Computer History Museum: Originalquellcode von Postscript erstmals verfügbar

Postscript war der Beginn von Adobe und der Druchbruch digitaler Drucktechnik. Der fast 40 Jahre alte Quellcode ist nun verfügbar, aber nicht Open Source.

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Die Adobe-Gründer John E. Warnock (Mitte) and Charles M. Geschke (links) sind 2008 mit der National Medal of Technology and Innovation geehrt worden.
Die Adobe-Gründer John E. Warnock (Mitte) and Charles M. Geschke (links) sind 2008 mit der National Medal of Technology and Innovation geehrt worden. (Bild: MANDEL NGAN/AFP via Getty Images)

Das Computer History Museum (CHM) stellt den Originalquellcode der bahnbrechenden Postscript-Technologie von Adobe erstmals öffentlich zur Verfügung. Das CHM hat dafür die Recht von Adobe zur Weiterverteilung erhalten und an der Veröffentlichung war offenbar auch Adobe-Gründer John Warnock direkt beteiligt, wie das CHM ankündigt. Postscript gilt als erste kommerziell erfolgreiche Umsetzung von digitaler Drucktechnik und als Vorgänger des heute vielfach verwendeten PDF.

Adobe ist durch die Informartiker Charles Geschke und John Warnock gegründete worden. Ihr Ziel laut CHM: "Jeder Computer könnte sich über eine gemeinsame Sprache mit Druckern und Setzern verbinden, um Wörter und Bilder mit höchster Genauigkeit zu drucken." Gemeinsam mit einem Team aus weiteren Programmierern entwickelte Adobe schließlich die Programmiersprache Postscript samt Interpreter. Die Software ist 1984 erstmals erschienen.

Revolutionäre Technik

Die Fähigkeiten von Postscript galten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als revolutionär: "Indem alles, was gedruckt werden soll, in einer gemeinsamen mathematischen Beschreibung gleich behandelt wird, gewährt Postscript Fähigkeiten, die sonst nirgendwo angeboten werden. Text und Bilder können beliebig skaliert, gedreht und verschoben werden", wie das CHM schreibt.

Grundlage dafür bildet die Nutzung von Vektorgrafiken, eine rein mathematische Beschreibung der Formen, etwa mit Hilfe von Bézier-Kurven oder auch die Einführung des sogenannten Font-Hinting. Letzteres ermöglichte erst eine gute Darstellung von Schrift in unterschiedlichen Auflösungen und Adobe hütete die eigene Umsetzung Jahrzehnte als Geschäftsgeheimnis. Adobe bündelte zudem Schrifttypen mit seinem Postscript-System.

Schnell fanden sich nicht nur Computerhersteller wie Apple oder DEC, sondern eben auch Druckerhersteller, die Postscript von Adobe lizenzierten, denn Postscript war prinzipiell geräteunabhängig designt. Das wiederum bescherte nicht nur Adobe ein massives Wachstum, sondern auch der digitalen Drucktechnik selbst. Ohne Postscript und Apples Laserwriter erscheint der Durchbruch von DTP (Desktop Publishing) in den 1980er Jahren undenkbar.

Die nun verfügbare Version des Postscript-Codes geht auf den Februar 1984 zurück. Der Teil enthält bereits erste Techniken des Font-Hinting, welche danach aber komplett neugeschrieben und grundsätzlich überarbeitet worden sind. Die Veröffentlichung ist darüber hinaus explizit nur für den privaten Gebrauch gedacht und nicht Open Source.

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