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IBM-Rechenanlage von 1968 funktioniert problemlos

Deutlich wird das an der ehemaligen Rechenanlage der Fachhochschule Reutlingen, einer IBM 1130, die komplett funktionstüchtig im hinteren Teil des Museums in Stuttgart steht. Die Anlage aus dem Jahr 1968 würde ein mittelgroßes Zimmer füllen, alleine die Steuerungseinheit hat die Größe eines ausladenden Chefschreibtisches. Der Computer muss in einer bestimmten Reihenfolge eingeschaltet werden und verfügt unter anderem über ein Plattenlaufwerk mit tablettgroßen Speicherplatten, einen Lochkartenstanzer und -leser, einen Plotter sowie einen Zeilendrucker. Um Programme über Lochkarten zu laden, müssen zahlreiche Schritte im korrekten Ablauf befolgt werden, insgesamt ist die Nutzung der Anlage alles andere als trivial.

  • Ein Gang des Computermuseums der Universität Stuttgart. Rechts eine Reihe von PDP-8-Computern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Alle Rechner im Museum funktionieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Sammlung besteht aus alten Computern öffentlicher Einrichtungen wie auch aus privaten Spenden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Display des LGP-30, einem Rechner aus dem Jahr 1958. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Zur Sammlung gehören auch kleinere Rechner und Experimentierboards, hier rechts auf dem Tisch zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein PC von HP mit "Touch"-Display: Per Infrarotschranke wird die Position des Fingers mehr oder weniger akkurat erkannt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein tragbarer IBM 5120, auf dem Sokoban läuft. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • An Commodore-Pet-Computern mangelt es dem Museum nicht - diese Geräte werden häufig gespendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein Zilog-Z80-basierter Computer des japanischen Herstellers SORD (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Schaltpult der IBM 1130 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein PDP-8 von DEC (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Tastatur der IBM 1130 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein Computer von Wang (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • IBMs Modell 5100 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Eine Reihe an unterschiedlichen PDP-Modellen (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Museum hat auch eine Ecke mit Apple-Computern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Unter den Apple-Geräten befindet sich auch ein Lisa, der mit einem damaligen Verkaufspreis von 20.000 DM grandios gescheitert ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Eingabefeld eines PDP-11 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der PDP-11 von DEC (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein Computer von Philips mit Eingabe-Switches (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Bandlaufwerk eines PDP-11 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Dieses Bandlaufwerk wird ebenfalls von einem PDP-11 genutzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der PDP-8/L war eine kompaktere Variante des PDP-8. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein Rechner von Raytheon (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Auf dem LAB-8/E von DEC lässt sich Space Wars spielen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Ein LAB-8/E von DEC (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Museum der Uni Stuttgart hat auch eine umfangreiche Sammlung an Tischrechnern mit Nixi-Röhren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der Friden Flexowriter, das Ein- und Ausgabegerät des LGP-30 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Verschiedene Platinen des PDP-Systems (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Zum Vergleich: Links im Bild eine PDP-Platine, rechts ein Steckmodul des LGP-30 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Röhren des LGP-30 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Flexowriter ist eine von Friden umgebaute IBM-Schreibmaschine. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Über die Schreibmaschine wird mit dem LGP-30 kommuniziert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Programme werden per Lochkarten in den LGP-30 eingeben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Programmsammlung für den LGP-30 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf einem Monitor mit Lichtgriffel-Steuerung kann ein Mondlandespiel gespielt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Spiel läuft auf einem der PDP-Rechner. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Museumsdirektor Klemens Krause legt einen Lochstreifen in den LAB-8/E ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Terminal TEK 4015 von Tektronix bot bereits vor über 30 Jahren eine Auflösung von  4.096 x 3.072 Bildpunkten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein analoger Computer von Telefunken (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Verschiedenste Rechner im Computermuseum der Universität Stuttgart (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Osborne 1 gilt als der erste erfolgreiche tragbare Computer. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Rechner von MGB mit Einzeilendisplay (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Museumsdirektor Klemens Krause am Schaltpult der IBM 1130 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zur Sammlung in Stuttgart gehören auch teilweise sehr alte und wertvolle Rechenmaschinen, wie etwa die kleine Curta links unten am Bildrand. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Modul eines Zuse Z22 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Librascope LGP-30 steht direkt im Eingangsbereich des Museums. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein VT/78 von DEC (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Schaltpult der IBM 1130 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
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Dazu kommt noch der Lärmpegel, den die IBM 1130 verursacht. Alleine beim Gedanken daran, Tag für Tag in einem Raum mit einer derartig lauten Anlage zu sitzen, bekommen wir Kopfschmerzen. Heute schafft ein billiges Notebook ein Vielfaches der Rechenleistung der IBM-Anlage, mit minimalem Lärm und vor allem tendenziell weitaus einfacher zu erlernenden Programmen.

Klemens Krause scheint jeden Rechner bedienen zu können

Klemens Krause bedient auch die IBM 1130 zielsicher, wie jeden der Computer in seiner Sammlung. Dabei merken wir, dass zu seinen Motiven, die zur Eröffnung des Museums geführt haben, zu einem großen Teil auch Spaß an alten Rechnern zu gehören scheint. Im Gespräch mit Krause scheint zudem hin und wieder durch, dass er immer noch ein Sammler ist. Einige Computerklassiker vermisst er noch in seiner Sammlung - den Zuse Z22 zum Beispiel. "Der steht in der Hochschule Karlsruhe hinten in der Ecke herum - den hätte ich schon gerne bei uns in der Sammlung", sagt Krause, ohne sich ein Lächeln verkneifen zu können. Etwaigen Expansionsplänen steht aber zunächst die Platzfrage im Wege.

Bereits jetzt verfügt das Museum über weitaus mehr Geräte, als man sie in der zweistündigen Öffnungszeit pro Woche auf den 100 Quadratmetern zeigen kann. Daher versucht Krause, mehr Platz für die Sammlung zu bekommen - auch außerhalb der derzeitigen Räumlichkeiten. Die Idee ist, das Museum so groß aufzuziehen, dass weitaus mehr Geräte als bisher gezeigt werden könnten. Dann könnten auch die bisher ausgestellten Stücke weitaus besser präsentiert werden. "Momentan stehen ja viele Dinge in der zweiten oder dritten Etage der Regale, oder auf Kniehöhe", merkt Krause an. In der Tat müssen wir uns mitunter strecken, um bestimmte Computer zu erreichen.

Ein wenig macht das aber auch den Charme des kleinen Museums aus: Alles ist vollgestellt mit Rechnern, in jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Verständlicherweise will Krause aber auch die Schätze ausstellen, die momentan noch im Keller der Universität lagern. Dass ein neues Museum sich nicht mehr innerhalb der Uni Stuttgart befände, scheint kaum ein Problem zu sein: Im Lehrbetrieb spielen die alten Rechner keine Rolle mehr. Früher haben einige Dozenten zumindest noch ab und an anhand der alten Rechner Chiparchitekturen erklärt.

Mehr Platz ist dem Museum zu wünschen

Größere Räumlichkeiten, längere Öffnungszeiten und ein damit verbundener größerer Zulauf sind Klemens Krause und seinen engagierten Mitarbeitern nur zu wünschen. Eine derartige Vergrößerung würde dazu führen, die Geschichte der Computer an mehr Personen vermitteln zu können. So würde gerade bei jüngeren Nutzern ein Bewusstsein dafür entstehen, wo die Technik, die sie tagtäglich nutzen, hergekommen ist.

Ein Gang durch das Museum, der Austausch mit Krause und die Faszination, die 60 Jahre alte Computer ausstrahlen, hilft bei der Einordnung dessen, was die Industrie in den vergangenen Jahrzehnten erreicht hat. Wenn wir heute über zu langsam startende Programme meckern, oder über zu laute Lüfter und zu schwere Laptops, dann sollten wir uns vor Augen halten, vor welchen Problemen Computernutzer vor 40 Jahren oder gar noch früher standen. Das ändert zwar nichts an den Macken unserer aktuellen Geräte, lindert bei uns allerdings den Ärger über vermeintlich schreckliche Probleme zumindest ein wenig.

Das Computermuseum der Universität Stuttgart hat jeden Dienstag zwischen 16:15 und 18:30 Uhr geöffnet. Das Museum befindet sich in Raum 0.148 im Erdgeschoss des Informatikneubaus in Stuttgart-Vaihingen.

 Mechanische Probleme sind häufiger als elektronische
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mathew 15. Aug 2017

Nichts ... ! Andere Frage: Ist das belegt, dass Zuse deshalb seine Versuchsmodelle in Z...

Grimeton 08. Aug 2017

Fehlen noch die Hosenträger und der Bart :-P https://farm1.static.flickr.com/87...

Crass Spektakel 04. Aug 2017

Ich hab die Zeit selber miterlebt "als die Computer verständlich wurden". Ein typischer...

UserName-001 25. Jul 2017

Es gäbe da noch meinen Keller. ;-) Und das >> http://www.technikum29.de/

honna1612 25. Jul 2017

Piko os. Kommt aus mit 8 bit und paar kb ram. Das sollte ab den 1965 maschinen laufen. :D


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