Code-Fund: Apples Siri könnte bald auf Claude oder ChatGPT setzen
Apples künftige Betriebssystemversionen könnten es Nutzern ermöglichen, die KI-Modelle hinter Siri zu ersetzen. Das legen Entdeckungen in Vorabversionen von iOS 27 und MacOS Golden Gate nahe. Die Funde des Entwicklers pdfu(öffnet im neuen Fenster) deuten darauf hin, dass Apples neu aufgebaute Siri-Architektur externe Modelle auf einer tieferen Ebene unterstützen soll als bislang erwartet.
Entdeckt wurde ein Mechanismus, der offenbar Model Delegation heißt. Ein KI-Modell wie Anthropics Claude würde dabei als Siri-Erweiterung erscheinen, ähnlich wie die bestehende ChatGPT-Integration. In einem auf X geteilten Video öffnete ein MacOS-Nutzer die Suchleiste "Suchen oder Fragen" und wählte Claude über ein Kontextmenü mit der Option "Fragen..." aus.
iOS 27 and macOS Golden Gate have private hooks that let apps add Siri Extensions and replace Siri AI's server backend with third-party models.
First, here's Claude running as a Siri Extension using the Model Delegation API in App Intents. Claude can appear in Siri's "Ask…"… pic.twitter.com/OXKHQ4hDY8(öffnet im neuen Fenster)
— pdfu (@itspdfu) September 13, 2026(öffnet im neuen Fenster)
Ist die Erweiterung aktiviert, übernimmt sie offenbar Anfragen in natürlicher Sprache und delegiert Systemaufgaben an Siri. In einem Beispiel bat ein Nutzer Siri, Claude eine Erinnerung erstellen zu lassen. Claude interpretierte die Anfrage, die Erinnerung selbst wurde aber über Siri angelegt, da dafür Zugriff auf Apples Erinnerungen-App nötig ist.
In einer weiteren Demonstration erhielt Claude im Siri-Fenster die Aufgabe, eine CSV-Datei zu erstellen, was Siri allein nicht leisten kann, und lieferte ein fertiges Ergebnis zurück.
Tiefere Integration über Model Manager Services
Ein zweites, im Code entdecktes Protokoll könnte noch weiter gehen. Ein Inferenz-Anbieter innerhalb der Model Manager Services würde demnach ermöglichen, Apples eigenes serverseitiges Siri-Modell durch eine Alternative wie OpenAIs GPT-5.6 zu ersetzen.
In diesem Fall würde das Drittanbietermodell Apples Siri-Planner-Prompt und die Werkzeugdefinitionen erhalten. Es könnte Systemaktionen anfordern, auf die resultierenden persönlichen Daten zugreifen und eine Antwort formulieren, die Siri über die eigene Oberfläche und Stimme ausgibt.
Das Demovideo zeigt, wie ein Nutzer das externe Modell in der Siri-App bittet, E-Mails zu einem bestimmten Thema zu finden, Inhalte und Aufgaben zusammenzufassen und eine Nachricht an einen Kontakt zu senden.
Regulatorischer Druck könnte diese Richtung beeinflusst haben. Das Gesetz über digitale Märkte der Europäischen Union verpflichtet Apple, Dritten effektiven Zugang zu iOS-Hardware- und Software-Funktionen zu gewähren, die auch Apples eigenen Diensten offenstehen. Die Europäische Kommission deutete an, dass dieses Prinzip auch für Siri gelte.
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