Sind Elektroautos nur etwas für Reiche?

Derzeit nicht zu leugnen ist die Tatsache, dass noch kein Elektroauto auf dem Markt zur Verfügung steht, das bei Preis und Reichweite mit einem Verbrenner mithalten kann. Große Elektroautos seien daher nur ein Vergnügen für Reiche, die sich am liebsten solche Fahrzeuge als Zweit- oder Drittwagen in die Garage stellen würden, kritisiert daher Wolf. Für einkommensschwache Autofahrer sei diese Art der Elektromobilität hingegen noch nicht verfügbar.

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Dieser Einwand ist zweifellos richtig, wenn die Reichweite als Kriterium genommen wird. Aber es ist leider auch ein Teil des Problems, dass die bisherige Mobilität auf Basis fossiler Energie viel zu günstig war und die Folgeschäden, die bei der Klimaerwärmung überhaupt noch nicht abzusehen sind, nicht berücksichtigt und eingepreist wurden. Von den vielen anderen negativen Folgen wie Verkehrstoten, Flächenverbrauch, Zersiedelung sowie Lärm und Abgasen ganz abgesehen. Die Regierungen sollten daher nicht nur die Elektroautos und Ladeinfrastruktur fördern, sondern auch andere ökologische Mobilitätsformen, wie beispielsweise die schienengebundene Elektromobilität. Zudem können neue Mobilitätsangebote wie elektrisches Carsharing dazu führen, dass vor allem in den Städten auf den Privatbesitz eines Autos leichter verzichtet werden kann.

Elektromobilität erst am Anfang

Übersehen wird dabei auch, dass die Entwicklung der Elektromobilität erst ganz am Anfang steht. Das räumt selbst Tesla-Chef Elon Musk ein. Möglicherweise stehen künftig andere Akkutechniken zur Verfügung, die eine günstigere und ressourcenschonendere Produktion mit mehr Kapazität ermöglichen. Dafür muss es aber zunächst eine ausreichende Nachfrage geben, damit Regierungen und Unternehmen entsprechende Forschungsmittel bereitstellen.

Doch selbst bei dem heutigen Stand der Technik muss man festhalten: Jedes Verbrennerauto, das noch produziert und verkauft wird, verlängert die Abhängigkeit vom Öl. Jedes produzierte Elektroauto besitzt hingegen das Potenzial, noch viele Jahre mit Ökostrom angetrieben zu werden. Immerhin lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 bei 44 Prozent, was die CO2-Emissionen um 15 Prozent von 136 Millionen Tonnen auf 116 Millionen Tonnen senkte.

Elektroautos als Teil der Energiewende

Darüber hinaus können die Elektroautos perspektivisch als Strompuffer im Netz dienen, was einen wichtigen Baustein bei der Energiewende darstellen könnte. Auch ausgediente Autobatterien lassen sich dafür nutzen, bevor deren Bestandteile recycelt werden. Das alles sind Vorteile, die schon heute für batteriebetriebene Elektroautos sprechen. Von der Tatsache, dass die Autos im Gegensatz zu Verbrennern nicht die Luft in den Städten verpesten, einmal ganz abgesehen.

Zweifellos können Elektroautos nicht alleine "die Umwelt retten". Erst recht können sie nicht die weltweiten Verkehrsprobleme lösen, solange der motorisierte Individualverkehr nicht insgesamt eingeschränkt oder besser gesteuert wird. Dennoch bleiben Argumente, um einen Verbrenner durch ein Elektroauto zu ersetzen. Die vorgebrachte Kritik überzeugt nicht in dem Maße, um diese Form der Elektromobilität als Irrweg oder Sackgasse zu bezeichnen.

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plutoniumsulfat 01. Jan 2020

Also ist eine 50k-Einwohner-STADT für dich Land?

Abendschnee 22. Okt 2019

Je effizienter ein Fahrzeug ist, also je besser der Wirkungsgrad, desto weniger Energie...

Jossele 18. Aug 2019

Der Überschrift dieses Post möchte ich mich hiermit vollinhaltlich anschließen. Solche...

Crass Spektakel 31. Jul 2019

Nicht jede Standardhose paßt jedem Standardbürger. Zukünftige Mobilität wird eben nicht...

schueppi 25. Jul 2019

Ich finde es etwas schade, dass man immer so argumentiert. Ja, ich fahre mit meiner Frau...


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