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Cobot: Nicht so grob, Kollege Roboter!

Die Zusammenarbeit mit einem Roboter kann für Menschen schon mal tödlich enden. Unternehmen zeigen in Hannover, wie die Maschinen zu sanfteren Kollegen werden.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Cobots: Zäune stören
Cobots: Zäune stören (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Hallen mit Produktionsstraßen, an denen Roboter in abgesperrten Bereichen unter sich sind, Teile wuchten, schweißen, montieren, ohne dass ein Mensch in der Nähe ist - das soll es künftig nicht mehr geben: Die Sperren sollen verschwinden, Menschen und Roboter Seite an Seite arbeiten. Das klingt gut, ist aber nicht so einfach umsetzbar.

Inhalt:
  1. Cobot: Nicht so grob, Kollege Roboter!
  2. Der Roboter darf den Menschen nicht verletzen
  3. Einfache Bedienung

"Sie können nicht einfach die Zäune entfallen lassen - das sind ja automatisierte Systeme, die würden den Mitarbeiter gefährden", sagt Markus Klaiber, technischer Geschäftsführer von Schunk, einem der führenden Hersteller von robotischen Greifern. Die Bewegung eines Roboterarms kann einem Menschen zum Verhängnis werden: 2015 hat es zwei tödliche Unfälle mit Robotern gegeben, einen in Deutschland und einen in den USA.

Cobots sind im Trend

Deshalb müssten neue Roboter entwickelt werden, die für die Mensch-Roboter-Kollaboration, kurz MRK, geeignet sind: kollaborative Roboter oder kurz Cobots (Abkürzung von Collaborative Robot). Sie sind eines der Trendthemen auf der Hannover Messe in diesem Jahr.

  • Kollege Roboter: Mensch und Roboter sollen zusammenarbeiten. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Roboter assistiert dem Menschen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Bionic Cobot von Festo wird mit Druckluft betrieben. Seine Bewegungen sind sanft, damit er Menschen nicht verletzt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Octopus Gripper besteht aus weichem Silikon. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Gesteuert wird der Bionic Cobot über eine grafische Oberfläche. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der kollaborative Greifer Co-act JL1 von Schunk -  er wurde mit dem Hermes Award 2017 ausgezeichnet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Co-acts sind mit Sensoren und intelligenter Software ausgestattet, die dafür sorgen, dass kein Mensch verletzt wird. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das US-Unternehmen Rethink Robotics ist mit Baxter - hier auf der Iros 2015 in Hamburg - ein Vorreiter der Cobots. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Kollege Roboter: Mensch und Roboter sollen zusammenarbeiten. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Die Anforderung für MRK komme aus der Industrie, sagt Klaiber: Die Automobilhersteller etwa bieten ihren Kunden heute viel mehr Baureihen, und jede Baureihe gibt es in verschiedenen Ausfertigungen, etwa als Coupé oder mit Kastenheck. Das führe dazu, dass Produktionsanlagen sehr schnell von einem Modell auf ein anderes umgestellt werden müssten. "Da sind Zäune im Weg."

Der Mensch erledigt die interessanten Aufgaben

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Ein typisches Einsatzszenario für einen Cobot ist das Be- und Entladen einer Maschine. Eine andere Möglichkeit sei der Einsatz "in der Montagelinie, wo es wiederkehrende Tätigkeiten gibt, die man dem menschlichen Kollegen gar nicht mehr geben will, weil zu stupide, zu einfach", sagt Klaiber. "Das lässt man den Roboter machen. Das Anspruchsvolle - das Prüfen, das Messen, das feine Montieren -, das lässt man dem Mitarbeiter."

Wie ein solcher kombinierter Arbeitsplatz aussehen kann, zeigt das Esslinger Unternehmen Festo an seinem Messestand (Halle 15, Stand D11): Ein Mensch baut eine kleine Maschine aus Kunststoffteilen zusammen und der Roboter geht ihm dabei zur Hand: Er reicht Teile an oder hält das Werkstück, damit der Mensch beide Hände zum Arbeiten frei hat.

Damit der Roboter seinen menschlichen Kollegen bei einem Zusammenstoß nicht ernstlich verletzt, ist er auf eine möglichst geringe Steifigkeit ausgelegt.

Der Roboter darf den Menschen nicht verletzen 
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