CO2-Zertifikate: So lässt sich mit dem Elektroauto Geld verdienen

Seit Jahresbeginn können Fahrer von E-Autos am CO2-Zertifikatehandel teilnehmen. Hier erklären wir, wie das geht - und was dabei herausspringt.

Ein Ratgebertext von Franz W. Rother/Edison veröffentlicht am
Elektroauto an einer Ladesäule (Symbolbild): Ausgleich für teuren Ladestrom
Elektroauto an einer Ladesäule (Symbolbild): Ausgleich für teuren Ladestrom (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

1,6 Milliarden Dollar verdiente Tesla 2020. Nicht mit dem Verkauf von Elektroautos, sondern durch den Verkauf von CO2-Zertifikanten - unter anderem an den Volkswagen-Konzern, der so seine Klimabilanz aufhübschte.

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So viel Geld können Besitzer von Elektroautos nicht hinzuverdienen. Aber auch sie können seit dem Jahreswechsel am Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten partizipieren - indem sie nicht realisierte Treibhausgas-Emissionen über einen Vermittler und über das Bundesministerium für Umwelt (BMU) an Mineralölgesellschaften verkaufen.

Gesetzliche Grundlage dafür ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote, das im Mai 2021 vom Bundesrat beschlossen wurde und das zum 1. Januar in Kraft trat. Es verpflichtet die Kraftstoffanbieter dazu, die CO2-Emissionen durch Otto- und Dieselkraftstoffe bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent zu senken - etwa durch die Umstellung von Raffinerien auf eine Produktion von Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen. Oder eben durch den Erwerb von Emissionsrechten.

Seit Jahresanfang dürfen auch Besitzer von Batterieautos - Plug-in-Hybride und Erdgasautos sind ausdrücklich ausgeschlossen - an diesem Handel teilnehmen. Bis zu 430 Euro pro Jahr und Elektroauto lassen sich damit aktuell erwirtschaften, in den kommenden Jahren möglicherweise noch mehr. Die steigenden Ladestrom-Preise lassen sich auf diese Weise zumindest zum Teil kompensieren.

Wie funktioniert der THG-Quotenhandel?

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Relativ einfach - über einen Vermittler. Diese kaufen den Fahrern von Elektroautos die THG-Quoten ab, bündeln sie und verkaufen sie dann "en bloc" an Aral, Shell & Co. Denn das Recht zum Handel hat der Gesetzgeber an eine Mindestanzahl an Zertifikate geknüpft. Das erspart den Mineralölgesellschaften zigtausende von Vertragsverhandlungen mit Kleinstanbietern - und erspart auf der anderen Seite auch den Elektromobilisten viel bürokratischen Aufwand.

Diese müssen sich lediglich im Internet bei einem der inzwischen recht zahlreichen Vermittler registrieren und dort einen Scan ihres Fahrzeugscheins sowie eine Kontoverbindung hinterlegen. Der Betreiber der Plattform kümmert sich um alles weitere - und behält dafür einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der THG-Quote als Provision ein. Dieser private Handel mit Zertifikaten ist zunächst bis 2030 geplant. Auch die Besitzer von privaten Ladestationen und Photovoltaik-Anlagen sollen künftig davon profizieren.

Wie hoch ist die Zahlung?

Ausgezahlt werden die ersten Beträge schon im Februar - wenn der endgültige Preis für ein THG-Zertifikat nach Abschluss des Quotenhandels ermittelt ist. Basis der Berechnung ist unter anderem der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch eines Elektroautos. Für 2022 hat das Bundesumweltministerium hier eine Pauschale von 1.943 Kilowattstunden festgesetzt. Dieser Wert wird nach einer komplizierten Formel in Relation zu den CO2-Emissionen aus dem Verkauf fossiler Kraftstoffe sowie zu den geplanten Klimaeffekten gesetzt. Daraus sowie aufgrund von Angebot und Nachfrage errechnet sich dann wiederum der Wert einer THG-Quote pro Elektroauto - und die Zahlung an den Fahrzeugbesitzer.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Je nach Fahrzeugklasse und Vermittler können die Zahlungen durchaus unterschiedlich ausfallen - es lohnt sich also, die Angebote der zahlreichen Plattformen zu studieren, die in den vergangenen Monaten rund um den THG-Quotenhandel entstanden sind. Einige offerieren Fixpreise, andere setzen auf steigende Quotenpreise und bieten flexible Auszahlungen an. Manche Dienstleister bieten auch an, die Prämie in CO2-Kompensationsprojekte zu reinvestieren oder zahlen sie in Form von Guthaben bei Ladestrom-Anbietern an.

Wo finde ich einen Vermittler?

Hier eine kleine - unvollständige - Übersicht der Anbieter.

Hinweis: Dieser Artikel ist am 4. Januar 2022 zuerst bei unserem Kooperationspartner Edison.media erschienen.

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sebastiankopf 23. Jan 2022 / Themenstart

Wer es noch nicht wusste: Seit kurzem kann man auch seinen E-Roller ab 45 km/h mit der...

Sharra 07. Jan 2022 / Themenstart

Gar nicht, da DU mit den Dingern nicht handelst. Du hast nur Anrecht auf den Erlös.

Plumpaquatsch 07. Jan 2022 / Themenstart

Du denkst, die Anschaffung eines neuen Autos (mit den damit verbundenen Emissionen bei...

Landorin 06. Jan 2022 / Themenstart

Danke. Eigentlich irgendwie krank. Aber ich sehe es einfach als Anreiz, auf E-Mobilität...

dasbinich 06. Jan 2022 / Themenstart

Also alle EV Totalschäden aufkaufen, zulassen und Geld kassieren. Man kann nebenbei noch...

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