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Colossal: Mammuts wiederbeleben - Firma erhält neue Finanzmittel

Das Start-up Colossal identifiziert Gene, um ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Tiere wieder in ihrer natürlichen Umgebung anzusiedeln.
/ Patrick Klapetz
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KI-generiertes Bild eines Mammuts (Bild: Pixabay)
KI-generiertes Bild eines Mammuts Bild: Pixabay

Das US-Unternehmen Colossal Biosciences will ausgestorbene Tiere wie das Wollhaarmammut, den Dodo oder den Tasmanischen Tiger mithilfe ihrer DNA wiederbeleben . Durch eine neue Finanzierungsrunde hat die in Dallas (Texas) ansässige Firma ihre Barmittel auf 435 Millionen US-Dollar erhöht, berichtete das Wirtschaftsmagazin Bloomberg 15. Januar 2025(öffnet im neuen Fenster) .

TWG Global investiert 200 Millionen Dollar in das biotechnologische Start-up. Damit hat Colossal Biosciences eine Bewertung von 10,2 Milliarden US-Dollar - das Sechsfache seines Werts vor zwei Jahren.

Ab 2028 könnte es wieder Mammuts geben

Das Unternehmen befindet sich bei seinem Projekt zur Wiederbelebung des Mammuts laut CEO Ben Lamm in der Phase der Zellbearbeitung. Colossal identifiziert also die Zielgene, die für das Austragen des Mammuts durch eine Leihmutter notwendig sind. Erst wenn die Gene entschlüsselt sind, will das Unternehmen mit der Reproduktion des Wollhaarmammuts beginnen.

Laut Unternehmensangaben soll das erste auf diese Weise geschaffene Mammut bis Ende 2028 von einer Elefantenkuh ausgetragen werden.

Colossal geht es dabei nicht ausschließlich um den Jurassic-Park-Effekt . Die Firma möchte das Aussterben stoppen und zielt darauf ab, die Biodiversität zu erweitern. Damit soll das Gleichgewicht in Ökosystemen wiederhergestellt werden, um anderen Arten zu helfen.

Mammuts starben in den meisten Regionen vor 10.000 Jahren aus, einige Populationen weilten noch bis vor 4.000 Jahren auf der Erde.

Kritik an dem Vorhaben

Gegenüber Bloomberg zeigte sich der Paläontologe Karl Flessa von der University of Arizona skeptisch. Er frage sich, ob bei dem reproduzierten Tier tatsächlich ein Wollhaarmammut herauskomme, da Colossal die Zellen des Asiatischen Elefanten für seine Arbeit verwende.

Zudem äußerte er Bedenken, ob das Tier in der arktischen Tundra - seinem natürlichen Lebensraum - ausgesetzt werden sollte. Diese werde schließlich immer kleiner. "Es ist besser, das Aussterben von vornherein zu verhindern, als Bio-Replikate zurückzubringen, deren Wiedereinführung eine Reihe unbeabsichtigter Folgen haben könnte" , erklärte er.

Laut Colossal sollen die Tiere genau überwacht werden und in einem weitläufigen, sicheren Reservat leben. Zudem könnten auch andere Spezies wie der Wolf im Yellowstone-Nationalpark mit dem Verfahren wieder angesiedelt werden, hieß es weiter.


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