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Consumer Electronics Show: Die Konzept-Messe

Mehr als in den Jahren zuvor haben große Hersteller auf der diesjährigen CES Konzepte vorgestellt. Die gezeigten Projekte sind mal mehr, mal weniger einfallsreich, die Realisierungschancen ungewiss - insgesamt sind sie aber ein gutes Zeichen.

Eine Analyse von und Martin Wolf veröffentlicht am
Sonys Vision-S - eine der Überraschungen der CES 2020
Sonys Vision-S - eine der Überraschungen der CES 2020 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Eines der unerwarteten Highlights der CES 2020 kam von Sony: Nachdem das japanische Unternehmen auf seiner Pressekonferenz unter anderem das recht uninspirierte Logo der kommenden Playstation 5 vorgestellt hatte, rollte auf einmal ein Auto auf die Bühne. Sony hat mit dem Vision-S ein eigenes Elektroauto vorgestellt. Jedenfalls fast. Es handelte sich um eine in Kooperation mit Zulieferern entstandene Studie. Der Wagen wird so, wie er auf der Messe zu sehen war, vermutlich niemals in den Handel kommen.

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Damit ist Sony Teil eines Trends der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES): Zahlreiche Hersteller haben Prototypen vorgestellt - sei es, um das Interesse der Öffentlichkeit zu testen, sei es, um für eigene Technologien zu werben, wie im Fall von Sony. Der Vision-S soll zeigen, welche Sensorik- und Kamerasysteme sowie Entertainment-Lösungen der Konzern entwickelt hat.

Ein anderes Konzept stammt von Dell. Mit dem Alienware Concept UFO zeigte das Unternehmen ein Windows-Gaming-Handheld. Uns kam das Gerät ziemlich ausgereift vor, ein Eindruck, den mehrere Kollegen vor Ort teilen: Die Qualität ist hochwertig, das Spielerlebnis sehr gut.

Neue Notebooks mit faltbaren Displays

Auch im Notebook-/Tablet-Bereich gibt es auf dieser CES einen Vorgeschmack auf die Zukunft: Dell hat mit Concept Duet und Concept Ori zwei Prototypen vorgestellt, die auf spezielle Bildschirmkonfigurationen setzen. Duet kommt mit zwei Bildschirmen, das Ori mit einem faltbaren Display. Das ermöglicht flexible Einsatzszenarien, wie auch bei Lenovos Thinkpad X1 Fold, das im Sommer veröffentlicht werden soll.

Der Smartphone-Hersteller Oneplus präsentierte mit dem Concept One ein etwas merkwürdiges Konzeptgerät: Es handelt sich im Grunde nur um ein mit Leder versehenes Oneplus 7T Pro, bei dem der Hersteller eine Kamera mit einer speziellen Glasabdeckung eingebaut hat. Diese kann verdunkelt werden, was dazu führt, dass Nutzer die Objektive nicht mehr sehen. Die Technik ist zweifellos beeindruckend - dass das aber wirklich nützlich ist, halten wir für unwahrscheinlich.

Ohne Zweifel beliebt ist bei den Messebesuchern Razers Eracing Simulator, mit dem sich Rennspiele realistisch spielen lassen. Der Rennstuhl steht auf einer Bodenplatte mit Motoren und wird während der Fahrt bewegt, was zusammen mit einer 128-Zoll-Leinwand, einem Lenkrad und Pedalen zu einer realistischen Immersion führt.

Für Presse und Fachbesucher sind derartige Konzepte eine interessante Sache, die Bewertung der Realisierungsaussichten derartiger Prototypen ist allerdings schwierig. Die internen Prozesse werden in der Regel nicht verraten - trotz eines guten Prototypen kann ein Unternehmen durch Marktanalysen beispielsweise zu der Ansicht kommen, dass sich eine Einführung nicht lohnt. Manch kleinere Unternehmen könnten auch mehr an der Publicity interessiert sein als an der langfristigen Realisierung eines Projektes.

Bei den von uns aufgeführten Geräten haben wir so unsere Vermutungen, was die Motive der Hersteller angeht. Sony dürfte mit dem Vision-S zeigen wollen, was das Unternehmen im Sensorik-Bereich kann und die Partnersuche für den Absatz dieser Technologien ankurbeln.

Dell will vermutlich mit dem Alienware Concept UFO vorfühlen, wie gut das Gerät bei den Journalisten und den Vertretern der Industrie ankommt, um einschätzen zu können, ob sich eine Markteinführung lohnt. Das Produkt scheint fertig zu sein. Beim Concept Duet und Concept Ori dürfte Dell eine ähnliche Strategie verfolgen.

Bei Oneplus sind wir uns unschlüssig, was der Hersteller vorhat. Eine verschwindende Kamera halten wir schlichtweg für keine besonders praktische oder notwendige Funktion, die ein ganzes Konzeptgerät rechtfertigt. Denkbar ist aber, dass Oneplus die Technik in eines seiner kommenden Smartphones einbaut.

Bei Razers Eracing Simulator sind wir uns relativ sicher, dass das Gerät bei E-Sportlern seinen Anklang finden wird. Der Hersteller ist in der Szene vernetzt und hat die Marktmacht, das Gerät beispielsweise für Turniere zu vermarkten.

Abgesehen von der Frage, welche der Konzepte letztlich wirklich und in welcher Form auf den Markt kommen werden, zeigt die CES 2020 auf jeden Fall, dass die Hersteller bereit sind, ungewöhnliche Produkte zu entwickeln - und dem Publikum einen Einblick in die normalerweise hinter verschlossenen Türen gezeigte Entwicklung zu geben. Angesichts der Ideen-Stagnation, besonders im Notebook- und Smartphone-Bereich, sind das gute Nachrichten. Auch wenn nicht alle Entwürfe zu Produkten werden, dürften sie doch die Entwicklung weiterer neuartiger Geräte fördern. Wozu das führt, werden wir hoffentlich auf der CES 2021 sehen - neben einigen neuen Konzeptstudien.

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luzipha 11. Jan 2020

Du hast das Konzept hinter den Konzepten nicht so richtig verstanden, oder? Viele gute...


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