Code-Knackerin aus Bletchley Park: Charlotte Webb mit 101 Jahren gestorben

Im Zweiten Weltkrieg half sie den Briten beim Knacken verschlüsselter Nachrichten: Charlotte Betty Webb(öffnet im neuen Fenster) war eine der letzten Code-Knackerinnen von Bletchley Park – nun ist sie im Alter von 101 Jahren gestorben. Das meldete die Webseite des Museums zu Bletchley Park(öffnet im neuen Fenster) . Auch die BBC(öffnet im neuen Fenster) berichtete über den Todesfall.
Bletchley Park ist ein Anwesen nördlich von London. Dort knackten die Briten im Zweiten Weltkrieg den Verschlüsselungscode der Nazis und arbeiteten daran, auch Nachrichten anderer verfeindeter Staaten zu verstehen. Von der Arbeit der Code-Knackerinnen erzählen Spielfilme wie The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben.
Webb war laut BBC-Bericht von 1941 bis 1945 für die Frauenabteilung des britischen Heeres im Einsatz, arbeitete mit deutschen und japanischen Nachrichten und später auch für das US-Pentagon. Während dieser Zeit hieß sie mit Nachnamen noch Vine-Stevens.
Webbs Einsatz blieb lange geheim
Webb übersetzte damals deutsche Marine-Enigma-Funksprüche und wertete diese militärisch-taktisch aus. Jahrelang habe sie ihren Einsatz verschwiegen – bis 1975 sei er ein Geheimnis geblieben. Später wurde sie vom Königshaus geehrt und in die französische Ehrenlegion aufgenommen.
"Betty hat Frauen in der Armee über Jahrzehnte inspiriert" , schrieb die Organisation Women's Royal Army Corps Association(öffnet im neuen Fenster) in ihrem Nachruf. Bletchley Park, heute ein Museum, betonte, Webb habe sich unermüdlich darum bemüht, die Geschichte von Bletchley Park einem breiteren Publikum nahezubringen.
Im Jahr 2011 schrieb Webb ihre Memoiren, die unter dem Titel Secret Postings veröffentlicht wurden. 2023 erschienen sie zum 100. Geburtstag der Autorin in einer erweiterten Neufassung unter dem Titel No More Secrets. In dem Buch enthüllt Webb Details über ihre Arbeit und das Zusammenleben in Bletchley Park.



