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CO2-Flottenvorgaben: EU erwägt Aufweichung der Klimavorgaben für Autohersteller

Statt mit jährlichen Zielvorgaben sollen Autohersteller ihre CO2-Emissionen künftig über mehrere Jahre hinweg ausgleichen können.
/ Michael Linden
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Die EU will die Autobranche weniger stark regulieren. (Bild: Pexels)
Die EU will die Autobranche weniger stark regulieren. Bild: Pexels

Die europäische Autoindustrie könnte mehr Spielraum bei der Erfüllung ihrer Klimaziele erhalten. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen plant die EU-Kommission Anpassungen sowohl für die Zwischenziele 2030 als auch für die ursprünglich geplanten Vorgaben für 2035. Das berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .

Bei den CO 2 -Flottenvorgaben für 2030 zeichnet sich eine grundlegende Änderung ab. Statt jährlicher Zielvorgaben sollen Autobauer ihre Emissionen künftig über mehrere Jahre hinweg ausgleichen können. Drei Industrievertreter, die mit den Gesprächen vertraut sind, bestätigten diese Entwicklung dem Handelsblatt.

Das sogenannte Averaging gilt den Quellen zufolge als weitgehend beschlossen. Über die konkreten Zeiträume laufen jedoch noch Diskussionen. Eine Variante sieht vor, die Jahre 2028 bis 2032 als Fünfjahresdurchschnitt zu betrachten. Alternativ werden auch kürzere Zeiträume von drei oder vier Jahren erwogen.

Nach der bisherigen Regulierung müssen die Emissionen neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 2021 sinken. Diese strikte Jahresvorgabe würde durch die neue Flexibilität aufgeweicht. Eine weitere diskutierte Möglichkeit sieht vor, dass das 2030er-Ziel über den Zeitraum bis 2033 erreicht werden muss.

Verbrenner-Aus steht zur Disposition

Die EU-Kommission will am 16. Dezember in Straßburg ihren offiziellen Vorschlag für die Anpassung der Flottenregulierung vorstellen. Das ursprünglich geplante Ende für Verbrenner-Neuzulassungen ab 2035 wird voraussichtlich nicht in der bisherigen Form umgesetzt.

Statt der bisher vorgesehenen 100-prozentigen Reduktion der CO 2 -Emissionen bis 2035 könnte das Ziel auf 90 Prozent gesenkt werden. Der Vorschlag müsste anschließend von den EU-Mitgliedsländern und dem Parlament gebilligt werden.

Für die Autohersteller hätte eine Anpassung der Zwischenziele kurzfristig erhebliche Auswirkungen. Ein Insider erklärte, dass die Unternehmen heute festlegen würden, welche Modelle sie in drei oder vier Jahren anbieten. Die flexibleren Vorgaben würden somit direkt in die aktuelle Produktplanung einfließen.

Bereits für die 2025er-Ziele wurde den Herstellern mehr Zeit eingeräumt. Sie müssen diese nun im Dreijahreszeitraum bis 2027 erfüllen. Ohne diese Regelung hätten einigen Autobauern Ende des Jahres Strafzahlungen in Milliardenhöhe gedroht.

Unterstützung für flexiblere Ziele kommt unter anderem aus Frankreich. Die formale Beschlussfassung steht jedoch noch aus. Die Gespräche laufen parallel zur geplanten Neuausrichtung der gesamten Flottenregulierung.


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