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Connect-App: CDU nimmt Wahlkampf-App nach Datenleck offline

Nachdem die CDU behauptet hatte, die App sammele keine persönlichen Daten, sah sich eine Entwicklerin die App näher an – und wurde fündig.
/ Sebastian Grüner
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Die Wahlkampf-App der CDU gab personenbezogene Daten preis. (Bild: DAVID GANNON/AFP via Getty Images)
Die Wahlkampf-App der CDU gab personenbezogene Daten preis. Bild: DAVID GANNON/AFP via Getty Images

Die CDU nutzt zum Wahlkampf seit 2016 eine App mit den Namen Connect. Auf dem dazugehörigen Twitteraccount schreibt das Team der CDU am Mittwoch(öffnet im neuen Fenster): "Durch eine Prüfung unserer IT-Struktur sind wir von Lilith Wittmann auf eine Sicherheitslücke unserer App hingewiesen worden, die es notwendig machte, die App vorsorglich vom Server zu nehmen". Die Entwicklerin Wittmann ist auf die App aufmerksam geworden und hat die App daraufhin untersucht, wie sie in einem ausführlichen Blogpost(öffnet im neuen Fenster) schreibt.

In der Analyse von Wittmann heißt es zunächst: "Ich wurde auf die App am 11.05.2021 via Twitter aufmerksam, weil sich dort Menschen fragten, wie die Datenerfassung der App aus einer Datenschutzperspektive legal sein kann. Das Team um CDU Connect antwortete auf diese Frage, dass die App überhaupt keine personenbezogenen Daten erfassen würde". Dieses Versprechen konnte die App jedoch nicht halten, wie Wittmann belegt.

Zur Sicherheit der App heißt es in dem Blog: "Auf den ersten Blick ist mir dabei aufgefallen, dass die App gängige Security Practises wie Zertifikatspinning nicht umsetzt und dass es somit supereinfach war, auf die Programmierschnittstelle zuzugreifen." Wittmann gelang es hier, zusätzlich dazu weitere Parameter an die Abfragen der App anzuhängen und erhielt schließlich entsprechende Antworten vom Server mit detaillierten Informationen der Kampagne.

Daten aus Haustürwahlkampf einsehbar

Die CDU nutzt die Connect-App für den sogenannten Haustürwahlkampf und soll dabei helfen, Informationen dazu zu speichern. Also etwa, an welcher Tür schon geklingelt worden ist, ob die Tür geöffnet worden ist, die Einstellung der Angetroffenen zur CDU und Ähnliches. Wittmann erklärt nun, dass diese Daten einfach abgerufen werden konnten.

Dies betreffe die "persönlichen Daten von 18.500 Wahlkampfhelfern, mit E-Mail-Adressen, Fotos" sowie "persönlichen Daten von 1.350 Unterstützer*innen, die angeworben wurden, der CDU im Wahlkampf zu helfen, inklusive Adresse, Geburtsdatum und Interessen". Darüber hinaus waren auch die von den Wahlkampfhelfern notierten Gesprächsinhalte einsehbar, aus denen wiederum personenbezogene Daten der Befragten ableitbar sind.

Wittmann zitiert hier als Beispiel etwa die Notiz: "Fragen, warum ich einfach so bei denen vorbeikomme und die vollquatsche wegen der CDU – 20-Jährige aus Königs Wusterhausen." Insgesamt seien laut Wittmann in der App "Hunderttausende Datensätze angefallen". Wittmann hat eigenen Angaben zufolge letztlich das CERT-Bund über die Sicherheitslücke informiert sowie den Berliner Datenschutzbeauftragten und die Zuständigen bei der CDU.

Dem Magazin Spiegel sagte die Partei(öffnet im neuen Fenster): "Der CDU Deutschlands tut der Vorfall sehr leid und wir bitten für die entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung." Darüber hinaus arbeite das Team der Connect-App "mit Hochdruck daran, die Lücke zu schließen. Wir informieren unsere Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer, sobald die App wieder in vollem Umfang zur Verfügung steht."

Den Vorgang kommentiert Wittmann mit der Frage: "Wenn eine Partei nicht fähig ist, ihre eigene Wahlkampf-App sicher und verantwortungsbewusst zu entwickeln, wie soll sie das dann mit der IT-Infrastruktur eines ganzen Landes hinbekommen?"


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