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Die Luxus-Spielkonsole

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Nach dem Einschalten meldet sich der Lüfter - ob er 1991 schon so laut war, können wir nicht beurteilen. Die klackernde Festplatte dürfte aber auch damals nicht leiser gewesen sein. Zum Hören von CDs ohne Kopfhörer möchten wir das CDTV auf jeden Fall nicht nutzen.

Je nachdem, ob eine Diskette oder CD eingelegt ist, bootet das CDTV vom jeweiligen Datenträger.

Weil so ziemlich alle Amiga-500-Progamme auf dem System laufen, ist die Softwareauswahl entsprechend groß. Mehr als 10.000 Spiele, Anwendungen und Demos sind seit den 80er Jahren erschienen.

Hier treffen wir auf das erste Problem mit dem CDTV, das es mit dem gescheiterten C64 GS teilt. Es gibt nur sehr wenige eigenständige Inhalte. Natürlich ist es futuristisch, mit dem kabellosen Controller Turrican zu zocken. Aber das Spiel nutzt die erweiterten Möglichkeiten des Gerätes leider überhaupt nicht. Einige Titel wie Defender of the Crown kamen zumindest mit einem CD-Soundtrack. Das wäre bei Spielen wie Lemmings sicherlich auch reizvoll gewesen. Aber: Fehlanzeige! Fast alle Titel, die wir angespielt haben, sind 1:1-Kopien ihrer Disketten-Originale. Positiv finden wir hingegen die Maus-Emulation per Controller. Auf Knopfdruck kann zwischen Joystick und Maus gewechselt werden. Unser Controller setzte sich anfangs jedoch immer wieder in den Maus-Modus zurück. Nach etwas Recherche löteten wir einen Kondensator aus und ersetzten ihn, was das Problem behob.

  • An der Fontseite befinden sich die Bedienungselemente für den CD-Player. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Maus und Tastatur mussten extra gekauft werden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der mitgelieferte Controller funktionierte per Infrarot. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Auch ein Diskettenlaufwerk in edlem Schwarz hatte Commodore im Angebot. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die Rückseite unseres CDTV ist reich bestückt. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Im Inneren ist ein kompletter Amiga 500 verbaut. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Unser CDTV hat eine 2-MByte-Speichererweiterung. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Das Betriebssystem unserers CDTV ist mit Versionsnummer 3.1 aus dem Jahr 1997 recht neu. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Das Betriebssystem unserers CDTV ist mit Versionsnummer 3.1 aus dem Jahr 1997 recht neu. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Einer der wenigen Exklusivtitel, die wir auftreiben konnten, ist Town With No Name. Dieses Spiel bietet zwar Sprachausgabe und Animationen, die ohne CD nicht möglich gewesen wären - aber faktisch überhaupt kein nennenswertes Gameplay.

Unser Favorit kommt daher aus einer unerwarteten Ecke. Trivial Pursuit zeigt, was mit Multimedia wohl gemeint gewesen sein könnte. Das Spiel hat eine gut gemachte Sprachausgabe sowie witzige Animationen und belegt Fakten mit digitalisierten Fotos und Grafiken. Wir können uns gut vorstellen, dass es auch in den frühen 90er Jahren sehr viel Spaß gemacht hat, den Controller für den nächsten Spielzug in der Familie herumzureichen und dabei den Sprüchen des frechen Vogelmoderators zu lauschen. Nach ein paar Partien hat man allerdings alle Witze einmal zu oft gehört, und die miese Audiomischung sorgt dafür, dass man beim Würfeln jedes Mal schnell den Ton abdrehen muss.

Abseits von den Spielen gab es jedoch noch einige eher ernsthafte Titel. Dazu gehört neben digitalen Büchern und Enzyklopädien, die wohl niemand ernsthaft am Fernseher gelesen haben dürfte, auch Bildungssoftware. Wir fanden die CD zum 25-jährigen Jubiläum der Nasa recht informativ und mit ihren digitalisierten Fotos und Videos gut gemacht. Am anderen Ende des qualitativen Spektrums steht die von Commodore zu Werbezwecken beigelegte Software. Sie soll eine Einführung in die Möglichkeiten des CDTV als digitaler Kiosk geben und preist zukünftige Titel für das System an. Beides ist heute wie damals höchstens zum Fremdschämen gut. Die deutsche Übersetzung ist grauenhaft, die Navigation quälend langsam.

Wer davon genug hatte, konnte mit dem CDTV natürlich auch arbeiten - und dabei CD-Musik hören. Das Gerät war mit Tastatur, Maus und Diskettenlaufwerk schließlich ein vollwertiger Amiga 500. Der lief allerdings immer noch mit der veralteten Version 1.3 des Amiga-Betriebssystems. Die nahezu zeitgleich veröffentlichte Version 2.0 hätte das CDTV erheblich aufgewertet. Trotzdem liefen natürlich fast alle Tools und Produktivsoftware auf der Konsole. Unser Modell ist auf die letzte von Commodore ausgelieferte Version 3.1 upgedated und bietet viele Annehmlichkeiten moderner Betriebssysteme. Es wirkt für heutige Verhältnisse mit seinen lediglich 16 Farben aber etwas trist.

Trist sah es auch um die sonstigen Multimediafähigkeiten des CDTV aus. Das von Commodore entwickelte Videoformat CDXL bot nur niedrige Bildraten und Auflösungen - schließlich lief das CD-Laufwerk nur mit einfacher Geschwindigkeit. Hätte man einen Film auf Amiga-CD veröffentlichen wollen, dann wäre er bei einer Auflösung von 256 x 128 Pixeln, 4.096 Farben und 12 Bildern pro Sekunde nur maximal 36 Minuten lang geworden. Das war selbst 1991 unzumutbar. Zusätzlich gab es auf einigen wenigen Audio-CDs als Dreingabe noch Bilder im CD+G-Format. Das Amiga Magazin vom August 1991 listet hier magere 13 Titel.

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 Außen hui, innen Amiga 500Das Ende 
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Truster 10. Sep 2019

Ich weiß?, das Thema ist uralt, habe es aber heute erst entdeckt. Ich denke nicht, dass...

.zzZZ 18. Jan 2019

Die Ax000er-Reihe war sehr aufrüstbar. Der Zorro-Bus wurde erst durch PCI übertroffen...

dreamtide11 03. Jan 2019

schade... sehe den thread erst jetzt. Egal, ich schreib's einfach mal unter :) Mir ging...

Crass Spektakel 02. Jan 2019

Das stimmt so beides nicht. MIDI ist eine reduzierte Variante von RS232 mit TTL-Pegeln...

moldyPizza 29. Dez 2018

Super, danke! Dir auch einen guten rutsch :)


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