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Codename Blackhawk: ARM will die leistungsfähigste Smartphone-CPU entwickeln

ARM will mehr eigene CPU -Designs verkaufen - und rüstet dafür die eigenen Kerne auf. Ziel: Besser sein als Apple .
/ Johannes Hiltscher
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ARM möchte mehr eigene CPU-Designs in Smartphones sehen. (Bild: ARM)
ARM möchte mehr eigene CPU-Designs in Smartphones sehen. Bild: ARM

ARM verdient mit seinen Prozessordesigns zu wenig - das ist von CEO Rene Haas häufiger zu hören. Ein Dorn im Auge sind ihm besonders Eigenentwicklungen wie das Apple Silicon, die ARMs Befehlsformat nutzen und ARM nur verhältnismäßig geringe Einnahmen bringen . Neben Überlegungen zu einem neuen Lizenzmodell will der CPU-Entwickler Kunden mit einem deutlichen Leistungssprung von den eigenen Kernen überzeugen.

Der Leistungsunterschied zwischen ARMs fertigen CPU-Kernen und von ISA-Lizenznehmern wie Apple entwickelten sei in den vergangenen Jahren zu groß geworden, so Analyst Patrick Moorhead(öffnet im neuen Fenster) . Daher wolle ARM mit einem neuen, unter dem Codenamen Blackhawk entwickelten Kern "die größte jährliche IPC-Steigerung der vergangenen fünf Jahre" liefern. IPC steht kurz für Instructions per Cycle, also die Anzahl der Anweisungen, die ein Prozessor im Mittel in einem Taktzyklus ausführen kann. ARM bestätigte Moorheads Aussagen gegenüber The Register(öffnet im neuen Fenster) .

Bei Blackhawk handelt es sich demnach um den Nachfolger des aktuellen Cortex-X4 . Bezieht sich ARM auf den Cortex-X1 (g+) , könnte das eine Leistungssteigerung um über 30 Prozent bedeuten. Allerdings scheint das Unternehmen die Bewertungsgrundlage geändert zu haben: Bezog sich ARM bislang auf Specrate_int_base, dient nun laut Moorhead Geekbench 6 als Datenbasis. Spitzenleistung soll der neue Kern auch bei KI bringen, ohne die keine CPU mehr auskommt .

Erste Geräte eventuell schon 2024

Laut Moorhead plant ARM, dass erste Smartphones mit Blackhawk-CPUs bereits Ende 2024 auf den Markt kommen könnten. Das wäre ein ambitionierter Zeitplan, da laut ARM das neue Prozessordesign im Mai 2024 vorgestellt werden soll. Bis dahin will sich das Unternehmen nicht weiter äußern, die ersten Chips müssten dann aber bereits vor der offiziellen Vorstellung in die Fertigung gehen.

Als einer der ersten dürfte der treue ARM-Kunde Mediatek Systems-on-Chip mit dem neuen Cortex-X5 auf den Markt bringen. Analyst Moorhead kann sich aber gar vorstellen, dass Samsung seine eigene Prozessorentwicklung zugunsten der fertigen ARM-Kerne aufgibt.


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