Abo
  • Services:

Collabora: Debian bekommt wieder eigenes Docker-Paket

Moderne Technik, die sich schnell verändert und viele Abhängigkeiten hat, schafft es nur schwer in eher langsam arbeitenden Linux-Distributionen wie Debian aufgenommen zu werden. Das gilt auch für Docker, das erstmals nach Jahren wieder als mehr oder weniger stabiles Paket in Debian wandert.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Wal ist das Maskottchen von Docker.
Der Wal ist das Maskottchen von Docker. (Bild: Bernard Spragg. NZ/CC0 1.0)

Open-Source-Technik, die sich vergleichsweise schnell weiterentwickelt und zusätzlich noch andere moderne Technik als Abhängigkeiten nutzt, hat es oft schwer, in Linux-Distributionen zu landen. Das gilt insbesondere bei dem für seine Stabilität und Langfristpflege bekannten Debian. Der Entwickler Arnaud Rebillout, der für die Open-Source-Beratungsspezialisten von Collabora arbeitet, erklärt dies in einem Blogeintrag sehr ausführlich am Beispiel von Docker, das Rebillout mit Hilfe anderer nun wieder als aktuelles Paket in Debian bereitstellt.

Stellenmarkt
  1. Universität Potsdam, Potsdam
  2. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), Magdeburg

Die letzte stabile Version von Docker in Debian ist mit Version 1.6.2 fast drei Jahre alt und lediglich als Backport für das ebenfalls schon veraltete Debian 8 alias Jessie verfügbar. Die aktuell stabile Version 9 alias Stretch von Debian enthält überhaupt kein Docker-Paket. Zusätzlich dazu gab es bisher noch ein Paket in dem Unstable-Zweig von Debian. Dieser wird aber einerseits Nutzern nicht zur Verwendung empfohlen und andererseits ist das Paket nicht aktiv betreut worden. Darüber hinaus war die Docker-Version auch schon über ein Jahr alt.

Aktuelles Docker-Paket im Testing

Dank der Arbeiten von Rebillout und weitere Beteiligter, allen voran den Debian-Betreuern der Pakete der Programmiersprache Go, steht nun die aktuelle Version 18.03.1 von Docker im Testing-Zweig des Debian-Projektes zur Verfügung. Aus dem Testing-Zweig werden die stabilen Veröffentlichungen von Debian abgeleitet. Einige andere Distributionen wie etwa Ubuntu übernehmen regelmäßig die Pakete aus dem Unstable- oder Testing-Archiv von Debian für ihre eigenen Veröffentlichungen.

Um das aktuelle Docker-Paket bereitzustellen, mussten die Debian-Betreuer einige Probleme lösen. Dazu gehören etwa die zirkulären Abhängigkeiten von Docker und seinen Einzelbestandteilen, aber auch die mehr als 100 externen Abhängigkeiten. Um allein das neue Docker-Paket bereitzustellen, so schreibt Rebillout, mussten 40 Abhängigkeiten als völlig neue Pakete in Debian erstellt werden.

Diese Arbeit der Debian-Betreuer mag einigen seltsam erscheinen. Immerhin stellt das Docker-Unternehmen selbst Debian-Pakete seiner Open-Source-Software zur Verfügung. Dieses Paket enthält fast seine gesamten Abhängigkeiten und vor allem einen eigenen Zweig für Go. Dieses Vorgehen wird als Vendoring bezeichnet.

Eben dieses Zusammenfassen einer Anwendung mit seinen Abhängigkeiten widerspricht den üblichen Regeln des Paketbaus von Linux-Distributionen. Hier sind die Abhängigkeiten eigene Pakete, die eventuell auch von anderen Anwendung genutzt werden. Das ermöglicht es dem Team, leichter Tests oder die Sicherheitspflege der Pakete durchzuführen. Außerdem ist es einfach, den Überblick in solch einem Vendoring-Zweig zu verlieren, und schwierig, eventuelle Änderung dort zu verfolgen. Aus Sicht der Debian-Betreuer bringt die Nutzung eines eigenen Docker-Pakets also einige Vorteile.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 99,00€ (lieferbar ab 1. April, versandkostenfrei)
  2. 99,00€ (zzgl. 1,99€ Versand)
  3. (u. a. Bis zu 33% Rabatt auf iPhone 6 Ersatzteile)
  4. (u. a. Spider-Man Homecoming, Wonder Woman)

GodsBoss 01. Aug 2018

Das müsstest du genauer erläutern. Was ist denn mit den "ziemlich großen Brocken...

Anonymer Nutzer 09. Jul 2018

In dem Fall das die komplett fehlen (was logischerweise schlimmer ist (wobei multimon als...


Folgen Sie uns
       


Besuch im Testturm Rottweil von Thyssen-Krupp - Bericht

Thyssen-Krupp testet in Baden-Württemberg in einen Turm einen revolutionären Aufzug, der ohne Seile auskommt.

Besuch im Testturm Rottweil von Thyssen-Krupp - Bericht Video aufrufen
Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  2. EU-Urheberrecht Die verdorbene Reform
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

Fido-Sticks im Test: Endlich schlechte Passwörter
Fido-Sticks im Test
Endlich schlechte Passwörter

Sicher mit nur einer PIN oder einem schlechten Passwort: Fido-Sticks sollen auf Tastendruck Zwei-Faktor-Authentifizierung oder passwortloses Anmelden ermöglichen. Golem.de hat getestet, ob sie halten, was sie versprechen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. E-Mail-Marketing Datenbank mit 800 Millionen E-Mail-Adressen online
  2. Webauthn Standard für passwortloses Anmelden verabschiedet
  3. Studie Passwortmanager hinterlassen Passwörter im Arbeitsspeicher

Display-Technik: So funktionieren Micro-LEDs
Display-Technik
So funktionieren Micro-LEDs

Nach Flüssigkristallanzeigen (LCD) mit Hintergrundbeleuchtung und OLED-Bildschirmen sind Micro-LEDs der nächste Schritt: Apple arbeitet daran für Smartwatches und Samsung hat bereits einen Fernseher vorgestellt. Die Technik hat viele Vorteile, ist aber aufwendig in der Fertigung.
Von Mike Wobker

  1. AU Optronics Apple soll Wechsel von OLEDs zu Micro-LEDs vorbereiten

    •  /