dann können 16 GByte Flash-Speicher bald knapp werden.
Für Foto- und Videoaufnahmen gibt es im Torino S eine 8-Megapixel-Kamera mit einer Anfangsblendenöffnung von f/2.2 sowie ein LED-Licht. Auf der Displayseite ist eine 5-Megapixel-Kamera untergebracht. Das Smartphone besitzt einen Infrarotsender, mit dem sich Geräte aus der Sparte Unterhaltungselektronik mit einer passenden App aus der Ferne steuern lassen. Der Lithium-Ionen-Akku fällt mit 1.800 mAh etwas schwach aus, an der Stelle macht sich der geringe Preis besonders bemerkbar.
Coolpads Porto S kommt für 130 Euro
Coolpad möchte aber auch im Markt für Einsteigergeräte neue Maßstäbe setzen, hat es hier aber nochmal deutlich schwerer. Das 5-Zoll-Gerät bietet ebenfalls eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, so dass sich die Pixeldichte entsprechend verringert. Mit einer Technik namens Miravision will Coolpad das Erscheinungsbild des Displays verbessern.



















Das Porto S verwendet Mediateks Quad-Core-Prozessor MT6735P mit einer Taktrate von 1 GHz. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 GByte eher knapp bemessen, was vor allem für den Flash-Speicher mit gerade mal 8 GByte zutrifft. Wie auch beim Torino S gibt es einen Steckplatz für Speicherkarten, dann geht jedoch die Dual-SIM-Fähigkeit verloren.
Im Porto S kommt eine 8-Megapixel-Kamera mit einer Anfangsblendenöffnung von f/2.4 zum Einsatz, der ein LED-Blitz zur Seite steht. Für Selbstporträts ist vorne eine 2-Megapixel-Kamera untergebracht. Auch beim Porto S erscheint der Akku mit 2.000 mAh nicht gerade üppig.
Smartphones erscheinen mit Android 5.1
Beide Smartphones werden mit Android 5.1 alias Lollipop ausgeliefert. Darauf läuft eine eigene Oberfläche namens CoolUI in der Version 8.0. Coolpad verspricht, zügig aktuelle Android-Versionen bereitzustellen. Für die beiden Neuvorstellungen ist das schon einmal nicht gelungen, denn sie könnten eigentlich schon mit Android 6.0 alias Marshmallow ausgeliefert werden. Bislang hat Coolpad auch keinen Termin genannt, wann ein Update auf die aktuelle Android-Version nachgereicht wird.
Beide Smartphones decken LTE ab, sind mit Single Band-WLAN nach 802.11n, GPS-Empfänger und UKW-Radio ausgestattet. Das Einsteigermodell hat Bluetooth 4.0, beim Torino S ist es Bluetooth 4.1.
Verkaufsstart im Februar
Coolpad(öffnet im neuen Fenster) will beide Smartphones im Februar 2016 auf den Markt bringen. Das Torino S soll es für 200 Euro geben. Für diesen Preis bietet es eine gute Ausstattung, zumal die Auswahl an preisgünstigen 4,7-Zoll-Smartphones überschaubar ist. Das Porto S wird für 130 Euro abgegeben. Dafür gibt es aber auch die vergleichbaren Smartphones Y6 von Huawei oder das G4c von LG , so dass es Coolpad hier nicht leicht hat, allein durch den Preis Kunden zu gewinnen.