Computerspiele: Cracks und Jailbreaks bei abgeschaltetem Server erlaubt
Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation(öffnet im neuen Fenster) (EFF) hat bei der US-Kongressbibliothek(öffnet im neuen Fenster) durchgesetzt, dass der Kopierschutz von Computerspielen unter bestimmten Bedingungen umgangen werden darf. Betroffen sind Games, die etwa zum Start auf eine Authentifizierung durch einen Server angewiesen sind – gemeint sind unter anderem Systeme wie das Playstation Network, Xbox Live oder Steam.
Falls die Server nicht mehr laufen, dürfen Fans, Museen und Bibliotheken den Kopierschutz umgehen, wenn das Spiel dann funktioniert. Die Regelung ist weniger für Privatleute zum Spaßhaben gedacht, sondern in erster Linie für Archive oder für wissenschaftliche Arbeiten. Ausgewiesene Historiker und Bibliothekare dürfen sogar per Jailbreak eine Hardware knacken, falls sich ein Spiel nur so starten lässt.
Die EFF hat seit mehr als einem Jahr für die nun erreichte Regelung gekämpft. In ihren offiziellen Stellungnahmen hatte sie sich unter anderem auf Electronic Arts bezogen, das regelmäßig die Multiplayerserver für ältere Spiele abstellt – weil sie kaum noch genutzt werden, aber beim Publisher natürlich trotzdem Kosten verursachen. Als weitere Beispiele nannte die Bürgerrechtsbewegung die Spiele Civilization 5 und Mario Kart Wii, deren Multiplayermodi ohne Matchmaking-Server nicht funktionieren würden.
Die US-Spieleindustrie hatte laut Polygon.com(öffnet im neuen Fenster) durch ihren Verband Entertainment Software Association (ESA) versucht, die Regelung zu verhindern. Die Firmen haben unter anderem die Befürchtung, dass durch die nun geltende Regelung die Verbreitung von Raubkopien gefördert werden könnte.