Computerchip: IBM stellt künstliches Gehirn vor

IBM hat einen Computerchip vorgestellt, der den Funktionen des menschlichen Gehirns nachempfunden ist. Der Chip soll mehrere Rechenprozesse parallel lösen können und einen Bruchteil der Energie bestehender Systeme benötigen.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Der neue IBM-Chip soll Rechenprobleme ähnlich wie das menschliche Gehirn lösen.
Der neue IBM-Chip soll Rechenprobleme ähnlich wie das menschliche Gehirn lösen. (Bild: (IBM))

Der US-Hardwarekonzern IBM hat einen Computerchip vorgestellt, der wie ein menschliches Gehirn arbeiten soll. Die Prozessor-Technologie namens TrueNorth wurde gemeinsam mit der Cornell Universität entwickelt und am Donnerstag im Magazin Science veröffentlicht. Der Chip soll laut IBM auch fühlen, schmecken und hören sowie seine Umgebung verstehen können.

Stellenmarkt
  1. Developer / EntwicklerIn EdTech (Backend & Frontend) (w/m/d)
    NE GmbH | Brockhaus, München
  2. IT-Engineer / Administrator Network Services (m/w/d)
    GILDEMEISTER Beteiligungen GmbH, Bielefeld
Detailsuche

Der IBM-Chip soll ähnlich wie das menschliche Gehirn mehrere Arbeitsprozesse gleichzeitig ablaufen lassen können. Jeder Chip besteht aus 4096 einzelnen Kernen mit einer Speicherleistung von 100.000 Bits, 1 Million "Neuronen" und 256 Millionen "Synapsen". Pro Sekunde und Watt kann der Chip so 46 Milliarden synaptische Rechenoperationen ausführen.

Chip-Architektur kann beliebig ausgebaut werden

Gleichzeitig kann die Chip-Architektur beliebig ausgebaut und so die Rechenleistung nahezu unendlich erhöht werden. In einem Testlauf hatte IBM 16 Chips zusammengeschlossen. "Es ist ein Supercomputer von der Größe einer Briefmarke, dem Gewicht einer Feder und dem Stromverbrauch eines Hörgerätes", fasste Dharmendra Modha, Chefentwickler von IBM Research, zusammen. "Das ist eine radikale Innovation."

Heutige Prozessoren in Laptops oder Smartphones werden zwar immer schneller, können aber bislang nicht selbstständig Zusammenhänge herstellen, weil sie aufgrund ihrer binären Struktur nur ein Rechenproblem auf einmal lösen können.

Golem Karrierewelt
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. Container Technologie: Docker und Kubernetes - Theorie und Praxis: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.-16.12.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Eines Tages, schreiben die IBM-Wissenschaftler, könne der Chip Thermometer ermöglichen, die "riechen" können, welche Krankheit ein Patient hat - und ihn gegebenenfalls zum Arzt schicken. Denkbar seien auch Roboter, die nach Vermissten suchen könnten. In Brillen eingesetzt könne der Chip Blinden dabei helfen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Laut IBM verbraucht der Chip nur 70 Milliwatt und kann schon jetzt von einem Smartphone-Akku angetrieben werden.

53 Millionen US-Dollar Forschungsgelder

Insgesamt hat das Team zehn Jahre an dem Chip geforscht und rund 53 Millionen US-Dollar vom Forschungsarm des US-Verteidigungsministeriums bekommen. 200 Mitarbeiter waren an dem Projekt beteiligt. Einen ersten Prototyp hatte der Konzern schon vor drei Jahren vorgelegt. Zum derzeitigen Zeitpunkt könnte TrueNorth vor allem als Co-Prozessor in selbstlernenden Systemen eingesetzt werden.

Bislang gibt es für den Chip keine passende Software. Allerdings ist TrueNorth als Hardware-Implementierung für das bereits bestehende Software-Paket Compass entwickelt worden. Der Konzern setzt darauf, dass Programmierer und Ingenieure Software und Hardware für den Chip entwickeln. "Viele haben gedacht, so etwas sei unmöglich", sagte Modha. "Wir haben das Unmögliche möglich gemacht. Jetzt hoffen wir, dass das Mögliche schon bald zur Realität wird."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


FreiGeistler 13. Aug 2014

Oder so jemand veröffentlicht gerade deswegen nicht, dass er aus der Zukunft kommt. Ist...

User_x 11. Aug 2014

naja... glauben und hoffen fangen wir alle leider erst an, wenn es jemanden persönlich...

wlorenz65 11. Aug 2014

Also Mensch: "Geh weg und lass mich in Ruge!" Roboter: "Das darf ich nicht. Dir könnte in...

Wakarimasen 11. Aug 2014

wenn wir ein wesen schaffen das intelligenter ist als wir selbst. Ich gehe in diesem Fall...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Die große Umfrage
Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023

Golem.de und Statista haben 23.000 Fachkräfte nach ihrer Arbeit gefragt. Das Ergebnis ist eine Liste der 175 besten Unternehmen für IT-Profis.

Die große Umfrage: Das sind Deutschlands beste IT-Arbeitgeber 2023
Artikel
  1. Monitoring von Container-Landschaften: Prometheus ist nicht alles
    Monitoring von Container-Landschaften
    Prometheus ist nicht alles

    Betreuer von Kubernetes und Co., die sich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigen, nehmen beim metrikbasierte Monitoring unwissentlich einige Nachteile in Kauf. Eventuell ist es notwendig, den üblichen Tool-Stack zu ergänzen.
    Von Valentin Höbel

  2. Philips Hue mit über 100 Euro Rabatt bei Amazon
     
    Philips Hue mit über 100 Euro Rabatt bei Amazon

    Viele verschiedene Produkte von Philips Hue sind bei Amazon im Angebot. Darunter Deckenleuchten, Leuchtmittel und Bewegungssensoren.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

  3. Smartphone: Xiaomi 12T Pro mit 200-Megapixel-Kamera kostet 800 Euro
    Smartphone
    Xiaomi 12T Pro mit 200-Megapixel-Kamera kostet 800 Euro

    Xiaomis neues Oberklasse-Smartphone hat eine hochauflösende Kamera und Qualcomms stärkstes SoC. Außerdem gibt es ein neues Wearable und Tablet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 3 Spiele für 49€ • Saturn Gutscheinheft • Günstig wie nie: LG OLED 48" 799€, Xbox Elite Controller 2 114,99€, AOC 28" 4K UHD 144 Hz 600,89€, Corsair RGB Midi-Tower 269,90€, Sandisk microSDXC 512GB 39€ • Bis zu 15% im eBay Restore • MindStar (PowerColor RX 6700 XT 489€) [Werbung]
    •  /