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Algorithmus-Ethik für Programmierer

Noller, Gründer des Targeting-Dienstes nugg.ad, schrieb schon im vergangenen Jahr in der FAZ: "Wenn die 68er Lehrergeneration ihren Schülern durch Zeitungsanalyse mit Schere und Textmarker beigebracht hat, wie Meinung gemacht wird, müssen die Schüler in der Zukunft verstehen lernen, warum sie auf ihrem Computer eine andere Nachrichtenlage sehen werden als ihr Tischnachbar."

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In Berlin fordern er und Bunz aber nicht nur die Vermittlung von Wissen über Codes und Algorithmen schon in der Schule. Noller will auch die Googles und Facebooks dieser Welt in die Pflicht nehmen: "Es braucht eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, Algorithmen oder wenigstens deren Prinzipien offenzulegen und kontrollierbar zu machen."

Mit anderen Worten: Google soll erklären müssen, wie es Suchergebnisse gewichtet, Geschäftsgeheimnis hin oder her. "Ein kleiner Button auf der Website, der darauf hinweist, dass ein Ergebnis personalisiert ist, reicht da nicht", findet Noller. Es bestehe "die Gefahr, dass wir den Zugang zu ungefilterten Informationen verlieren, oder zumindest das Wissen über diese Filter".

Verbindliche ethische Grundsätze für Programmierer

Nele Heise sieht das ähnlich, in einer "Black Box" wie Google brauche es zumindest verbindliche ethische Grundsätze für die Programmierer - eine Algorithmus-Ethik eben.

Diese Idee gibt es schon länger. Zuletzt hat sie Evgeny Morozov in seinem Buch To Save Everything zum Ausdruck gebracht. Er schreibt darin: "Wir müssen aufhören zu denken, die neuen Filter- und Algorithmus-Praktiken, die von den neuen digitalen Mittelsmännern (und ihren Computerexperten-Cheerleadern) beworben werden, seien unproblematisch, objektiv und auf natürliche Weise allen vorangegangenen Filtern und Praktiken überlegen. Die neuen Filter mögen schneller, billiger und effektiver sein, aber Geschwindigkeit, Kosten und Effizienz spielen nur eine Nebenrolle in der zivilen Rolle, die diese Filter und Algorithmen in unserem Leben spielen werden."

Morozov, der zunächst als einer der Hauptredner der diesjährigen Re:publica angekündigt war, aber dann absagte, verlangt eine "genaue ethische Überprüfung" dieser Algorithmen, ebenso wie der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger, der eine Art Algorithmus-TÜV fordert. Bis solche Forderungen in der breiten Öffentlichkeit ankommen, wird es aber wohl noch dauern. "Vielleicht so sechs Jahre", schätzt Nele Heise - eine lange Zeit der digitalen Unmündigkeit.

 Code: Raus aus der digitalen Unmündigkeit
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tha_specializt 08. Mai 2013

Ich hab erschreckende Neuigkeiten für dich : exakt das passiert. Zwar wurde schon seit...

tha_specializt 08. Mai 2013

!0 Japs, "Programmierer" machen das wohl - richtig. Gut, dass es davon nicht allzu viele...

tha_specializt 08. Mai 2013

würde ich so nicht unterschreiben, moderne Panzer schaffen locker (!) 70 km/h und mehr...

tha_specializt 08. Mai 2013

Bitte nicht, dann gäbe es noch mehr von den Scriptkiddies die absolut rein garnichts...

Robert S. 07. Mai 2013

Naja doch schon... es ist nur besonders schlechtes Soziologengewäsch


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