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Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Rinsch selbst erklärte, bei ihm seien Autismus und eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert worden. Mehrere Crewmitglieder äußerten jedoch Sorgen über seinen Umgang mit Medikamenten. Bei Netflix wuchs die Beunruhigung so stark, dass sogar die Bedrohungsmanagement-Einheit des Los Angeles Police Department konsultiert wurde. Eine akute Gefahr wurde nicht festgestellt, doch das Vertrauen in den Produktionsprozess war nachhaltig beschädigt.

Mehr Geld

Im Frühjahr 2020, als die Coronapandemie die USA erreichte, forderte Rinsch zusätzliches Geld von Netflix. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Streamingdienst bereits mehr als 44 Millionen Dollar investiert. Mehrere vereinbarte Produktionstermine waren nicht eingehalten worden, zudem existierten zwei Sets von Drehbüchern: eine kürzere Version für eine einzelne Staffel und eine deutlich längere, die faktisch eine zweite Staffel vorausgesetzt hätte.

Netflix zögerte, entschied sich aber letztlich für einen weiteren Vorschuss in Höhe von 11 Millionen Dollar(öffnet im neuen Fenster). Die Bedingung: Sollte die längere Fassung nicht genehmigt werden, müsse Rinsch mit dem verbleibenden Budget zumindest die ursprünglich vereinbarte erste Staffel fertigstellen.

Stattdessen überwies er den Großteil des Geldes auf sein privates Brokerkonto und tätigte hochriskante Börsengeschäfte. Innerhalb kurzer Zeit verlor er mehrere Millionen Dollar. Anschließend verlagerte er seine Spekulationen auf Kryptowährungen – mit deutlich größerem Erfolg. Investitionen in Dogecoin brachten ihm zeitweise Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe.

Luxusausgaben und endgültiger Abbruch

Parallel dazu begann Rinsch, große Summen auszugeben. Er kaufte mehrere Luxusautos, darunter fünf Rolls-Royce und einen Ferrari, sowie teure Uhren, Möbel und Designerkleidung. In späteren Aussagen erklärte er, es habe sich um Requisiten für die Serie gehandelt. Netflix stellte diese Darstellung infrage.

Im März 2021 zog der Streamingdienst schließlich die Konsequenzen. Die Finanzierung von Conquest wurde eingestellt, das Projekt abgeschrieben. Rinsch erhielt die Möglichkeit, die Serie anderen Studios anzubieten – unter der Bedingung, Netflix die bisherigen Ausgaben zu erstatten. Der Regisseur reagierte mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs und leitete ein vertrauliches Schiedsverfahren ein.

Rinsch forderte mindestens 14 Millionen Dollar, Netflix wies die Forderungen zurück und verwies auf nicht erfüllte Produktionsziele. Die Staatsanwaltschaft begann nach einer Anzeige seitens Netflix' zu ermitteln.

Das Urteil

Mitte Dezember 2025 folgte dann das Urteil(öffnet im neuen Fenster). Carl Rinsch wurde für schuldig befunden, Netflix um 11 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Eine Jury im Southern District of New York verurteilte den 48-Jährigen in sieben Anklagepunkten: jeweils einmal wegen Betrugs mittels elektronischer Kommunikation (wire fraud) und Geldwäsche sowie in fünf Fällen wegen des Umgangs mit illegal erlangtem Vermögen.

Aus Gerichtsunterlagen geht hervor(öffnet im neuen Fenster), dass Rinsch von dem veruntreutem Geld 2,4 Millionen Dollar für einen Ferrari und fünf Rolls-Royce ausgab, 3,3 Millionen Dollar für Möbel und Antiquitäten sowie 387.000 Dollar für eine Schweizer Armbanduhr. Ihm drohten bis zu 90 Jahre Haft.

Die Urteilsverkündung war für den 17. April 2026 angesetzt, erfolgte dann aber am 30. Juni. Rinsch wurde letztlich zu 30 Monaten Haft verurteilt(öffnet im neuen Fenster). Netflix hat die gesamten Ausgaben für das Projekt in Höhe von 55 Millionen Dollar abgeschrieben und bislang kein Geld zurückerhalten.


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