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Connect Europe: Wie Europas Telco-Konzerne den Digital Networks Act kapern wollen

Ehemals staatliche Telcos fordern schrankenlose Marktmacht. Der Wettbewerb übt scharfe Kritik an der Konservierung der Kupfernetze.
/ Achim Sawall
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Brüssel am 8. Januar 2026: Connect-Europe-Spitze triff EU-Vertreter Roberta Metsola, Teresa Ribera und andere. (Bild: Connect Europe)
Brüssel am 8. Januar 2026: Connect-Europe-Spitze triff EU-Vertreter Roberta Metsola, Teresa Ribera und andere. Bild: Connect Europe

Wer führende europäische KI, Datensouveränität, Drohnenerkennung und gesicherte militärische Kommunikation will, müsse den europäischen Telco-Konzernen längere Frequenzlizenzen, Freiheit bei der Konsolidierung und Kupferabschaltung geben. Das haben die CEOs mehrheitlich ehemals staatlicher Netzbetreiber am 15. September 2026 in einem offenen Brief des Verbands Connect Europe gefordert(öffnet im neuen Fenster). Zu den Unterzeichnern der geforderten Kurskorrektur am Digital Networks Act (DNA) gehören Tim Höttges (Deutsche Telekom), Marc Murtra (Telefónica) oder Christel Heydemann von Orange. Vodafone gehört nicht zu den Unterzeichnern.

"Im Bereich der Technologie-Souveränität hat die Europäische Kommission mit dem Cloud- und KI-Entwicklungsgesetz sowie ihrer jüngsten Verordnung zum Mobilfunk-Satellitenspektrum positive Schritte unternommen, indem sie europäischen Alternativen in der Cloud- und Satellitenkonnektivität Raum gegeben hat. (...) Dieser Ansatz sollte sich auch in einer modernisierten Fusionskontrolle widerspiegeln, die sowohl innerstaatliche als auch grenzüberschreitende Konsolidierungen ermöglicht und uns so hilft, in großem Umfang zu investieren."

Frequenzen unbefristet vergeben

Frequenzlizenzen sollten künftig standardmäßig unbefristet vergeben werden, und nur in Ausnahmefällen mit einer Mindestlaufzeit von 40 Jahren. Einen Termin für eine Kupferabschaltung als eine "regulatorische Anordnung" solle es nicht geben. Konkurrieren sollten die Netze "nicht nur über die Geschwindigkeit, sondern auch über Qualität, Zuverlässigkeit und Service".

VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer nannte die Position von Connect Europe zur Kupferabschaltung Golem auf Anfrage "aus Wettbewerbssicht ein durchsichtiges und rückwärtsgewandtes Spiel zur Absicherung der Marktbeherrschung". Gerade marktmächtige Betreiber wie die Telekom könnten ein erhebliches Eigeninteresse daran haben, ihr bestehendes Netz dort länger am Leben zu halten, wo Wettbewerber bereits in Glasfaser investiert haben.

Ufer betonte: "Genau deshalb braucht die Migration klare, objektive und diskriminierungsfreie Regeln, die Glasfasernetze alternativer Betreiber und die Interessen der großen bundesweiten Zugangsnachfrager und Geschäftskundenanbieter gleichberechtigt berücksichtigen."

Erhalt von Kupfer stärke nicht Europas Wettbewerbsfähigkeit

Der DNA setze hier laut Ufer grundsätzlich den richtigen Akzent: Nicht die Zementierung der bis heute bestehenden Marktbeherrschung, sondern Investitionen, Wettbewerb und ein verlässlicher Übergang in die Gigabitwelt müssten den Maßstab bilden.

Auch Sven Knapp von der Breko-Geschäftsführung sagte Golem: "Die Erklärung liest sich wie ein Plädoyer für die Verlängerung des Kupferzeitalters." Es ginge den Konzernen darum, die bestehenden Marktpositionen und Erlöse aus den alten Kupfernetzen abzusichern. "Die Forderung wirkt wie eine Gefälligkeit für die Telekom. Mit Blick auf andere Unterzeichner überrascht und irritiert sie jedoch, da viele den Wechsel von Kupfer auf Glasfaser längst selbst vollzogen haben", so Knapp weiter. Europas Wettbewerbsfähigkeit werde nicht durch den Erhalt veralteter Infrastrukturen gestärkt, sondern durch einen konsequenten Technologiewechsel auf Glasfaser.


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