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Computergeschichte: Nadeldrucker - eine überholte Technik?

Nur wenige Technologien sind uns bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Neben Faxgerät und Röhrenfernseher ist der Nadeldrucker ein solches Relikt, das mit nahezu unveränderter Technik auch jetzt noch seine besonderen Vorteile hat.

Artikel von Mike Wobker veröffentlicht am
Alte Technik, neues Modell: der LQ-690 von Epson
Alte Technik, neues Modell: der LQ-690 von Epson (Bild: Epson Deutschland GmbH)

In einem normalen Haushalt oder Büro wird man Nadeldrucker kaum noch finden. Im Alltag sind die antiquierten Geräte Seltenheiten. Das typische Geräusch der Nadeln, die das Farbband auf das Papier drücken, um den zu druckenden Inhalt wiederzugeben, ist aber zum Beispiel noch in Arztpraxen oder Autowerkstätten zu hören. Denn der Nadeldrucker hat die einzigartige Fähigkeit, ein Blatt Papier mit mehreren Durchschlägen zu bedrucken und dabei ein fälschungssicheres Dokument herzustellen.

Inhalt:
  1. Computergeschichte: Nadeldrucker - eine überholte Technik?
  2. Was lange währt, wird gut?
  3. Okis Nadeldrucker und Fazit

Für Umgebungen mit einem hohen Druckaufkommen ist die Technik hinter den Nadeldruckern zwar viel zu langsam. Sollen aber einzelne Formulare sauber und mit Durchschlag ausgefüllt werden, stellen die Geschwindigkeit und Druckqualität der alten Technik einen idealen Kompromiss zwischen Drucken und mit der Hand Ausfüllen dar.

In Arztpraxen etwa werden Durchschläge von Rezepten benötigt, die eben nur auf die eine oder die andere Weise hergestellt werden können. Das Ausdrucken mit dem Nadeldrucker geht schneller als das Ausfüllen per Hand, der Ausdruck ist in mehrfacher Ausfertigung vorhanden und obendrein noch fälschungssicher, da sich die kleinen, mit den Nadeln platzierten Bildpunkte nicht unbemerkt manipulieren lassen.

Sicher und robust

Diese Sicherheit ist auch in industriellen Anlagen nötig, bei deren Betrieb Protokolle in Echtzeit und auf Endlospapier angefertigt werden. Letzteres lässt sich durch die komplizierten Einzugsmechanismen moderner Bürodrucker kaum noch in anderen Geräten einsetzen. Dabei bietet sich der Nadeldrucker gleich doppelt an, da nicht nur die einfache Blatteinzugsmechanik Vorteile bietet, sondern die Nadeln an sich auch in staubigen und dreckigeren Umgebungen problemlos ihren Dienst verrichten.

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So findet man die Geräte auch in Kfz-Werkstätten und Speditionen. Heizöllieferanten drucken ihre Lieferscheine beispielsweise direkt im Lkw auf einem kleinen Nadeldrucker aus, mit Durchschlägen für den Kunden und den Spediteur. Weiteres Einsatzfeld: Supermärkte. Denn die in Supermärkten üblichen Thermodrucker in Kassensystemen verlieren mit der Zeit ihre Farbe, weshalb Nadeldrucker auch hier in Verbindung mit Endlospapier verwendet werden, damit die Ausdrucke länger haltbar sind.

  • Der Nadeldrucker Epson LQ-690 mit 24 Nadeln (Bild: Epson Deutschland GmbH)
  • Ausdruck eines Lieferscheins für Heizöl (Bild: Mike Wobker)
  • Druckqualität des Epson LQ-690 (von oben nach unten: 120x180, 180x180, 360x180 dots per inch) (Bild: Mike Wobker)
  • Der Nadeldrucker ML5520eco von Oki (Bild: Oki Deutschland)
  • Druckqualität des ML5520eco von Oki (von oben nach unten: 60x72, 120x72, 120x144, 240x144 dotsper inch) (Bild: Mike Wobker)
  • Screenshot der Treibereinstellungen des ML5520eco von Oki (Bild: Mike Wobker)
  • Screenshot der Treibereinstellungen des ML6300FB-SC von Oki (Bild: Mike Wobker)
  • Der Nadeldrucker ML6300FB-SC mit 24 Nadeln von Oki (Bild: Oki Deutschland)
  • Druckqualität des ML6300FB-SC von Oki (von oben nach unten: 60x180, 120x180, 180x180, 360x180, 360x360 dots per inch) (Bild: Mike Wobker)
  • Screenshot der Treibereinstellungen des Epson LQ-690 (Bild: Mike Wobker)
Ausdruck eines Lieferscheins für Heizöl (Bild: Mike Wobker)

Obwohl das Patent für einen Drucker mit sieben Nadeln bereits Anfang der 1950er Jahre angemeldet wurde, stießen entsprechende Geräte zunächst auf wenig Interesse. Erst im Jahr 1968 konnte der japanische Elektronikkonzern Oki mit Nadeldruckern Erfolge erzielen. Als Grundlage diente die elektronische Schreibmaschine Okityper-2000, die bereits 1960 mit 500 Zeichen und einer Durchschlagskraft von zehn Seiten den japanischen Büroalltag revolutionierte.

Dieses Gerät war zwar noch kein Drucker, konnte aber bereits als Ein- und Ausgabegerät für einfache Computer seiner Zeit verwendet werden. Ein Nachteil war allerdings der feste Zeichensatz, der nur eine fixe Form von Zahlen und Buchstaben drucken konnte. Mit dem Einsatz von Nadeln ließen sich flexiblere Zeichensätze abbilden, wobei auch hier mit Einschränkungen gelebt werden musste. Mit nur acht Nadeln war es beispielsweise nicht möglich, sogenannte Unterlängen (also unterhalb von Zeilen) zu drucken, wie es bei den Buchstaben "j" oder "g" der Fall ist. Erst der Einsatz einer neunten Nadel ermöglichte solche Schriftbilder und auch Unterstreichungen.

Mit der Weiterentwicklung der Technologie wurden Druckköpfe mit bis zu 24 Nadeln (selten auch 48) entworfen. So mauserte sich der Nadeldrucker in den 1980er Jahren zum meistverbreiteten Bürodrucker. Der wartungsarme Betrieb war neben der Möglichkeit, Endlospapier zu bedrucken und fälschungssichere Ausdrucke mit Durchschlägen anzufertigen, der wesentliche Erfolgsfaktor.

Der Einsatz von simplen Farbbändern ähnlich denen in Schreibmaschinen sicherte zudem einen kostengünstigen Betrieb. Gedruckt werden konnte lange Zeit nur in Schwarz, spätere Nadeldrucker konnten aber auch mit farbigen Bändern umgehen. Dabei wurden aus Cyan, Magenta, Gelb und eben Schwarz alle nötigen Farben "gemischt", indem die Nadel die entsprechende Stelle auf dem Papier mehrmals, aber mit unterschiedlichen Farben bedruckte.

Die einzelnen Nadeln kann man sich dabei wie mehrere kleine Bolzen vorstellen, die in einer Reihe angeordnet sind. Beim Drucken werden über elektromagnetisches Ansteuern und Zeile für Zeile immer die Nadeln herausgedrückt, die für ein Zeichen an der entsprechenden Stelle benötigt werden. Zwischen dem Papier und den Nadeln liegt das Farbband und gibt einen Punkt mit der Größe der Nadeldicke an das Papier ab, wenn es davon getroffen wird.

Was lange währt, wird gut? 
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wupme 02. Nov 2018 / Themenstart

Ärzten geht es hierzulande eher um die AUB die ja Durchschläge haben muss. Von Rezepten...

wupme 02. Nov 2018 / Themenstart

Wer im Büro auf billigdrucker setzt ist selbst schuld.

Minihawk 30. Okt 2018 / Themenstart

ich habe zahlreiche Drucker in Videotheken immer wieder durch Ölen der Laufschienen auf...

der_wahre_hannes 29. Okt 2018 / Themenstart

Dann hast du es falsch eingelegt! Sobald die erste Seite rauskommt, muss man sie...

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