Connect 2016: Microsoft setzt alles auf die Cloud

Zur Connect, Microsofts Entwicklermesse, wird endgültig klar, dass die Zukunft des Unternehmens im Cloud-Geschäft liegt. Das zeigt sich etwa an dem längst überfälligen Beitritt zur Linux Foundation oder dem neuen SQL Server. Bei der Mobile-Entwicklung sorgt Microsoft allein für Tools und das Cloud-Backend.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Microsoft bringt Apps jetzt fast überall hin. Die mögliche Cloud-Anbindung soll Entwicklern helfen.
Microsoft bringt Apps jetzt fast überall hin. Die mögliche Cloud-Anbindung soll Entwicklern helfen. (Bild: Microsoft)

Die an Entwickler gerichtete Connect-Konferenz von Microsoft nutzte das Unternehmen in den vergangenen Jahren für einige Überraschungen. Im Jahr 2014 erschien ein völlig überarbeitetes .Net-Framework, das zudem noch Open Source ist. Im vergangenen Jahr präsentierte das Unternehmen mit Visual Studio Code einen Editor für die Webentwicklung, der konsequenterweise auch Open Source ist. Und dieses Jahr tritt Microsoft als Platinum-Sponsor der Linux Foundation (LF) bei.

Beitritt zur Linux Foundation nur folgerichtig

Inhalt:
  1. Connect 2016: Microsoft setzt alles auf die Cloud
  2. Hilfe für die Cloud und für Mobile

Das kostet Microsoft 500.000 US-Dollar pro Jahr und bringt dem Unternehmen einen Platz ein im recht überschaubaren Kreis ähnlich finanzstarker Sponsoren wie zum Beispiel HPE, Intel, Samsung, Cicso, Huawei, IBM oder auch Fujitsu. Dass sich Microsoft nach Jahrzehnten der Ablehnung dem Linux-Okösystem so weit öffnet, mag manchen vielleicht immer noch überraschen. Dabei war der Schritt vorhersehbar und längst überfällig.

Und das liegt nicht an dem Linux-System selbst, sondern an dem, was sich rund um Linux entwickelt hat sowie an der Ausrichtung der Linux Foundation. So ist zum Beispiel nicht zu erwarten, dass sich Microsoft jetzt plötzlich abseits seiner Virtualisierungstechnologie Hyper-V aktiv in der Entwicklung des Linux-Kernels engagiert, wie eben HPE, IBM oder Intel.

Vielmehr nutzt Microsoft die Linux Foundation für die Vielzahl der von der Foundation betreuten Open-Source-Projekte, die zunächst auf Linux entwickelt wurden und nun auch auf Microsofts Windows oder in der Azure-Cloud laufen und von Microsoft unterstützt werden. Dazu gehört etwa Node.js, das mit der Javascript Engine des Edge-Browsers genutzt werden können soll, ebenso wie die Statistiksprache R, die Mircosoft in einer eigenen Distribution nutzt, Open Daylight für Software Defined Networking oder die Open-Container Initiative.

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Letztere bemüht sich um die Standardisierung von Container-Laufzeitumgebungen sowie deren Verwaltungswerkzeugen. Microsoft unterstützt dieses Vorhaben, da es mittlerweile selbst Containertechnik in seinem Windows Server unterstützt. Dass der mit dem Sponsoring einhergehende Posten im Vorstand der LF von John Gossman aus dem Azure-Team besetzt wird, ist dabei nur konsequent.

SQL Server reif für die Cloud

Das zur Connect angekündigte Service Pack 1 von Microsofts SQL-Server 2016 zeigt zudem exemplarisch, wie Microsoft große und wichtige Teile seines Portfolios in die Cloud verschiebt. Immerhin ist MSSQL eines der wohl wichtigsten Enterprise-Produkte des Unternehmens und läuft wie im Frühjahr versprochen nun nicht mehr nur auf Windows, sondern auch auf Linux - auch wenn die Funktionsgleichheit auf beiden Plattformen noch nicht ganz erreicht ist.

Darüber hinaus soll das Datenbanksystem auch noch in einem Dockercontainer laufen können. Damit können Kunden diese vergleichsweise schnell aufsetzen, aber eben auch falls nötig relativ schnell umziehen oder Instanzen einfach beenden. Die Host-Umgebung wird damit weniger wichtig, der Fokus auf MSSQL als konkurrenzfähiges Produkt dafür umso größer.

Dieser Paradigmenwechsel zeigt sich auch an dem neuen Preismodell. Denn statt wie bisher verschieden teure Versionen mit unterschiedlichem Funktionsumfang anzubieten, haben die vier Versionen von MSSQL (Standard, Web, Express, und LocalDB) bis auf nur sehr wenige Ausnahmen denselben Funktionsumfang.

In der Vergangenheit besonders kostspielige und damit wohl wenig genutzte Fähigkeiten wie die In-Memory-Technik stehen so einem breiteren Nutzerkreis zur Verfügung und profitieren langfristig von der größeren Nutzerbasis. Abgerechnet wird die Nutzung künftig wie in Cloud-Angeboten üblich nach der Anzahl der verwendeten CPUs sowie dem verfügbaren Arbeitsspeicher. Für Kunden sind die Kosten für MSSQL selbst sowie für das Hosting leichter überschaubar, besser kalkulierbar und vor allem skalierbar.

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Hilfe für die Cloud und für Mobile 
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