Combat Survivor Evader Locator: Ein 800-Gramm-Gerät rettet abgestürzte Kampfpiloten
Nachdem Teheran einen F-15E-Kampfjet der US Air Force abgeschossen hatte, versteckte sich der US-Waffensystemoffizier zwei Tage lang im Iran. Was den abgestürzten Soldaten rettete, war das CSEL in seiner Überlebensweste. Das Combat Survivor Evader Locator AN/PRQ-7(öffnet im neuen Fenster) (VPN erforderlich) übermittelte verschlüsselt seine GPS-Position an Rettungskräfte.
Vier Funktionen, ein Gehäuse
Das CSEL ist seit 2006 das primäre Überlebensfunkgerät(öffnet im neuen Fenster) aller US-Teilstreitkräfte. Es wiegt 800 Gramm, ist zehn Meter wasserdicht, übersteht einen Schleudersitzausstieg und hält bis zu 21 Tage durch. Entwickelt von Boeing(öffnet im neuen Fenster) , wurden seit der Einführung rund 54.600 Geräte ausgeliefert.
Das CSEL vereint militärisches SAASM-GPS, verschlüsselten Satellitenfunk, UHF/VHF-Sprechfunk und eine Cospas-Sarsat-Bake(öffnet im neuen Fenster) in einem handlichen Gehäuse.
Drei Satellitenpfade, eine sichere Kette
Die Kernfunktion des CSEL ist seine Over-the-Horizon-Kommunikation über drei unabhängige Verbindungswege. Primär läuft alles über ein schmalbandiges militärisches UHF-Satcom (Ultra High Frequency Satellite Communications) des Mobile User Objective System (Muos)(öffnet im neuen Fenster) . Dieser Kanal ist bidirektional: Kurze verschlüsselte Datenpakete mit GPS-Position und einer von 23 vorprogrammierten Statusmeldungen gehen raus, Antworten der Rettungsleitstelle kommen zurück.
NSA-zertifizierte Type-1-Verschlüsselung(öffnet im neuen Fenster) sichert die Kommunikation ab. Die Funk-Bursts sind nach Herstellerangaben so kurz, dass sie für Beobachter im Rauschen verschwinden. Das macht das Gerät kaum anpeilbbar.
Als zweiter Übertragungsweg dienen die sogenannten National Assets – Aufklärungssatelliten des National Reconnaissance Office(öffnet im neuen Fenster) in polaren Orbits. Ihre Missionsdetails sind geheim. Als dritter Rückfallkanal sendet das CSEL auf 406 MHz ein Cospas-Sarsat-Signal(öffnet im neuen Fenster) mit 100-Meter-GPS-Genauigkeit ins internationale Seenotrettungsnetz.
Die Gegenstelle dieses Rückfallkanals bilden drei Bodenstationen(öffnet im neuen Fenster) auf Hawaii, Sizilien und im US-Bundesstaat Virginia, die rund um die Uhr empfangen und Signale über Siprnet(öffnet im neuen Fenster) an die zuständigen Rettungsleitstellen weiterleiten. Die Authentifizierung läuft dreistufig: kryptografisch über das Gerät selbst, persönlich über vorab hinterlegte Isoprep-Formulare(öffnet im neuen Fenster) und im Sprechfunkkontakt über individuelle Codewörter. Die Formulare enthalten Angaben, die nur die betreffende Person wissen kann, um sie zweifelsfrei identifizieren zu können.
Der Nachfolger steht bereit
Im Oktober 2024 wählte die Air Force General Dynamics Mission Systems(öffnet im neuen Fenster) als alleinigen Entwickler des Next Generation Survival Radio (NGSR) aus. Die 50 Prototypen sollen 22,2 Millionen US-Dollar kosten. Das NGSR ist 44 Prozent kleiner, 35 Prozent leichter, basiert auf Software-Defined-Radio-Architektur und unterstützt nativ Muos-WCDMA und M-Code-GPS.
Das Muos ist ein modernes, schmalbandiges Militär-Satellitenkommunikationssystem, das weltweite Sprach- und Datenverbindungen für mobile Truppen bietet. Es fungiert als globales militärisches Mobilfunknetzwerk, das eine zehnfach höhere Datenrate als Vorgängersysteme liefert.
Der M-Code ist ein verschlüsseltes, hochsicheres militärisches GPS-Signal (L1/L2), das speziell gegen Störsender (Jamming) und Spoofing entwickelt wurde. Es verbessert die Positionsbestimmung in umkämpften Umgebungen und ersetzt schrittweise den älteren P(Y)-Code. Das Next Generation Survival Radio soll sich beim Schleudersitzausstieg und bei Wasserkontakt automatisch aktivieren. Bis zu 48.000 Geräte sollen ab Juni 2027 ausgeliefert werden.