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Computerspiele: PEGI-Altersfreigaben vor umfassender Reform

Ab Juni 2026 fließen Lootboxen , In-Game-Käufe und Onlinefunktionen stärker in die europäischen PEGI-Altersfreigaben ein.
/ Przemyslaw Szymanski
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Jugendliche spielt am PC (Symbolbild) (Bild: pixabay.com)
Jugendliche spielt am PC (Symbolbild) Bild: pixabay.com

Der Branchenverband Video Games Europe hat die Kriterien der europäischen Alterskennzeichnung PEGI geändert, um interaktive Risiken künftig stärker bei der Altersfreigabe zu berücksichtigen. Die neuen Regeln gelten für Spiele, die neu zur Prüfung eingereicht werden, können aber auch relevant werden, wenn bestehende Titel nachträglich um entsprechende Funktionen erweitert werden.

Die Änderungen treten laut der Organisation(öffnet im neuen Fenster) im Juni 2026 in Kraft und betreffen unter anderem kostenpflichtige Zufallssysteme wie Lootboxen, aber auch In-Game-Käufe oder Onlinefunktionen, über die Spieler mit anderen Nutzern kommunizieren.

Für Entwickler und Publisher bedeutet das, dass nicht mehr nur dargestellte Inhalte über die Altersfreigabe entscheiden, sondern auch die Struktur des Spiels und die darin enthaltenen Mechaniken. PEGI reagiert damit auf die Entwicklung moderner Spiele, bei denen Monetarisierung, dauerhafte Onlineanbindung und wiederkehrende Spielanreize eine größere Rolle spielen als früher.

Lootboxen, Onlinefunktionen & Co. im Fokus

Im Mittelpunkt der Anpassung stehen bezahlte Zufallselemente: Enthält ein Spiel solche Mechaniken, soll in der Regel mindestens PEGI 16 vergeben werden, in Einzelfällen auch eine höhere Einstufung. Gemeint sind vor allem Lootboxen, also virtuelle Gegenstände mit zufälligem Inhalt, die häufig gegen echtes Geld geöffnet werden können.

Weitere interaktive Elemente werden ebenfalls festen Altersstufen zugeordnet: Spiele mit zeitlich oder mengenmäßig begrenzten Kaufangeboten sollen mindestens PEGI 12 erhalten, Titel mit NFT- oder Blockchain-Mechaniken nur noch eine Freigabe ab 18 Jahren.

Systeme, die zur regelmäßigen Rückkehr ins Spiel motivieren, können zu PEGI 7 führen, während Spielmechaniken, die Spieler für Pausen benachteiligen, eine PEGI-12-Einstufung nach sich ziehen können.

Auch Onlinefunktionen fließen stärker in die Bewertung ein. Enthält ein Spiel Kommunikationsmöglichkeiten ohne wirksame Schutz- oder Meldesysteme, kann dies künftig zu einer Einstufung ab PEGI 18 führen. Damit soll deutlicher werden, dass ein Titel Interaktionen ermöglicht, die für jüngere Spieler ungeeignet sein könnten.

Zusammenarbeit mit USK bei neuen Kriterien

Bei der Ausarbeitung der neuen Kriterien arbeitete PEGI nach eigenen Angaben nicht nur mit internen Expertengremien, sondern auch eng mit der deutschen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zusammen.

Ähnliche Änderungen wurden in Deutschland bereits 2023 umgesetzt , nachdem eine Reform des Jugendschutzgesetzes vorgegeben hatte, dass neben dem Spielinhalt auch Nutzungsrisiken stärker berücksichtigt werden müssten.

Seitdem können bei der Altersfreigabe unter anderem Lootboxen, Kaufmechaniken, Chatfunktionen oder andere Onlineelemente einbezogen werden. Zusätzlich weisen Hinweise bei der Kennzeichnung auf solche Inhalte hin.


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