Community: Rust-Projekt offenbart schwere Führungsprobleme
Die inoffizielle Führung des Rust-Projekts entschuldigt sich öffentlich(öffnet im neuen Fenster) für die Geschehnisse rund um eine zunächst geplante Keynote-Ansprache auf der kommenden Rust Conf. Diese sollte eigentlich JeanHeyd Meneide halten, unter anderem Projektverantwortlicher für den C-Standard. Nach internen Streitereien und nicht abgestimmten Entscheidungen sollte die Keynote letztlich zu einem normalen Vortrag heruntergestuft werden, was Meneide wiederum begründet ablehnte(öffnet im neuen Fenster) .
Meneides Keynote sollte Möglichkeiten zur Reflexion in der Programmiersprache Rust während der Kompilierzeit erörtern. Ausführliche technische Überlegungen und Abwägungen dazu hatte Meneide vor einigen Wochen veröffentlicht.(öffnet im neuen Fenster) Vorgeschlagen wurde Meneide als Sprecher sowie das Thema von dem langjährigen Rust-Community-Mitglied Manish Goregaokar sowie dem Kern-Entwickler, der unter dem Kürzel JT öffentlich auftritt. Das schreibt JT in einem Blog-Eintrag(öffnet im neuen Fenster) , in dem er seinen Rücktritt von den Aufgaben in Rust erläutert.
Demnach wurde der Vorschlag zur Keynote von der Rust-Projektführung zunächst einstimmig angenommen und Meneide nahm die Einladung zur Keynote an. Wohl aber nicht alle Mitglieder der Rust-Führung waren damit einverstanden. Es folgten dann Entscheidungen einzelner namentlich nicht genannter Mitglieder und nicht öffentliche Kommunikation mit den Organisatoren der Rust Conf, die zu der beschriebenen Herunterstufung und letztlich der Absage durch Meneide führten.
Laut Leah Silber, Hauptorganisatorin der Rust Conf, wurden dabei aber falsche Tatsachen vorgetäuscht und auch Druck auf freiwillige Helfer ausgeübt(öffnet im neuen Fenster) . Silber prangert außerdem fehlende Transparenz auf Seiten des Rust-Projekts an. Bei dem Vorgang wurde wohl auch das Programmkomitee der Konferenz völlig übergangen, wie die daran Beteiligte Alice Cecile schreibt(öffnet im neuen Fenster) .
Rust-Führung verspricht Besserung
Für das Rust-Projekt zeigt sich nun nur wenige Wochen nach dem äußerst missglückten Umgang zum Entwurf der Marken-Richtlinie , dass die Projektführung offensichtliche Probleme hat, wohl nicht nur mit der Kommunikation, sondern auch mit der eigentlichen Aufgabe der Projektführung.
Die Leiterin des Rust-Bibliothek-Teams, Mara Bos, schreibt dazu(öffnet im neuen Fenster) : "Die Art und Weise, wie die Leitung des Rust-Projekts derzeit funktioniert, ist (wieder einmal) nicht in Ordnung, was dazu führt, dass projektweite Entscheidungen ohne angemessenen Prozess oder Konsens getroffen werden, was wiederum dazu führt, dass Menschen zu Schaden kommen. Je früher eine neue Führung gebildet wird, desto besser."
Geführt wird die Rust-Community derzeit von einem nicht formell bestimmten Gremium aus Team-Leitern, den Kern-Team, Moderatoren sowie den Projektverantwortlichen innerhalb der unabhängigen Rust Foundation.
Einen offiziellen Prozess zur Entscheidungsfindung oder klare Regeln gibt es hier nicht. Zudem finden Besprechungen in einem nicht-öffentlichen Chat statt. Diese Struktur war laut den Beteiligten selbst nur als Interimslösung gedacht(öffnet im neuen Fenster) , nachdem Ende 2021 das Moderationsteam geschlossen das Projekt verlassen hatte.
Künftig soll es klare Regeln der Projektführung geben, die einen Konsens durchsetzen soll. Ebenso soll die neue formale Projektführung so bald wie möglich gegründet werden. Die konkrete Umsetzung(öffnet im neuen Fenster) dazu haben die Beteiligten immerhin bereits festgelegt.
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