Connect-Festnetztest: Telekom gewinnt, Vodafone schwach, Deutsche Glasfaser besser

Testsieger für das beste Angebot für Internetzugang, Sprachtelefonie und IP-TV ist die Deutsche Telekom mit der Note "sehr gut" und 931 von 1.000 möglichen Punkten. Das ergab der Breitband- und Festnetztest des Magazins Connect vom 5. Juli 2022(öffnet im neuen Fenster) , der zusammen mit dem Messspezialisten Zafaco durchgeführt wurde. Bei Vodafone wird häufig die vermarktete Datenrate nicht geliefert.
Zum sechsten Mal siegte die Telekom bei den bundesweiten Breitband- und Festnetzanbietern. Mit 14,3 Millionen Kunden, die einem Marktanteil von 38,7 Prozent entsprechen, ist die Telekom Festnetz-Marktführer. Beim Verhältnis der tatsächlichen Download-Datenraten zum vertraglich vereinbarten Maximalwert gibt es laut Angaben der Tester Verbesserungspotenzial.
1&1 ist mit rund 4,3 Millionen Kunden und rund 11,7 Prozent Anteil der drittgrößte Anbieter. Der Betreiber erhält die Connect-Bewertung "sehr gut" und 916 Punkte. Telefónica ist mit 6,3 Prozent auf Platz vier unter den überregionalen Anbietern. Kritikpunkte an Connect sind langsame DNS-Auflösungszeiten und Pings, was 910 Punkte und das Connect-Urteil "sehr gut" ergibt.
Bei Vodafone wurden gemietete DSL- und eigene Koaxialverbindungen getestet. 11,1 Millionen Kunden, was einem Marktanteil von 30,2 Prozent entspricht, machen Vodafone zum zweitgrößten Festnetzanbieter in Deutschland. Die Ergebnisse der Telefonie-Messungen sind insgesamt gut, allerdings fallen laut den Testern die ziemlich langen Verbindungsaufbauzeiten auf. Es gibt zudem "recht hohe Fallzahlen, in denen die Upload-Bandbreite besonders an schnellen Kabelanschlüssen unter die vertraglich zugesicherte Datenrate fällt" . Vodafone erhält damit die Note "gut" und 808 Punkte.
Deutsche Glasfaser besser als Telekom
Hannes Rügheimer, verantwortlicher Autor sagte: "Die Deutsche Telekom gewinnt den Connect-Breitband- und Festnetztest 2022 bei den überregionalen Anbietern überraschend deutlich. Auch Vodafone legt in der Punktzahl zu, leidet aber unter Engpässen in den Upload-Disziplinen; der laufende Netzausbau soll die Situation verbessern." Sensationell sei der Sprung des erstmals getesteten Anbieters Deutsche Glasfaser auf Platz eins bei den Regionalanbietern.
Deutsche Glasfaser erreichte die höchste Gesamtpunktzahl. Der Netzbetreiber erreicht rund 0,4 Millionen Kunden, was einen Marktanteil von 1,1 Prozent entspricht. Trotz sehr guten Telefonie-Leistungen fallen allerdings lange Sprachlaufzeiten bei Verbindungen von und zu Mobilfunknetzen auf. Bei den Daten-Tests wird dagegen die volle Punktzahl erreicht. Das Connect-Urteil: "sehr gut", 939 Punkte.
Netcologne hat 0,4 Millionen Kunden, der Marktanteil liegt bei 1,1 Prozent. Der Anbieter liefert Glasfaser- und VDSL-Leitungen vor allem in der Region Köln/Bonn. In der Sprach-Disziplin zeigt Netcologne sehr gute Leistungen mit schnellen Laufzeiten. Bei den Daten-Messungen erreicht der Betreiber 100 Prozent der verfügbaren Punkte. Allerdings zeigt die Analyse Schwächen bei den absolut gemessenen Download-Datenraten.
Wie wurde gemessen?
Der Münchner Anbieter M-net war von 2016 bis 2019 Regionalsieger und gibt eine halbe Million Festnetzkunden sowie einen Marktanteil von 1,4 Prozent an. M-net ist in den Großräumen München, Augsburg, Ulm und Erlangen, vielen weiteren Regionen Bayerns sowie im hessischen Main-Kinzig-Kreis mit Glasfaser- und VDSL-Anschlüsse aktiv. Bei der Datenübertragung erzielt der Anbieter die volle Punktzahl. Das Connect-Urteil lautet "sehr gut", mit 929 Punkten.
167.860 bewertete Einzelmessungen sind die Grundlage für die Punktevergabe beim Internetzugang. Die Messserver wurden entweder von den Anbietern in ihrem eigenen Netz oder von Zafaco bereitgestellt. Maximal 140 Punkte sind beim Crowdsourcing zu vergeben. Für die Analysen waren die öffentlich zugänglichen Ergebnisse der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur die Grundlage.