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Coldcard-Wallets: Massenhafte Bitcoin-Diebstähle erschüttern die Kryptobranche

Bitcoins im Wert von mehr als 70 Millionen Euro haben zuletzt unverhofft die Besitzer gewechselt. Grund ist eine Schwachstelle in Hardware-Wallets von Coinkite.
/ Marc Stöckel
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Ein Angreifer hat Bitcoin aus Tausenden von Coldcard-Wallets gestohlen. (Bild: pexels.com / Qing Luo)
Ein Angreifer hat Bitcoin aus Tausenden von Coldcard-Wallets gestohlen. Bild: pexels.com / Qing Luo

Einem Angreifer ist es gelungen, über mehrere Angriffswellen hinweg Bitcoin im Wert von mehr als 70 Millionen Euro von Tausenden von Hardware-Wallets zu stehlen. Ursache dafür ist eine fünf Jahre alte, aber inzwischen gepatchte Sicherheitslücke in der Firmware des Wallet-Anbieters Coinkite. Mit den Coldcard-Wallets des Unternehmens generierte Seed-Phrases sind dadurch einfach zu knacken, so dass Angreifer die Wallets plündern können.

Normalerweise gelten Hardware-Wallets als sehr sichere Methode zur Selbstverwahrung von Kryptowährungen. Der private Schlüssel wird dabei in der Regel in einem Secure-Element auf dem Wallet-Gerät gespeichert. Neue Transaktionen werden direkt auf diesem Gerät signiert, so dass der Schlüssel die Wallet nie verlassen muss.

Selbst wenn ein Nutzer also eine Transaktion über einen mit Malware infizierten Computer einleitet, bleibt der private Schlüssel auf der Wallet und damit vor Fremdzugriffen geschützt. Doch durch die Firmware-Lücke in den Coldcard-Wallets lassen sich damit erzeugte Seed-Phrases sowie der davon abgeleitete private Schlüssel mit überschaubarem Rechenaufwand ermitteln. Ein Angreifer kann dadurch Vollzugriff auf alle Kryptobestände der jeweiligen Wallet erlangen.

Firmware-Bug zerstört Entropie

Zunächst fiel die Lücke durch Beschwerden von Nutzern(öffnet im neuen Fenster) auf, deren Bitcoin-Wallets plötzlich und unerwartet geleert wurden. Die Sicherheitsexperten von Block veröffentlichten daraufhin am 30. Juli eine Analyse(öffnet im neuen Fenster). Demnach führte Coinkite 2021 bei einer Umstellung seiner Wallet-Firmware einen Bug ein, durch den der Zufallsgenerator, der für die Erzeugung einer sicheren Seed-Phrase erforderlich ist, nicht korrekt arbeitet.

Infolgedessen kam es bei der Seed-Erzeugung mit anfälligen Firmware-Versionen zu einem Fallback auf einen deterministischen Algorithmus, mit je nach Wallet-Modell unterschiedlichen Auswirkungen auf die Entropie (Zufälligkeit) der erzeugten Seed-Phrases. Bei allen betroffenen Coldcard-Modellen (Mk2, Mk3, Mk4, Mk5 und Q) gelten die Seeds dadurch aber als unsicher.

Coldcard-Nutzer müssen handeln

Mittlerweile behob Coinkite das Problem und veröffentlichte gepatchte Firmware-Versionen. Der Hersteller betont aber in einer Sicherheitsmeldung(öffnet im neuen Fenster), dass mit einer anfälligen Version generierte Seeds dauerhaft unsicher bleiben. Nutzer sollten also nicht nur die Coldcard-Firmware aktualisieren, sondern danach auch dringend eine neue Seed-Phrase generieren und ihre Bitcoin-Bestände darauf umziehen.

Was bei dem Umzug der Coins im Detail zu beachten ist, lässt sich der Meldung von Coinkite(öffnet im neuen Fenster) entnehmen. Etwas weniger dringlich ist der Aufruf für Nutzer, die eine zusätzliche Passphrase mit hoher Komplexität vergeben haben. Dabei handelt es sich um ein Passwort, das der Nutzer selbst auswählt und das eine Art Unterkonto innerhalb der Bitcoin-Wallet eröffnet.

Die Blockchain-Experten von Galaxy Research dokumentierten auf X(öffnet im neuen Fenster) bereits mehrere(öffnet im neuen Fenster) Angriffswellen, bei denen in den vergangenen Tagen Bitcoin-Bestände von Coldcard-Nutzern gestohlen wurden. Demnach scheint der Angreifer schon mindestens 4.585 Wallets geplündert und dabei zusammen mehr als 1.367 Bitcoin erbeutet zu haben, welche nach derzeitigem Handelskurs über 70 Millionen Euro wert sind.


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