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Computergeschichte: Unix hinter dem Eisernen Vorhang

Während sich Unix in den 1970er Jahren an westlichen Universitäten verbreitete, war die DDR durch Embargos von der Entwicklung abgeschnitten - offiziell zumindest. Als es das Betriebssystem hinter den Eisernen Vorhang schaffte, traf es schnell auf Begeisterte.

Artikel von Anna Biselli veröffentlicht am
Der bulgarische EC 1035 war kompatibel mit IBMs S/370-Mainframes.
Der bulgarische EC 1035 war kompatibel mit IBMs S/370-Mainframes. (Bild: Deutsche Fotothek/CC-BY-SA 3.0)

Im Rechenzentrum der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt tauchte im Jahr 1982 ein Magnetband auf. Günther Fischer und Matthias Clauß arbeiteten damals dort, das Magnetband landete bei ihnen. Sie hatten die Geräte, um den Datenträger auszulesen, und so fanden sie auf dem Band Quellcode und einen Compiler für V7, die siebte Unix-Version. Das Betriebssystem aus den Bell Laboratories hatte seinen Weg hinter den Eisernen Vorhang gefunden.

"Sicher war das illegal, dass man uns die Bänder weitergegeben hat", sagt Fischer. Zwar verteilten die Bell Laboratories aus den USA das System inklusive Quelltext freigiebig an Universitäten, doch für den Ostblock galt das sogenannte Cocom-Embargo. Dieses bestand seit den 1950er Jahren und verbot unter anderem die Ausfuhr von Hochtechnologie in die Ostblockstaaten. Aber das ließ sich, wie bei vielen anderen Produkten, umgehen. "Wo eine Sperre ist, findet sich auch ein Loch", sagt Fischer.

Wo dieses Loch sich befand und wie genau das Band an ihre Hochschule gelangte, wissen Fischer und Clauß bis heute nicht. "Wenn wir gefragt hätten, hätten wir keine Antwort bekommen. Das war üblich, dass man keine weiteren Fragen stellt", sagt Clauß.

V7 wurde ursprünglich für PDP-11-Rechner entwickelt. Diese "Kleincomputer" füllten im Gegensatz zu den üblichen IBM-Mainframes keine ganzen Räume mehr. Offiziell gab es die Rechner aus dem Hause DEC in der DDR nicht, "weil sie wussten, wir bauen das nach", so Fischer. Doch sowohl Originale der PDP-11 als auch kompatible Nachbauten habe es einige gegeben.

Unix-Testlauf im Bezirkskrankenhaus

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So mieteten sich Fischer und Clauß Rechenzeit im Bezirkskrankenhaus des heutigen Chemnitz und legten das Band in einen solchen Nachbau ein. "Das hat sofort einfach funktioniert, ohne dass wir etwas machen mussten", erzählt Fischer.

Unix interessierte die beiden zunächst jedoch weniger, sie arbeiteten an der Entwicklung von Time Sharing Option (TSO) für Großrechner: eine Möglichkeit, über Bildschirmeingaben mit den großen Mainframes zu kommunizieren. Sie wollten weg von den gestanzten Lochkarten, die man nachts laufen ließ und bei denen man morgens feststellte, dass man sich vertippt hatte.

TSO-Umgebungen wurden ab den frühen 1970er Jahren von IBM für seine Großrechner-Architekturen entwickelt, zuerst für System/360. In einem 1979 erschienenen Referenzhandbuch beschreibt IBM die Vorteile des Systems: Nutzer könnten an Remote-Terminals arbeiten und Befehle über eine Tastatur eingeben, "ähnlich einer Schreibmaschine". Die Kommunikation mit dem Computer könne auf diese Art einfach gehalten werden, "um Leute zu ermutigen, die keine Programmierer sind". Mehrere Verarbeitungsvorgänge könnten parallel stattfinden.

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janoP 28. Mai 2019

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Manto82 28. Mai 2019

Same here :) "Was macht ein Waschsalon bei Golem!? Smarte Waschmaschinen?"

muhviehstarrr 28. Mai 2019

Scan das mal ein und lad es hoch ;)

HansiHinterseher 27. Mai 2019

Und das ist heute im Westen anders? Natürlich ist das der gleiche Grund, es geht um mehr...

HansiHinterseher 27. Mai 2019

Pascal und Modula haben es sicherlich nicht gekannt. Pascal war ja eine Lernsprache, da...


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