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Cody Brocious: Mozilla-Softwareentwickler hackt Hoteltüren mit Arduino

Cody Brocious kann aus seiner Zeit bei dem Startup Unified Platform Management mit seinem Arduino Hoteltüren mit elektronischen Schlüsselkarten öffnen. Er hatte dort per Reverse Engineering die Schlösser von Onity nachgebaut.
/ Achim Sawall , Nico Ernst
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Standardschloss von Onity (Bild: Cody Brocious)
Standardschloss von Onity Bild: Cody Brocious

Der Mozilla-Softwareentwickler Cody Brocious hat auf der Conference Black Hat in Las Vegas einen Hack für Hoteltüren mit elektronischen Schlüsselkarten vorgeführt. Das berichtet das US-Wirtschaftsmagazin Forbes(öffnet im neuen Fenster) . Der 24-Jährige griff die Anlage über eine Buchse an, die sich zur Stromversorgung und Programmierung an der Unterseite des Schlosses(öffnet im neuen Fenster) befindet, um die Schlüsselkarte zu umgehen und den Öffnungscode auszulesen.

Hersteller der Türschlösser ist Onity, das laut Unternehmensangaben weltweit vier von fünf Millionen Hoteltüren ausgestattet hat.

Mit einer Arduino-Plattform, einer Open-Source-Hardware-Platine, sei ihm das Öffnen von einigen Hoteltüren in Sekunden gelungen, erklärte Brocious. "Ich mach den Stecker rein, schalte ein, und das Schloss öffnet sich" , sagte er Forbes. Die Methode sei jedoch nicht zuverlässig. Der Hack funktionierte an einem Standard-Hoteltürschloss für elektronische Schlüsselkarten von Onity, das sich Brocious bestellt hatte. An drei Hoteltüren in New York, die Brocious zusammen mit Forbes-Autor Andy Greenberg aufsuchte, war der Angriff nur einmal erfolgreich. Auch da gelang der Hack nur im zweiten Anlauf, nach einer Änderung der Software, wie Greenberg berichtet.

Brocious, der den Hack auf seiner Website(öffnet im neuen Fenster) genau dokumentiert(öffnet im neuen Fenster) hat, hat seine Kenntnisse von seinem früheren Arbeitgeber. Er war für das Startup Unified Platform Management als Chief Technology Officer tätig, das per Reverse Engineering versucht hat, die Schlösser von Onity nachzubauen, und selbst preisgünstiger herzustellen. Das Startup verkaufte seine Untersuchungsergebnisse im Jahr 2011 für 20.000 US-Dollar an das Locksmith Institute (LSI), wohin auch Strafverfolgungsbehörden, Polizei und Geheimdienste ihre Mitarbeiter zur Ausbildung schicken.

Brocious hat dem Hersteller Onity oder dessen Mutterkonzern United Technologies Corporation die Sicherheitslücke nicht mitgeteilt. Das Problem sei mit einem Firmwareupdate nicht zu lösen, alle Türschlösser brauchten eine neue Elektronik.


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