Cool White: Weiß angestrichene Dächer kühlen Gebäude effektiv

Ein deutsches Projekt in Ruanda zeigt, dass ein spezieller weißer Anstrich, die Temperaturen in Gebäuden drastisch reduzieren kann.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Das deutsche Malerteam zusammen mit ruandischen Schülern bei der Arbeit
Das deutsche Malerteam zusammen mit ruandischen Schülern bei der Arbeit (Bild: Anna Herzog)

Kühlsysteme sind weltweit für fast zwanzig Prozent des Stromverbrauchs und zehn Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Da durch den Klimawandel noch wärmer wird, wird die Tendenz weiter steigen. Eine Alternative wären klimaschonende Maßnahmen zur Kühlung von Gebäuden. Ein Projekt in Ruanda weist den deutlichen Kühlungseffekt von weißen Dächern nach.

Das Kooperationsprojekt wurde im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an die Business Scouts for Development der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) übergeben. Sie sollten herausfinden, ob weiß gestrichene Dächer Hitze effektiv nach oben reflektieren können.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beauftragte einen Malermeister, die Dächer von Schul- und Firmengebäuden in Ruanda mit drei unterschiedlich formulierten Farben jeweils weiß zu beschichten. Laut einer Pressemitteilung wurden die verwendeten Farben alle in Ruanda hergestellt.

Kühlung in Gebäuden funktioniert

Die quantitative Untersuchung zum Kühlungseffekt dieser weißen Farben wurde von einem Forschungsteam der PTB durchgeführt. Es zeichnete die Temperatur- und Feuchtedaten über einen längeren Zeitraum -  einschließlich verschiedener Jahreszeiten und längerer Regenzeiten – sowohl vor als auch nach dem Streichen auf.

Im Zeitraum von Januar 2023 bis heute zeichnet sich ein deutlicher Temperaturabfall in den Gebäuden ab. In einem Fabrikgebäude verringerten sich die Temperaturen tagsüber im Innenraum 2,3 Grad Celsius. Unter dem Dach waren es im Mittel 9,2 Grad Celsius.

"Passive radiativ kühlende Materialien ermöglichen es im Idealfall, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ohne zusätzliche Klimatisierung, Temperaturen unterhalb der Umgebungstemperatur zu erreichen", erklärt der PTB-Wissenschaftler Albert Adibekyan. "Sie verdanken dies ihren optischen Eigenschaften, die Sonnenstrahlung sehr effektiv zu reflektieren und gleichzeitig Wärme durch das Infrarot-Transparenzfenster der Erdatmosphäre abzuleiten."

Am 7. August 2023 lagen die Temperaturen unter einem nicht gestrichenen Schuldach bei 50,2 Grad Celsius, wogegen sie unter dem gestrichenen Schuldach lediglich bei 29,7 Grad Celsius lagen. In dem Cool-White-Projekt soll im nächsten Schritt die Entwicklung eines Ausbildungsprogramms für Fachkräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern vorangetrieben werden.

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-Olga- 27. Feb 2024 / Themenstart

Wie sieht / sah es da bzgl. Asbest aus?

trust 26. Feb 2024 / Themenstart

Beim Auto spielt die Farbe keine Rolle. Wenn das Metall den perfekten Lack bekommt, heizt...

trust 26. Feb 2024 / Themenstart

Wir haben ein klassisch Deutsches Rollo. Also außen, macht komplett dunkel und ist der...

Steve123 25. Feb 2024 / Themenstart

Sehen sie sich bitte die neuesten Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung an. So um 2085...

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