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CO2-Emissionen und Lithium: Ist das Elektroauto wirklich ein Irrweg?

In den vergangenen Monaten ist die Kritik an batteriebetriebenen Elektroautos stärker geworden. Golem.de hat sich die Argumente der vielen Kritiker zur CO2-Bilanz und zum Rohstoff-Abbau einmal genauer angeschaut.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Bringen die Elektroautos die Verbrenner auf die Müllhalde der Geschichte?
Bringen die Elektroautos die Verbrenner auf die Müllhalde der Geschichte? (Bild: Pixabay)

Je ernster es Politik und Autoindustrie mit dem Elektroauto meinen, desto größer scheint die grundsätzliche Kritik an der Batterietechnik zu werden. Sei es der mit Produktion und Betrieb verbundene Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid, der Abbau der Rohstoffe wie Kobalt und Lithium oder der erforderliche Ausbau des Stromnetzes: Die batteriebetriebenen Elektroautos werden als "Sackgasse" bezeichnet, die weder die Umwelt- noch die Verkehrsprobleme der Zukunft lösen können. Doch was ist wirklich dran an den vielen Vorwürfen?

Die Kritik an batteriebetriebenen Elektroautos ist alles andere als neu. Dabei geht es meist um die Frage, wie alltagstauglich solche Fahrzeuge sind, um Verbrennermodelle zu ersetzen. Bemängelt werden meist der hohe Preis, die langen Lieferzeiten, die geringe Reichweite und die schwierige Ladesituation. Doch manche Kritiker, wie der frühere Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexperte Winfried Wolf, gehen noch deutlich weiter. Sie sehen in der massenhaften Produktion von Elektroautos selbst dann einen Irrweg, wenn die technischen Probleme hinsichtlich Reichweite und Laden gelöst werden sollten. Aus der rechten Ecke wiederum wird suggeriert, wahlweise die Grünen oder Brüssel wollten der Bevölkerung die geliebten Diesel-Autos wegnehmen.

Kritische Dokumentationen und Bücher

Bestätigt sahen sich die Kritiker zuletzt durch mehrere Dokumentationen und Berichte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und durch verschiedene Studien, auf die wir näher eingehen werden. So fragte eine ARD-Dokumentation Anfang Juni 2019 provokant: "Kann das Elektroauto die Umwelt retten?" Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch ging wenige Tage später in einem Terra-X-Video der Frage nach, ob ein Lithium-Akku besser als eine Brennstoffzelle sei. Schon im April 2019 hatte das Münchner Ifo-Institut dem Elektroauto in einer Studie (PDF) eine schlechte Klimabilanz unterstellt. Viel Wasser auf die Mühlen der Elektroauto-Kritiker.

Auch wenn hinter den Vorwürfen manche Denk- und Rechenfehler stecken, sollte man sie nicht pauschal als unberechtigt abtun. Die Argumente, die beispielsweise Wolf in seinem 216-seitigen Buch "Mit dem Elektroauto in die Sackgasse" zusammengetragen hat, beruhen schließlich nicht auf dubiosen Quellen, sondern auf Hunderten Studien und Zeitungsartikeln.

Jedes Argument wird genommen

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Wer gegen den massenhaften Einsatz von Elektroautos ist, will damit nicht unbedingt den Bau von Verbrennerautos unbegrenzt verlängern, sondern den motorisierten Individualverkehr generell durch umweltfreundlichere Konzepte ersetzen. Da stört es natürlich immens, wenn plötzlich SUVs mit 2,5 Tonnen Leergewicht wie der Mercedes EQC oder der Audi E-Tron als ökologisches Fortbewegungsmittel gehypt werden.

Einem Elektroauto-Gegner wie Wolf ist allerdings kein Argument abseitig genug, um es gegen Bau und Nutzung dieser Fahrzeuge ins Feld zu führen. Selbst die geringen Geräuschemissionen werden als Nachteil gebrandmarkt, da sie zu mehr Unfällen führen könnten. Für dieses Problem gibt es schon längst eine gesetzliche Regelung. Doch es bleiben nach Abzug solcher Argumente noch genügend Punkte, auf die durchaus geachtet werden sollte, wenn die Elektrifizierung des Fahrzeugbestandes umgesetzt werden soll. Häufiger Ausgangspunkt der Kritik ist eine schwedische Meta-Studie, wonach ein Elektroauto schon vor dem ersten Kilometer einen enormen Ausstoß an CO2 verursacht hat.

Ist die CO2-Bilanz wirklich so schlecht? 
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Jossele 18. Aug 2019

Der Überschrift dieses Post möchte ich mich hiermit vollinhaltlich anschließen. Solche...

Crass Spektakel 31. Jul 2019

Nicht jede Standardhose paßt jedem Standardbürger. Zukünftige Mobilität wird eben nicht...

floxiii 30. Jul 2019

Ich habe nicht studiert, um mich in die stinkenden, unklimatisierten und lauten Gefährte...

schueppi 25. Jul 2019

Ich finde es etwas schade, dass man immer so argumentiert. Ja, ich fahre mit meiner Frau...

flauschi123 20. Jul 2019

Ergo - Solarstrom = null. Bleibt bei den EEs nur Wasserkraft und Windkraft - und...


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