CO2Rail: Eisenbahnwaggons fangen Kohlendioxid aus der Atmosphäre

Güterzüge könnten künftig Waggons mitführen, die nichts transportieren, aber dafür die Atmosphäre reinigen. Betrieben werden sie mit erneuerbaren Energien.

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Konzept eines CO2Rail DAC Car: Der erste soll Anfang 2023 einsatzbereit sein.
Konzept eines CO2Rail DAC Car: Der erste soll Anfang 2023 einsatzbereit sein. (Bild: CO2Rail)

Güter transportieren und unterwegs die Umwelt saubermachen: Das US-Start-up CO2Rail und ein internationales Forschungsteam haben ein Konzept für einen Zugwaggon entwickelt, der während der Fahrt Kohlendioxid aus der Atmosphäre extrahieren soll.

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Der Waggon sieht nach dem Konzept aus wie ein Tankwagen. Auf dem Tank sind vorne und hinten Einlassstutzen angebracht, durch die Luft in das Innere gelangt, wo sich die Einrichtung befindet, die das Kohlendioxid abscheidet. Die Oberseite des Tanks ist zudem mit Solarmodulen bedeckt.

Systeme für die Abscheidung von Kohlendioxid aus der Luft (Direct Air Capture, DAC), wie sie etwa das Schweizer Unternehmen Climeworks baut, benötigen viel Energie, um die Luft anzusaugen und um anschließend das Kohlendioxid vom Absorptionsmittel zu trennen.

Der Fahrtwind wird genutzt

Hier soll das von CO2Rail entwickelte CO2Rail DAC Car im Vorteil sein: Das Ansaugen von Luft entfällt - durch den Fahrtwind wird sie in eine Kammer im Innern des Waggons gepresst. Darin befindet sich ein Filter, der das Kohlendioxid aus der Luft entfernt. Die gereinigte Luft wird hinten aus dem Waggon hinausgeleitet.

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Wenn genug Kohlendioxid gesammelt wurde, wird die Kammer geschlossen und das Kohlendioxid konzentriert und in einem Flüssigkeitsbehälter gespeichert. Das Kohlendioxid kann anschließend beispielsweise als Rohstoff verwendet werden, etwa für die Herstellung synthetischer Treibstoffe oder kohlenstoffhaltiger Chemikalien wie Methanol, oder es kann im Untergrund eingelagert werden.

Die Energie, die für die Behandlung der Luft und des Kohlendioxids benötigt wird, liefern die Solarzellen auf dem Waggon und der Zug selbst: durch Rekuperation der Bremsenergie. "Über Jahrzehnte wurde diese enorme Menge an nachhaltiger Energie vergeudet", sagt CO2Rail-Technikchef Eric Bachman. "Im Durchschnitt erzeugt jedes vollständige Bremsmanöver genug Energie, um 20 durchschnittliche Haushalte einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen - es handelt sich also um keine unbedeutende Energiemenge."

Die Idee ist, jeweils einen oder mehrere CO2Rail DAC Car in einem Güterzug mitfahren zu lassen. Ein solcher Wagen könnte bis zu 6.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr aus der Atmosphäre entfernen, haben die Entwickler berechnet. Der Preis liege bei rund 50 US-Dollar pro Tonne. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Joule erschienen. An dem Projekt waren neben CO2Rail verschiedene Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter das Karlsruher Institut für Technologie und das Massachusetts Institute of Technology.

Als nächstes will das Start-up einen ersten Waggon bauen und das DAC testen. Er soll Anfang kommenden Jahres einsatzbereit sein.

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wingi1 25. Jul 2022 / Themenstart

Und die Diesellok verbraucht um den Betrag mehr, der durch Luftwiederstand...

norinofu 25. Jul 2022 / Themenstart

War ja wieder klar, dass jemand das SUV heranzieht. Dann aber auch nicht die ganzen wei...

adorfer 23. Jul 2022 / Themenstart

So viel kompletter Unsinn auf einem Haufen. Das schaut aus wie direkt von Indiegogo!

RanDalic 23. Jul 2022 / Themenstart

Nachdem der CO2 Ausstoß von Afrika (ja der Kontinent) sowohl absolut als auch per Capita...

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