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Rennen gegen den 'Ghost' des verstorbenen Vaters

Den Geist seines verstorbenen Vaters hat ein junger Mann in dem Rennspiel Rallisport Challenge gefunden. Der Vater hatte seinem damals vierjährigen Sohn die erste Xbox-Konsole samt dem Rennspiel gekauft. "Ihr wisst schon, diese sperrige, riesige von 2001", schreibt der Jugendliche unter dem Pseudonym 00WARTHERAPY00 in den Kommentaren unter einem Youtube-Video zum Thema Spirituelle Momente in Videospielen. "Wir hatten eine Menge Spaß, weil wir immer zu zweit gespielt haben - bis er gestorben ist, als ich gerade sechs war."

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Zehn Jahre lang machte 00WARTHERAPY00 um die Konsole einen großen Bogen. Als er sie dann doch wieder einmal anschaltete, fiel ihm ein, dass er mit seinem Vater immer Rallisport Challenge gespielt hatte. "Als ich ein bisschen darin rumgeklickt habe, fand ich schließlich einen GEIST. Wortwörtlich!" Nämlich den seines Vaters. Die Erklärung dafür liefert 00WARTHERAPY00 auch gleich mit: "Wisst ihr, in Zeitrennen speichert das Spiel den schnellsten Durchlauf eines Fahrers als Geist ab. Ja, ihr habt richtig geraten, sein Ghost rollt immer noch auf den Straßen des Spiels."

Digitaler Nachlass: Nachholbedarf bei Spielefirmen

Während das soziale Netzwerk Facebook Familienangehörigen schon länger die Option bietet, das Profil eines Verstorbenen per Löschantrag aus dem Netz zu entfernen oder es in den Gedenkzustand versetzen zu lassen, ist dieses Thema bei Spieleherstellern noch Tabu: Einmal angelegt, bestehen Spieleraccounts theoretisch unendlich lange. Es existieren aber immer mehr professionelle Dienstleister wie Semno, die sich als digitale Nachlassverwalter eben auch um die Konten aus dem Leben geschiedener Spieler kümmern. Zudem bieten moderne Bestattungsinstitute häufig einen umfassenden Service zum digitalen Nachlass an.

Experten raten: Wer genau planen will, was nach dem Tod mit dem eigenen geliebten MMORPG-, PSN- oder Xbox-Live-Konto passiert, der schreibt dies ganz klassisch in seinem Testament nieder. Hier kann er dann potenzielle Erben oder spezielle Wünsche explizit aufführen und die entsprechenden Zugangsdaten beim Notar hinterlegen.

Wie wichtig das Thema Spielern im Netz ist, zeigen die vielen Kommentare zur Geschichte des jungen Mannes, der gegen seinen toten Vater im Rennspiel antritt. Bis heute melden sich viele Menschen auf seiner Youtube-Diskussionsseite. Sie bekunden, wie sehr sie die Geschichte berührt und erzählen von ähnlichen Erlebnissen. In den populären Games-Diskussionsforen von Reddit und NeoGAF sind ebenfalls zahlreiche Kommentare eingegangen.

Er spiele nun wieder regelmäßig Rallisport Challenge, schreibt der junge Mann zum Schluss seines Beitrags. Er habe so lange geübt, bis er fast schneller gewesen sei als der Geist. "Eines Tages war es schließlich soweit, ich habe den Geist meines Vaters überholt. Ich hielt kurz vor der Ziellinie an, um sicherzugehen, dass ich den Geist nicht löschen würde."

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 World of Warcraft steckt voller Erinnerungen an tote Spieler
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plutoniumsulfat 04. Feb 2015

Eben. Für den einen mag so eine Datei absoluter Murks sein, für den anderen ist es die...

Neuro-Chef 04. Feb 2015

Du musst das mal so sehen: Cypher hat das virtuelle Matrix-Schnitzel bewusst der realen...

Nadja Neumann 04. Feb 2015

Erst einmal kann Steam gar nicht Pleite gehen, denn Steam ist ein Produkt, kein...

Nadja Neumann 04. Feb 2015

Nur das bezahlte Webspaceanbieter den Cloudspeicher gar löschen können, solange sie dafür...

gentoomaniac 02. Feb 2015

Dunkler Humor ist etwas anderes als respektlos gegenueber Angehoerigen eines Verstorbenen...


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