Erhebliche Beschädigungen zu erwarten
Hinzu kommt unter anderem Wolfram, mit dem die Reaktorkammer ausgekleidet wird. Heliumkerne, auch bekannt als Alphastrahlung, aber auch Elektronen, die bei den produzierten Energiemengen auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigt werden, werden nach und nach die Reaktorwände abtragen. Wie genau die Teilchen reagieren, welche Isotope bei den Prozessen entstehen können und wie genau die Technik des Reaktors darauf reagiert, bleibt abzuwarten.
Ziemlich sicher ist dagegen, dass die Verkleidung alle 2 Jahre ausgetauscht werden muss. Dafür soll sich der Fusionsreaktor aufklappen lassen, um die Wartungsarbeiten durchführen zu können.
Weitere Unsicherheit finden sich im Umgang mit den Lithiumsalzen, die mit Beryllium angereichert sind. Das Team von CFS weiß noch nicht, wie sich das Material in der Umgebung einer Kernfusion verhält und wie langlebig es ist. Das Lithium ist entscheidend, denn aus diesem wird mittels Kernspaltung Tritium erzeugt. Dieser superschwere Wasserstoff mit zwei Neutronen im Kern kommt nicht natürlich vor und muss zwingend künstlich erzeugt werden. Parallel entsteht zudem wieder Helium, das als Asche wiederum abgeführt werden muss.
Supraleitung nicht ohne Risiko
Bleiben die supraleitenden Spulen, deren technische Umsetzung weniger problematisch sein wird als ein Wärmeproblem. Wegen der zu erwartenden Wärmeabstrahlung des Reaktors ist jederzeit mit einer Überschreitung der sogenannten Sprungtemperatur zu rechnen.
In dem Moment würde die supraleitende Eigenschaft der Magnetspule verloren gehen, was bei geplanten 11 Tesla Magnetfeldstärke und entsprechenden Stromstärke zu beträchtlichen Beschädigungen führen würde. Hier müsste eine dichte Überwachung und starke Redundanz eingebaut werden.
Fragliche Wirtschaftlichkeit
Auch wenn der Fusionsreaktor von CFS schließlich alle technischen Hürden überwindet, könnte die Wirtschaftlichkeit zum entscheidenden Problem werden. So wird laut der aktuellen Studien erwartet, dass nur knapp ein Drittel der erzeugten Energie als Ausbeute zur Verfügung steht.
Hinzu kämen Abschaltungen alle 15 Minuten, eine komplette Überholung alle zwei Jahre und eine keineswegs vollständige Liste an weiteren Problemen, die immerhin 18 Punkte lang ist (Journal of Plasma Physics, 92, E69, Seite 38(öffnet im neuen Fenster)). Dass sich ein solches Fusionskraftwerk irgendwann in ferner Zukunft überhaupt amortisieren könnte, völlig ungeachtet der Entwicklungskosten, ist mit den vorliegenden Erkenntnissen zumindest nicht wahrscheinlicher geworden.
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