CODiAQ: US-Spezialkräfte testen erstmals bewaffneten Quadrupeden
Die US-Armee hat dem sogenannten CODiAQ – kurz für Controller Operated Direct Action Quadruped – eine sogenannte Limited Safety Release erteilt(öffnet im neuen Fenster). Das System des australischen Herstellers Skyborne Technologies(öffnet im neuen Fenster) ist damit das erste bewaffnete Laufrobotik-System dieser Klasse, das in den USA die operative Testphase erreicht. Der zugrundeliegende Vertrag umfasst die Lieferung von 14 Robotern und 28 modularen Waffenmodulen(öffnet im neuen Fenster) im Gesamtwert von rund 6,5 Millionen US-Dollar.
Ferngesteuerter Unterstützer im Häuserkampf
Der Roboter soll dort eingesetzt werden, wo es für menschliche Soldaten besonders gefährlich wird: Gebäudeinnenbereiche, fragmentiertes Stadtgelände, Tunnel – das klassische Häuserkampfgebiet, das in der Vergangenheit mit extremen Verlustzahlen verbunden war. Bereits in Stalingrad zwang der Häuserkampf beide Seiten, unter großen Verlusten völlig neue Taktiken zu entwickeln – die Wehrmacht reagierte darauf mit der Aufstellung spezieller Sturmgrenadier- und Sturmpionierbataillone. Studien zu den Kämpfen um Hue 1968(öffnet im neuen Fenster) dokumentieren, dass der Häuserkampf im Innenstadtbereich Verwundetenraten von bis zu 44 pro 1.000 Soldaten pro Tag erzeugte – Werte, die moderne Streitkräfte vor enorme Herausforderungen stellen.
Oberstleutnant Andre Knappe vom Objektschutzregiment der Luftwaffe fasst es knapp zusammen(öffnet im neuen Fenster): "Der Kampf in urbanen Umgebungen ist zäh, brutal und äußerst verlustreich."
Dank modularer Architektur lassen sich verschiedene Sensor- und Effektor-Konfigurationen je nach Auftrag integrieren. Skyborne positioniert das System als ferngesteuertes Unterstützungselement für sogenannte Direct-Action-Missionen – also jene Einsätze, die typischerweise Spezialkräfte übernehmen. Die ersten Schusswaffenversuche sind für Oktober 2026 geplant, auch eine begrenzte multinationale Beteiligung ist vorgesehen.
Laufroboter holen auf, aber die Reife fehlt noch
Unbemannte Bodensysteme stehen beim US-Militär seit Jahren im Fokus, doch bislang dominierten Rad- und Kettenfahrzeuge. Vierbeinige Systeme gewinnen jedoch an Interesse, weil sie in unwegsamem Gelände und engen Räumen Vorteile bieten könnten. Gleichzeitig ist die Technik noch weit von operativer Reife entfernt: Waffenintegration, Kommandologik und Einsatzdoktrin sind ungeklärte Baustellen. Die aktuelle Evaluierung soll genau hier Daten liefern.



