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Comitis Capital: Threema bekommt einen neuen deutschen Eigentümer

Threema hat einen neuen Investor. Der Schweizer Messenger -Betreiber versichert, dass man weiter nicht unter deutsches Recht falle.
/ Achim Sawall
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Threema-Grafik zum On-premises-Angebot für Firmen und Organisationen (Bild: Threema)
Threema-Grafik zum On-premises-Angebot für Firmen und Organisationen Bild: Threema

Der Schweizer Messenger Threema wird von dem Private-Equity-Gesellschaft Comitis Capital übernommen. Das gab die deutsche Investmentgesellschaft am 12. Januar 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Der bisherige Investor Afinum Management aus München steigt aus.

Die Transaktion soll voraussichtlich im Januar 2026 abgeschlossen werden. Über das finanzielle Volumen wurden keine Angaben gemacht.

Nikolaus Bethlen, Managing Partner von Comitis, sagte, Threema sei positioniert, um von langfristigen strukturellen Wachstumstrends in den Bereichen sichere Kommunikation, europäische Datensouveränität und regulatorische Compliance zu profitieren.

"Wir freuen uns darauf, das Unternehmen in seiner nächsten Wachstumsphase zu unterstützen und auf der Tradition seines kompromisslosen Datenschutzes aufzubauen" , erklärte Bethlen weiter. Sanad Daniel, Partner bei Comitis, sagte, man werde die "Beschleunigung des Wachstums und der internationalen Expansion von Threema unterstützen" .

WieThreema bekannt gab(öffnet im neuen Fenster) , bleibt die Geschäftsleitung unverändert. "Für Threema-Nutzer ändert sich nichts. Mission, Werte und Unternehmensstrategie ändern sich nicht" , erklärte der Betreiber weiter.

Threema: unterliegen in erster Linie dem Schweizer Recht

Die Instant-Messaging-Dienste würden weiterhin von Threema in der Schweiz erbracht. Entsprechend unterliege Threema aufgrund des Sitzes in der Schweiz "in erster Linie dem Schweizer Recht. Deutsches Recht findet nicht aufgrund der deutschen Eigentümerschaft Anwendung, sondern aufgrund der Erbringung der Instant-Messaging-Dienste für Nutzer."

Threema gilt als einer der sichersten und privatsphärefreundlichsten Messenger weltweit. Bei der Einrichtung wird eine zufällige achtstellige ID generiert. Die Verknüpfung mit einer Handynummer ist optional, um Kontakte leichter zu finden.

Threema gibt an, keine Kontaktlisten oder Gruppen auf seinen Servern zu speichern; diese würden dezentral nur auf den Geräten der Nutzer verwaltet. Nachrichten würden nach der Zustellung sofort vom Server gelöscht. Seit Ende 2020 sind die Apps quelloffen.

Auch die Schweiz will Überwachung ausbauen

Threema errang im Jahr 2021 in der Schweiz einen Sieg vor dem Bundesgericht. Das Gericht entschied, dass Threema kein klassischer Fernmeldedienstanbieter ist und daher keine Metadaten auf Vorrat speichern muss. In Deutschland unterliegen Messengerdienste einer stärkeren Regulierung durch das Telekommunikationsgesetz (TKG), was die Anonymität von Threema untergraben könnte.

Im August 2025 startete die Schweizer Regierung eine Initiative zum Ausbau von Überwachungspflichten über die Verordnung zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs. Threema erklärte dem Schweizer Tages-Anzeiger(öffnet im neuen Fenster) , dass der Bundesrat versuche, die Überwachungsmöglichkeiten, die das Bundesgericht 2021 zurückgewiesen habe, "durch die Hintertür wieder einzuführen" .


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