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Coda: Office-365-Alternative kommt ohne "Schiffe versenken" aus

Coda ist eine Office -Software, bei der Tabellenzellen mit Namen statt A11:B13 angesprochen werden können. Dazu wurde eine eigene Skriptsprache entwickelt, die auch interaktive Elemente oder Drittanbieterdienste in Dokumente einfügt.
/ Oliver Nickel
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In Coda werden Tabellenzellen per Name angesprochen. (Bild: Derek Gavey)
In Coda werden Tabellenzellen per Name angesprochen. Bild: Derek Gavey / CC-BY-SA 2.0

Das Startup-Unternehmen Coda hat nach dreijähriger Entwicklungszeit die erste Betaversion seiner gleichnamigen Software(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Coda soll als eine Alternative zu Bürosoftware wie Office 365 oder Google Docs positioniert werden. Der Ansatz ist jedoch etwas anders als bei den traditionellen Konkurrenzprodukten. Ein leeres Dokument wird nämlich je nach Wünschen für beliebige Zwecke genutzt. Es können Tabellenkalkulationen und einfach nur Klartext auf einer Seite dargestellt oder Bedienungselemente wie programmierbare Schieberegler und Echtzeitgrafiken eingefügt werden.

Bedienung von Coda - Teaser
Bedienung von Coda - Teaser (00:14)

Coda verbindet also Tabellenkalkulation und Textverarbeitung in einem Programm und soll dabei dessen Bedienung einfacher gestalten. Das Unternehmen hat dazu eine eigene Skriptsprache entwickelt, über die ein Formular für verschiedene Zwecke erstellt werden kann. In einem Beispiel wird ein Bewertungsbogen für Bewerbungsgespräche mit interaktiven Reglern gezeigt. Ein weiteres Beispiel präsentiert ein Gantt-Diagramm für die Planung eines zeitkritischen Projekts.

Coda legt Wert auf möglichst einfache Bedienung. Ein Problem sei dabei die von den Machern "Schiffe versenken" genannte Art, Tabellenzellen anzusprechen. Statt A1:F3 können Zellen in Coda nach ihren gegebenen Namen angesprochen werden. Außerdem können Dienste von Drittanbietern in das Programm eingebettet werden. Die Methode GoogleDirections kann beispielsweise Navigationsdaten aus Google Maps abrufen. Es können auch mehrere Dokumente miteinander verknüpft und deren Daten untereinander abgerufen werden. Der Dienstleister Uber soll so etwa das Programm als eine Art Unternehmens-Wiki verwenden.

Eigene Skriptsprache erfordert Umstellung

Laut dem Tech-Magazin The Verge(öffnet im neuen Fenster) ist die von Coda eigens entwickelte Sprache zwar flexibel einsetzbar, doch lösen Konkurrenten wie zum Beispiel Trello die Konfiguration ihrer Skriptsprachen benutzerfreundlicher durch Buttons und Widgets. Daher sei es wahrscheinlich schwierig, die Software in vielen Büroumgebungen zu etablieren, da sie zusätzliche Einarbeitung erfordert.

Investoren sehen das anscheinend nicht so eng: Immerhin konnte Coda bereits 60 Millionen US-Dollar an Investitionen erhalten - obwohl das Produkt bisher noch nicht offiziell nutzbar ist. Für die geschlossene Beta können sich Interessierte auf der Produktseite anmelden. Momentan funktioniert das Programm aber nur als Dekstopversion. Die mobile Variante kann nur mit Leserechten geöffnet werden.


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