Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Codex & Claude Code: Meta hat Angst, Coding-Modelle zu destillieren

Meta beschränkt laut interner Unterlagen den Zugriff auf externe Coding-Modelle. Der Grund sind Ambitionen für eigene KI-Coding-Tools.
/ Johannes Hiltscher
2 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Meta-Logo am Hauptquartier in Menlo Park. (Bild: Nokia621, Wikimedia Commons)
Meta-Logo am Hauptquartier in Menlo Park. Bild: Nokia621, Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0

Wie viele andere Software-Unternehmen nutzt auch Meta die Coding-Modelle Claude Code und Codex von Anthropic und OpenAI. Dem Magazin The Information sind allerdings interne Dokumente zugespielt worden(öffnet im neuen Fenster), die zeigen: Zumindest ein Teil der Entwickler ist zu Zurückhaltung bei der Nutzung angehalten, da Meta an eigenen Coding-Tools arbeitet.

Die Beschränkungen betreffen die Abteilung Applied AI, welche die eigenen Coding-Modelle entwickeln soll. Die Regeln sollen erstmals im Mai 2026 erwähnt worden sein und seit Juni 2026 gelten. Es soll verhindert werden, dass mit Claude Code oder Codex generierter Code für das Training der eigenen Modelle verwendet wird.

Dahinter steht die Sorge, dass so, wenngleich unbeabsichtigt, aus den Modellen der Konkurrenz extrahiertes Wissen im eigenen Modell landen könnte. Dies könnte bei strenger Betrachtung als sogenannte Destillation ausgelegt werden, bei der ein Modell von einem anderen lernt. Der Aufwand ist geringer als beim Training auf Basis von Rohdaten, das Wissen kann zudem komprimiert werden, weshalb Destillation gern zur Übertragung eines großen Modells auf ein kleineres genutzt wird (g+).

Destillation könnte rechtliches Nachspiel haben

Aus diesen Gründen sind die großen KI-Anbieter sensibel gegenüber Destillationsversuchen. Die Nutzungsbedingungen verbieten, Ein- und Ausgaben eines Modells für das Training von KI-Modellen zu verwenden.

Regelmäßig werden Destillationsvorwürfe gegenüber chinesischen KI-Entwicklern wie Deepseek, Minimax oder Moonshot AI erhoben. Aber auch xAI sah sich bereits Vorwürfen ausgesetzt, beim Training von Grok ChatGPT destilliert zu haben.

Destillationsvorwürfe könnten für Meta neben negativer Außenwirkung auch rechtliche Konsequenzen haben, weshalb der Konzern solche Vorwürfe von vornherein auszuschließen versucht.


Relevante Themen