Coder Camp für Mädchen: "Wir dachten dieser Unterricht sei nur für Jungen"

Wenn Mädchen programmieren lernen, verbessert das die Chancen ihrer Gemeinde, sagt die Organisatorin des ersten Coding Camps für Mädchen in Afrika. Auch andere Initiativen wollen ein Umdenken herbeiführen.

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Die Mädchen zeigen, was sie können.
Die Mädchen zeigen, was sie können. (Bild: UNO Women/Screenshot: Golem.de)

Nach nur zwei Wochen intensivem Training haben alle 80 Teilnehmerinnen des ersten afrikaweiten Coding Camps für Mädchen funktionierende Apps entwickelt. Das sagte Letty Chiwara von UN Women am 13. September 2018 auf der ITU Telecom World in Durban. Die Apps waren für Wasserversorgung ihrer Dörfer und Gemeinden und für andere Bereiche.

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Chiwara betonte: "Von den 80 Mädchen haben jedoch nur 14 in der Schule Informatik als Fach belegt. Auf Nachfrage erklärten sie: 'Wir dachten, dieser Unterricht sei nur für Jungen'." Wenn Mädchen programmieren lernen, verbessere das die Situation für ihre gesamte Gemeinde.

Elisabeth Migwalla, Senior Director Government Affairs Africa bei Qualcomm, berichtete auf dem Panel, dass sie schon sehr lange in der IT-Branche arbeite. "Als ich anfing, gab es in der Entwicklerabteilung noch keine Frauentoilette. Ich bin länger in der Branche, als ich zugeben will", sagte Migwalla. Qualcomm setze sich seit langem für Diversität ein.

Malcolm Johnson, ITU Deputy Secretary-General, erklärte, dass seine Organisation den International Girls for ICT Day begründet habe. Doch es gebe noch viel zu tun. "Die Kluft zwischen Mann und Frau beim Internetzugang wächst sogar in Südafrika".

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Von einem besonderen Ausbildungsprogramm für Mädchen berichtete Stella Tembisa Ndabeni-Abrahams, stellvertretende Ministerin für Telekommunikation Südafrikas: "Es reicht von der 6. Klasse bis zur 12. Klasse. Wir bilden dabei 900 Mädchen im Jahr aus". Ihr sei bewusst, dass das gemessen an der Gesamtbevölkerung nur ein kleiner erster Schritt ist.

Laut Johnson sei ein früher Start für Mädchen in die IT sehr wichtig. Informatik gehöre in den Lehrplan der Schulen Afrikas und der Netzzugang müsse bezahlbar sein. Beispielhaft sei der günstige Internetzugang in Indien, der nur 2 US-Dollar im Monat koste. Ein weiteres wichtiges Feld sei der Schutz für Mädchen und Frauen im Internet vor Übergriffen, damit sie nicht nach kurzer Zeit frustriert aufgäben. "Die Ansicht 'Mädchen können das nicht' kommt aus den Familien", sagte er. Dort müsse bereits angesetzt werden.

Das Projekt African Girls Can Code Initiative (AGCCI) läuft von 2018 bis 2022 und hat im ersten Jahr der Umsetzung von der finanziellen Unterstützung durch die dänische Regierung profitiert.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Huawei an der ITU Telecom World in Durban/Südafrika teilgenommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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Mixermachine 14. Sep 2018

etwas OT: Bitte bringt den Leuten gute Richtlinien fürs Coden bei. Erst vor ein paar...

bombinho 14. Sep 2018

Gerade im Internet kann sich die Situation auch schnell umdrehen, in diversen sozialen...

bombinho 14. Sep 2018

Also ich kann das ein Stueck weit nachvollziehen, bis vor einigen Jahren hatte ich noch...

sfe (Golem.de) 13. Sep 2018

Bevor der Thread noch weiter abrutscht wird er geschlossen. Sebastian Fels (golem.de)



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