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CO2-Neutralität: Klimaziele der EU auf kostengünstigem Weg erreichbar

Der Weg zur Unabhängigkeit von fossiler Energie und Energieimporten ist klar. Neue Simulationen zeigen, dass dies realisierbar ist – zur Hälfte.
/ Mario Petzold
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Siemens Gamesa, hier eine Fabrik im britischen Hull, produziert Windräder in großen Stückzahlen. (Bild: AFP via Getty Images/Paul Ellis)
Siemens Gamesa, hier eine Fabrik im britischen Hull, produziert Windräder in großen Stückzahlen. Bild: AFP via Getty Images/Paul Ellis

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)(öffnet im neuen Fenster) hat errechnet, welche Meilensteine erreicht werden müssen, um den Green Deal(öffnet im neuen Fenster) der Europäischen Union, die Klimaneutralität bis 2050, zu erreichen. Das Forschungsteam zeigt, dass das Erreichen der Klimaziele kostengünstiger und mit weniger ambitionierten Zwischenschritten möglich ist.

Demnach sei die Reduzierung der klimaschädlichen Emission auf null nicht nur technisch und wirtschaftlich möglich. Die prognostizierten Kosten seien zudem zu hoch angesetzt.

Für die Berechnungen nutzte das Team das Modell Remind(öffnet im neuen Fenster), welcher sich stark auf die Entwicklung des Energiesektors fokussiert. Es berücksichtigt dabei die regional unterschiedlichen ökonomischen Gegebenheiten und die globalen Auswirkungen von klimaschädlichen Emissionen.

Meilensteine für 2040 erreichbar

Der wichtigste Schritt, um die Emissionen zu reduzieren, ist laut der Studie die Elektrifizierung eines Großteils des Energiebedarfs. Dafür soll es bereits genügen, wenn bis 2040 bereits 49 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Form von Strom verbraucht werden. Zwar sei dafür eine Versiebenfachung der Produktion aus Windkraftanlage und Photovoltaik notwendig. Ändern müsste sich jedoch vergleichsweise wenig, denn die Wachstumsraten beider Stromquellen im Zeitraum von 2021 bis 2025 würden für dieses Ziel genügen.

Ähnlich sieht es bei der Elektromobilität aus. Der Anteil von E-Autos bei den Neuzulassungen lag 2019 bei lediglich zwei Prozent. 2025 waren es bereits 19 Prozent. Das ist eine annähernde Verzehnfachung in sechs Jahren. Hier dürften die gesteckten Ziele gut erreichbar sein.

Zudem zeigen die Berechnung, dass mit Blick auf die Kosteneffizienz der CO2-Ausstoß langsamer zurückgefahren werden kann als bisher angestrebt. Der Green Deal sieht eine Reduzierung um 90 Prozent bis 2040 vor. Der Referenzwert ist das Jahr 1990. Laut der Studie des PIK, die in Nature Communications(öffnet im neuen Fenster) frei zugänglich ist, müssen die Emissionen im realistischsten Szenario um 86 Prozent, im optimistischsten Fall nur um 80 Prozent sinken. Dann wären zu dem Zeitpunkt noch doppelt so viele Emissionen erlaubt im Vergleich zu aktuellen Vorgaben.

Komplette Vermeidung unmöglich

Der letzte Schritt zur CO2-Neutralität wird schließlich als der ambitionierteste angesehen. Zumal es weiterhin unvermeidbare Emissionen geben wird, entweder aus Prozessen in der Industrie, die unter anderen auf Kohlenstoff angewiesen ist, oder beispielsweise aus der Landwirtschaft.

Dementsprechend sieht bereits der Green Deal vor, dass fünf Prozent durch Projekte außerhalb der EU ausgeglichen werden können. Und die Einlagerung von CO2 muss eine relevante Rolle übernehmen. Etwa 200 Millionen Tonnen müssten 2040 pro Jahr eingespeichert werden, sieben Prozent der aktuellen Gesamtemissionen in der EU. Das bedeutet eine durchschnittliche Wachstumrate von 25 Prozent zwischen 2030 und 2040.

Immerhin werden selbst auf einem weniger ambitionierten Weg, den das PIK vorzeichnet, die Importe von Öl und Gas im Jahr 2040 um 60 Prozent niedriger ausfallen als derzeit. Energieimporte hingegen wird es auch zukünftig geben müssen. Auf Ammoniak, Wasserstoff oder direkte Stromübertragung, allerdings in vergleichsweise geringem Umfang, wird die europäische Wirtschaft auch zukünftig angewiesen sein.


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