Consumer Reports: Verbraucherschützer halten Teslas Model X für unzuverlässig

Falkentüren, Fensterheber, Klimaanlage oder Infotainmentsystem: Käufer klagten über diverse Probleme bei Teslas Elektroauto Model X(öffnet im neuen Fenster) . Das hat dem Auto im Car Reliability Survey(öffnet im neuen Fenster) der US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports(öffnet im neuen Fenster) eine schlechte Bewertung eingebracht.

Das Auto sei "eher protzig als praktisch" , schreiben die Tester(öffnet im neuen Fenster) . Das Auto sei wie das Model S zwar einfach zu bedienen. Der Fahrkomfort und die Geräuschisolierung seien jedoch schlechter. Wegen der diversen Schwierigkeiten stuft Consumer Reports die Zuverlässigkeit des Model X im ersten Jahr als "deutlich unter Durchschnitt" ein.
Die Falkentüren sorgten für Probleme
Vor allem die komplexen Flügeltüren, die Tesla Falkentüren nennt, haben Probleme verursacht . Die Türen gleiten nach oben und falten sich dabei zusammen, was den Radius der Flügeltüren verringert. Allerdings funktioniert das nicht immer so, wie es soll. Tesla-Chef Elon Musk hatte schon bei Vorstellung des Autos im September 2015 gesagt, er wünschte, sie hätten nicht so viel komplexe Technik in dem Auto verbaut.
Anders das Model S, dessen Zuverlässigkeit die Verbraucherschützer im vergangenen Jahr kritisiert hatten: Die Zuverlässigkeit habe sich verbessert, weshalb das Elektroauto als empfohlenes Auto eingestuft werde. Das rettet Tesla aber nicht davor, als unzuverlässige Marke eingestuft zu werden.
Experten raten von neuen Modellen ab
Kleiner Trost für Musk: Es geht nicht nur Tesla so. Auch andere neu entwickelte Fahrzeuge zeigten massive Anfangsschwierigkeiten. So wurde der neue Honda Civic wegen seiner Probleme ebenfalls als "deutlich schlechter als der Durchschnitt" eingestuft. Die Verbraucherschützer weisen deshalb Käufer darauf hin, ein oder zwei Jahre zu warten, bevor sie ein neues oder neu gestaltetes Auto kaufen.
Consumer Reports ist zudem "ernsthaft besorgt" über Assistenzsysteme, die einige Hersteller, namentlich Tesla, als semiautonome Technik vermarkten. "Wir glauben, dass die Hersteller klar kommunizieren müssen, was diese Systeme können und was sie nicht können."
Consumer Reports hat in den USA in etwa den Stellenwert wie in Deutschland die Stiftung Warentest. Produkte, die die Verbraucherschützer als schlecht beurteilen, lassen sich anschließend nur schwer verkaufen. Die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Model S im Bericht des vergangenen Jahres verursachten einen Sturz der Tesla-Aktie.