Community: Adam Orth und der Kampf gegen den Onlinemob

Ein paar Tage lang war Adam Orth das Hassobjekt von Computerspielern in aller Welt - es hat sein Leben dauerhaft verändert.

Artikel veröffentlicht am ,
Zeichnung von Adam Orth
Zeichnung von Adam Orth (Bild: Twitter)

Adam Orth hat im April 2013 ein paar wirklich dumme Sachen auf Twitter gesagt. Als Kreativchef bei den Microsoft Studios schrieb er mit Bezug auf die damals noch nicht angekündigte Xbox One, dass Always-on bei einer Konsole einfach zeitgemäß sei. Außerdem zog Orth etwas patzig über Menschen her, die in der Provinz leben und deshalb keine gute Onlineverbindung haben. Diese paar Worte hätten sein Leben nachhaltig verändert, sagte er dazu auf einer Rede bei der Entwicklerkonferenz GDC Next in Los Angeles. "Ich habe einen extrem hohen Preis gezahlt."

Die Vorgänge damals hätten "meine Karriere zerstört und meine Familie unter einen ungeheuren Druck gesetzt", sagt Orth bedrückt. Sein gesamtes digitales Leben sei von Spielefans in Foren öffentlich auseinandergenommen worden. Eine neue Arbeitsstelle, auf die er sich sehr gefreut und die er bereits so gut wie sicher gehabt habe, habe er wegen der Sache doch nicht bekommen. Er habe trotzdem ein paar Tage später seinen Job bei Microsoft gekündigt, alle seine Konten ändern und sichern müssen und außerdem den Wohnort gewechselt.

Inzwischen lebt Adam Orth in Santa Monica und arbeitet selbstständig in der Spielebranche. Er sagt selbst, dass es ihm inzwischen wieder gutgeht, dass er enger mit seiner Familie zusammengerückt sei - und sogar 25 Kilo an Gewicht verloren habe.

"Opfer der Hass-Meute"

Was ihn aber nach wie vor umtreibe, sei die ungeheure Wut, die ihm entgegengeschlagen sei. Er nennt sie "Toxicity", also Giftigkeit. Als Ursache hat Orth die Anonymität im Internet sowie die Möglichkeit, aus einem Impuls heraus ohne Konsequenzen sofort Kommentare in Foren und sozialen Netzwerken veröffentlichen zu können, ausgemacht. Er habe sich als "Opfer der Hass-Meute" gefühlt, sagt er.

Er wolle gegen die Toxicity kämpfen. Auch die Spielebranche sehe er in der Pflicht, sagt er und nennt positive Beispiele: So betreibe Riot Games (League of Legends) Studien und setze deren Ergebnisse etwa in seinen Foren um, was dort für einen besseren Umgangston sorge. Das Entwicklerstudio Thatgamecompany lobt Orth, weil es in Journey nur Spielmechaniken zugelassen habe, die im Multiplayermodus das Miteinander erlaubten, aber keinerlei wettbewerbsorientierte Elemente böten. Auch das Overwatch-System, das Valve bei Counter-Strike etabliert habe und das recht effektiv eine Selbstregulierung der Community zulasse, finde er gut.

Ein paar Minuten nach seiner Rede auf der GDC Next meldet sich Adam Orth wieder auf Twitter zu Wort: "Das hat sich gut angefühlt", schreibt er.

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BRDiger 13. Nov 2013

Ja man muss nur mal *in Betracht ziehen* dass der andere auch recht haben könnte nur...

neocron 11. Nov 2013

Das gilt fuer so ziemlich jede proprietaere Software ... was du so moechtest. So wird...

Anonymer Nutzer 11. Nov 2013

Logisch! So lange es nur die anderen trifft, kanns ihm doch egal sein! Erst wenn er...

Anonymer Nutzer 11. Nov 2013

Leider wahr... Mit 5¤ am Tag als Hartz4ler ist eine Person nicht gerade gut aufgestellt...



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